"Goldener Oktober"
Seniorenrunde darf nicht sterben

Anna Schmucker und Anita Weichselmann (von links), Leiterinnen der Seniorengruppe " Goldener Oktober", nehmen nach langjährigem ehrenamtlichen Engagement Abschied. Bild: gz
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Eslarn
01.01.2017
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Die Eslarner Seniorenrunde "Goldene Oktober" besteht seit 30 Jahren. Seitdem ist Anna Schmucker Leiterin, vor 13 Jahren kam Anita Weichselmann als Unterstützung hinzu. Zum Jahresbeginn möchten die beiden Frauen die Führungsarbeit in andere Hände legen.

(gz) "Beide haben über viele Jahre mit großem persönlichen Engagement die Seniorenrunde geleitet, und dafür möchte ich herzlich danken", sagt Pfarrer Erwin Bauer. Gleichzeitig sucht die Pfarrei interessierte Nachfolger und bittet um Meldungen ans Pfarramt. "Es wäre schade, wenn es die Seniorenrunde nicht mehr geben würde", sind sich alle Verantwortlichen einig. Die Seniorenrunde "Goldener Oktober" ist kein beitragspflichter Verein, sondern eine offene Gemeinschaft. Der unterhaltsamen Runde können sich Frauen und Männer ohne Altersbegrenzung anschließen.

Gefühl des Miteinanders

Die ersten Gespräche zur Gründung einer Seniorenrunde gab es 1986 zwischen dem damaligen Pfarrer Hugo Wagner und Anna Schmucker. Die Gründer wollten ein Gefühl des Mit- und Füreinanders schaffen. Nach den Ideen von Pfarrer Wagner kümmerte sich das Pfarramt um das Programm, das Pächterehepaar Dagmar und Konrad Härtl im Pfarrheim um die Bewirtung. Da für die Veranstaltungen noch Bedienungen erforderlich waren, bat Pfarrer Wagner Gründungsmitglieder Anna Schmucker und Theresia Wolf um Unterstützung. Das Gründertreffen folgte im Oktober 1986. "Es waren zahlreiche Senioren anwesend, es wurde musiziert, getanzt und lustig gefeiert", erinnert sich Schmucker. Den Namen "Goldener Oktober" gab der Gruppe der wunderschöne sonnige Herbsttag im Gründungsjahr. Seither traf sich die Gruppe monatlich im Pfarrheim zum Gedankenaustausch.

"In den ersten Jahren waren auch Männer wie Josef Salomon und Johann Maier dabei, die musikalisch kräftig für Stimmung sorgten" erinnerte sich Mitgründerin Babette Maier an die ersten Stunden. Der Ablauf der Treffen blieb bis zur Erkrankung von Pfarrer Hugo Wagner unverändert. Nach der Verabschiedung des Ortspfarrers wurde es um den "Goldenen Oktober" einige Zeit still. Pfarrer Bauer reaktivierte die Gruppe im September 2003. "Wir wollen die Seniorenrunde wiederbeleben, aber mit neuem Gesicht", meinte der Geistliche damals. In einer Muttertagsfeier im Café Karl erhielt Leiterin Schmucker mit Weichselmann eine rührige Unterstützerin. Die Seniorenrunde erlebte mit neuen Ideen und erfrischenden Teamgeist einen Aufwärtstrend. In den Folgejahren verdoppelte sich die Teilnehmerzahl, die neue Leiterin stellte die Werte der Frauen mit Familie, Erziehung und Beruf in den Mittelpunkt.

Außerdem ist die Seniorenrunde autark, finanziert sich selbst und ist niemandem Rechenschaft schuldig, fügten die Sprecherinnen an. Den erwirtschafteten Überschuss spendete die Gemeinschaft wie beispielsweise 2011 mit 300 Euro für die Pfarrheimrenovierung, für arme Kinder in Indien, der Ukraine, in Rumänien und für örtliche soziale und kirchliche Einrichtungen. Da Interessen zwangsläufig vielfältig sind, beinhaltet das abwechslungsreiche Programm seit 30 Jahren Vorträge, Fahrten sowie Treffen mit Geselligkeit, Musik und Humor nicht zu kurz. Fest eingeplant ist die Brauchtumspflege wie an Kirchweih und Ostern, sowie die Teilnahme an kirchliche Angeboten. Dass die Gemeinschaft auch zünftig feiern kann, beweist sie vor allem am "Naschn Pfinsta" mit Hausmusiker "Stofferl" im Gasthaus Voit.

Rentner in Überzahl

"Wir sind die Zukunft, möchte ich fast sagen, und auch wir wollen wahrgenommen, ernst genommen und umworben werden, denn wir, die Rentner, werden in naher Zukunft in Überzahl sein", stellte Weichselmann bei einem der vielen Treffen fest. Zum 25-jährigen Bestehen der Seniorenrunde erhielt Anna Schmucker für ihr ehrenamtliches Engagement 2011 von Prälat Domkapitular Peter Hubbauer im Namen des damaligen Bischofs Gerhard Ludwig die Bischof-Johann-Michael-von-Sailer-Medaille. "Anna Schmucker ist eine dieser Geburtshelferinnen, die ab der Gründung stets bescheiden, aber immer aktiv im Hintergrund steht."

Nun nehmen Schmucker und Weichselmann Abschied, die Seniorenrunde steht vor der Auflösung. Deshalb sucht die Pfarrei engagierte Frauen und Männer, die ihre Ideen in die Gemeinschaft einbringen und das Ehrenamt als Leiter des "Goldenen Oktober" übernehmen.
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