28.08.2017 - 16:38 Uhr
EslarnOberpfalz

Bayerisches Staatsforsten ernten mit Baumhalter-Harvester Schweres Gerät als schonende Alternative

Bei der Auslichtung des Baumbestands setzen die Bayerischen Staatsforsten auf eine schonende Holzerntemethode. Der neue Kettenharvester kann aufgrund eines installierten Baumhalters starke Bäume mit bis zu 2,5 Tonnen aus einer Schonung heben und, ohne Schäden zu verursachen, direkt in der Rückegasse ablegen.

Wie ein Streichholz entfernt der Harvester mit der Baumhaltung den mächtigen Baum unter den Jungpflanzen. Zufrieden mit der schonenden Baumfällaktion sind Servicestellenleiter Ingo Greim und Forstwirtschaftsmeister Michael Haberl (von links). Bild: gz
von Karl ZieglerProfil

Bei der Holzernte im dichten Wald waren Schäden an der Verjüngung und am Bestand früher nicht vermeidbar. Der gefällte Baum musste vom Standort durch die Jungpflanzen zum Lagerplatz gezogen werden. "Die Schäden veranlassten die Bayerischen Staatsforsten, nach Alternativen zu suchen. Dabei wurden wir beim Kettenharvester der Marke Atlas Kern 40 mit Baumhalter fündig", erklären Servicestellenleiter Ingo Greim und Forstwirtschaftsmeister Michael Haberl vom Forstbetrieb Flossenbürg.

Der Fahrer Georg Käsbauer greift sich mit dem Kettenharvester zum Schutz der Jungpflanzen von oben einen Baum, hebt diesen nach dem Abschneiden mit dem Baumhalter stehend aus der Gruppe der Jungpflanzen und legt ihn vorsichtig auf oder neben der Rückegasse ab. "Durch die Stehendentnahme sind Schäden am verbleibenden Bestand nicht oder nur in ganz geringem Umfang zu verzeichnen", fügt Greim als Verantwortlicher für alle Waldarbeiter und technischen Produkte von den Bayerischen Staatsforsten an.

Eine Arbeitserleichterung bringt diese Art auch den Waldarbeitern. "Die eigentliche Holzernte ist der gefahrenträchtigste Teil der Waldarbeit und die schwersten Arbeitsunfälle geschehen in diesem Bereich", stellt der Servicestellenleiter fest.

Die 42 Tonnen schwere Maschine arbeitet in weniger als einer Minute einen Baum mit zwei Festmeter komplett auf. Nach den Rückmeldungen der Forstwirte sind auch sie über die Arbeitserleichterung durch den Harvester erfreut.

"Diese Maschine wird aus aktuellem Anlass im Raum Passau zur Sturmwurfaufarbeitung verlegt", erklärt Greim. Diese Arbeitsweise sei auch im Spannungsfeld Naturnutzung und Erholung von immenser Bedeutung. "Es ist wichtig, mit viel Fingerspitzengefühl vorzugehen."

Der Baumernter wird dieser Erwartung gerecht, da das Kettenlaufwerk trotz des relativ hohen Eigengewichts für eine geringe Druckbelastung des Bodens sorgt. Das aus dem 110-jährigen Baumbestand der Waldabteilung "Goldberg" direkt am Eslarner Ortsteil Tillyschanz gewonnene Holz verbleibt größtenteils in der Region.

Auch Revierinhaber Forstamtsrat Rudolf Stadler aus Schönsee vom Forstbetrieb Flossenbürg begrüßt diese Erntemethode. "An der Verjüngung und am Boden sind keine nennenswerten Schäden erkennbar." Die naturschonende Stehentnahme wird im Bereich der Bayerischen Staatsforsten derzeit von drei Maschinen erledigt. Eine kostet rund 650 000 Euro.

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