22.03.2018 - 20:00 Uhr
Eslarn

Bürgermeister Reiner Gäbl stellt in Versammlung der Haus- und Kommunbrauer Zahlen vor Sudmenge stabil

In der Versammlung der Haus- und Kommunbrauer bat Bürgermeister Reiner Gäbl um kräftige Unterstützung bei allen Gemeindeveranstaltungen. Mit 873 Hektoliter gebrauten Kommunbiers bleibt das Naturprodukt ein begehrtes Lebensmittel. Die Gesamtbraumenge bewegt sich in den letzten Jahren innerhalb der 800er Marke.

Die Bierbrauer prosteten sich mit dem Kommunbier zu und wünschten sich eine gute Brausaison. Bild: gz
von Karl ZieglerProfil

Bei der Zusammenkunft im Museum "Biererlebnis Kommunbrauhaus" begrüßte Bürgermeister Gäbl im Kreis der über 30 Brauer aus Eslarn, Moosbach, Schönsee, Waidhaus, Pfrentsch und Teunz besonders Kommunbraumeister Georg Zierer ("Fritzn-Schorsch"), Gemeindegeschäftsleiter Georg Würfl und vor allem die Nachwuchsbrauer, die die Tradition weiter tragen. "Ins Braugeschäft kann jeder einsteigen", meinte der Rathauschef.

3629 Euro auf dem Konto

Die höchste Menge an Kommunbier innerhalb der vergangenen 15 Jahre wurde 2005 mit 39 Sud und 1175,50 Hektoliter (hl) gebraut. Nach einem leichten Rückgang in den Folgejahren stabilisierte sich die Menge in den letzten drei Jahren wie auch 2017 auf 30 Sud. Insgesamt braute Kommunbraumeister Zierer mit seinen Söhnen Hans und Georg im Auftrag der Kommunbrauer 873,91 Hektoliter. Die höchsten Ausgaben fielen für die Biersteuer mit 3282,18 Euro und das benötigte Wasser sowie für Grundsteuer, Kaminkehrer, Strom und Versicherung an. Als Überschuss wurden 151,93 Euro erwirtschaftet, so dass 2017 insgesamt 3629 Euro auf dem Verrechnungskonto waren.

Die Rücklagen hielt das Marktoberhaupt wegen möglicher anfallender Reparaturen im Kommunbrauhaus dringend für erforderlich. Die Alleinstellungsmerkmale für "Kommunbrauhaus und Zoiglmuseum" sind hervorragende Werbeträger für Eslarn. Das "Biererlebnis Kommunbrauhaus" haben laut Gäbl bereits über 2000 Gäste besucht.

Nach einem Rundgang stand bei vielen Besuchern eine Einkehr in den heimischen Zoiglwirtschaften beim "Strehern" und "Zäpferten" an. "Vielleicht öffnet noch jemand eine Zoiglstube", fügte der Rathauschef an. Derzeit erarbeite die Kommune ein Konzept für die Öffnungszeiten des Kommunbraumuseums. Im Verein "Echter Zoigl" sind Kommunbrauer aus Windischeschenbach, Neuhaus, Falkenberg, Mitterteich und Eslarn vertreten. Die Braustandorte der nördlichen Oberpfalz mit ihrer Zoiglkultur und gemeinsamen Brautradition haben nicht nur herausragende Leistungsmerkmale, mit denen sich das Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt, sondern gehören laut Eintrag im Bayerischen Landesverzeichnis zum immateriellen Kulturerbe Bayerns. Damit konnte durch intensive Kommunikation die alte Tradition mit handwerklich gebrauten Bier in den Urstätten der Brauhäuser weiter mit Leben erfüllt werden. In Eslarn wird zudem als Nischen- und Ökoprodukt aus den alten Getreidesorten Dinkel und Einkorn das Rebhuhnzoigl gebraut.

Im Zusammenhang mit den genannten Gemeindeveranstaltungen bat Bürgermeister Gäbl die Bierbrauer um Unterstützung. Der "Tag des Bieres" wird am Montag, 23. April, ab 15 Uhr mit einer Kommunbrauhaus-Führung und mit Kaffee und Kuchen gefeiert. Ab 17 Uhr spielt beim Festbetrieb in der beheizten Halle die heimische Combo "Blech 5".

Eine Zugfahrt führt am Samstag, 18. August, zum Bierfest der Brauerei Chodovar, wo eine Bierverkostung, Brauereiführung und böhmische Musik auf die Gäste warten. Die Anreise nach Chodovar und der Aufenthalt in der Brauerei für lediglich sechs Euro sei stets ein Erlebnis. Bereits Tradition hat der Eslarner Barthlmarkt am Sonntag, 26. August. "Das Ziel, den Markt in Eslarn zu etablieren, ist uns gelungen." Das Markttreiben mit den vielen heimischen und regionalen Produkten, altem Handwerk und einer Oldtimerschau findet immer mehr Interesse. Zum Heimatfest 2020 soll das Markttreiben weiter vergrößert werden.

Kommunbrauerei floriert

Angeregt wurde, dass die Kommunbrauer mit gemeinsamen T-Shirts oder Strickmützen auftreten sollen. Der Vorschlag von Brauer Hans Kleber, eine Führung durch die Brauerei Fuchsberger zu organisieren, fand Zuspruch. "Dass unsere Kommunbrauerei so gut floriert, verdanken wir vor allem unserem ,Fritzn-Schorsch'." Abschließend wünschte der Bürgermeister allen eine erfolgreiche Brausaison.

Das Schlusswort war Kommunbraumeister Zierer vorbehalten, der vor allem die absolute Sauberkeit beim Bierbrauen und eine konstante Temperatur in den Bierkellern ansprach. "Nur dann kann ein gutes Bier gelingen." Nach dem Josefi-Tag startet in Eslarn auch die Brausaison, zu der Zierer um rechtzeitige Anmeldungen bat. "Tragen wir unsere einmalige Bierkultur weiter und sorgen wir für die Erhaltung des Kommunbrauwesens", fügte Gäbl an.

Ins Braugeschäft kann jeder einsteigenBürgermeister Reiner Gäbl
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