09.02.2018 - 16:04 Uhr
Eslarn

Ausnahmezustand am Rathaus Ackern, was das Zeug hält

Das "Fosend Asgrom" am unsinnigen Donnerstag halten seit Jahren die Musikgruppen "Schlutupers" vom Gasthof "Böhmerwald und "Jesse-James-Band" vom Gasthaus "Zum Sportzentrum" aufrecht. Diesmal hat aber der Bürgermeister schwer zu tragen.

Eine lustre Gruppe in tollen Kostümen vom Sportheim belagerte das Rathaus. Bild: gz
von Karl ZieglerProfil

Den beiden Kapellen folgen bunte Faschingsvölker mit tollen Masken. Nicht nur die Frauen zeigten sich in herrlichen Kostümen, sondern auch viele Männer schlüpften in die Rolle der Weiblichkeit. Das Ausgraben der fünften Jahreszeit symbolisierte das närrische Volk mit einem Pflug hinter einem Bulldog. In den Reigen mischten sich das "Raiffeisen-Marktweiber-Geschwader" mit ihren neongelben Boas als Erkennungszeichen.

In ihren Begleitfahrzeugen führten die Frauen sowohl Süßes als auch "schärfere Sachen" mit. In den eigenen Reihen geduldet wurde lediglich der extra engagierte Security-Mann "da Dotsch'n". Mit dem Motto: "Wir trinken nur an Tagen die mit g enden und Mittwochs" ging es on Tour durch die Gemeinde. Die drei Faschingstrupps entsandten eigene Späher, die während des trockenen Marschs reichlich "Zaster" für hochprozentigen Nachschub sammelten.

Bis die Gruppen zur Übernahme des Rathauses und zum Standkonzert am Marktplatz eintrafen, stand in Gaststätte, Banken und Geschäften das Füllen der eigenen "Tanks" auf dem Plan. Am Rathaustor wurden die Gäste und Zuschauer von "Miss Rathaus" alias Bürgermeister Reiner Gäbl willkommen geheißen.

Das Gemeindeoberhaupt zeigte sich vorsorglich in Frauenkleidern und hatte sich unter einer Perücke mit roten langen Haaren versteckt. Da die Rundungen mit "Doppel-D" aufgrund falscher Berater ein wenig zu üppig ausgefallen waren, hatte "Miss Rathaus" schwer zu tragen. Nach der symbolischen Schlüsselübergabe rief zweiter Bürgermeister Georg Zierer vorsorglich den Warnstreik aus und versorgte die Musiker mit flüssiger Kost.

Diese ließen es sich nicht zwei Mal sagen und gaben nach den Darbietungen musikalisch noch reichlich Zugaben. Der Bauhof beruhigte das aufgebrachte Narrenvolk mit dem leckeren Dopingmittel Rebhuhnzoigl. Aufgrund der "Standfestigkeit" der Verkoster legten die Eroberer das Rathaus regelrecht trocken.

Beim Abmarsch tauchten an einem Bulldog kleinere Anlassprobleme auf. Ob es Altersschwäche oder Sabotage war, blieb ein Geheimnis. Aber auch diese Hürde schaffte das närrische Volk mit ihrem fachlich versierten Anhang, so dass es mit dem Gefährt zum Endspurt durch Eslarn ging. Der unsinnige Donnerstag klang im Sportzentrum und im Böhmerwald unterhaltsam und feuchtfröhlich zur vorgerückter Stunde aus.

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