04.05.2018 - 15:10 Uhr
EslarnOberpfalz

Museum Biererlebnis Kommunbrauhaus Eslarn gewinnt Trophäe des Brauerbundes Ausgezeichnete Idee

Nord- und Ostbayern sind die kreativen Ecken im Land des Reinheitsgebots. Diesen Schluss lassen die drei Preisträger der Goldenen Bieridee zu. Ausgezeichnet wurde in München auch Eslarn.

Anbandeln direkt nach der Krönung: Eslarns Bürgermeister Reiner Gäbl, sein Stellvertreter Georg Zierer junior und Rathaus-Azubi Daniel Biermeier holen in München die "Goldene Bieridee" des Bayerischen Brauerbundes für das Museum "Biererlebnis Kommunbrauhaus". Im August wollen sie dort Bierkönigin Johanna Seiler begrüßen.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Das Museum "Biererlebnis Kommunbrauhaus" sei heute touristischer Anziehungspunkt des Ortes und ein Identifikationspunkt der Gemeinde mit ihrer eigenen Geschichte, sagte Lothar Ebbertz in seiner Laudatio. Der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes sprach von einer Rückbesinnung auf das Heimatliche und das Traditionelle, die auch das Kommunbrauwesen in der Oberpfalz erfasst habe. "Ein begeh- und erlebbares Industriedenkmal, das nicht Craftbier-Brauerei heißt und doch so urig handwerklich ist."

___ Bierkulturelles Kleinod
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Vor über 400 Gästen in der alten Kongresshalle oberhalb der Theresienwiese nannte es Ebbertz eine mutige Entscheidung, dass die Verantwortlichen des Marktes viel Geld (1,3 Millionen Euro) in die Hand genommen und das bierkulturelle Kleinod in Eslarn nicht nur irgendwie erhalten, sondern es unter Nutzung einer leerstehenden Lagerhalle sogar erweitert hätten. "In dieser Halle wurde dem Zoigl und seiner Geschichte, dem Brauprozess und den Rohstoffen für die Bierbereitung ein kleines multimediales Museum gewidmet. Zur Veranschaulichung werden die Rohstoffe neben dem Brauhaus angebaut."

Wenn Ebbertz die Oberpfälzer Zoigl-Tradition als "ein besonderes Stück bayerischer Bierkultur" heraushebt, ist das auch eine ausgestreckte Hand, den Zwist um den Markenschutz des Zoigls zu beenden und den Versuch zu unternehmen, gemeinsam etwas zur Bewahrung dieser Tradition tun zu wollen. Es sei das herausragende Verdienst des Marktes, diese gelebte Tradition museal, aber auch ganz praktisch durch ein aktives Kommunbrauhaus der Nachwelt zu erhalten.

Moderator Roman Röll sah hier schmunzelnd einen ganz anderen Nutzen: "In Eslarn kann man die Ausrede gebrauchen, ins Museum zu gehen, wenn man ein Bier trinken will." Außerdem zeichnete der Bayerische Brauerbund die Stadt Zwiesel für das Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahren aus. Dritter im Bunde der im Vorfeld der Wahl der bayerischen Bierkönigin geehrten Ideen ist der "Fünf-Seidla-Steig" rund um das oberfränkische Gräfenberg.

s Bürgermeister Reiner Gäbl, nahm den Preis mit seinem Stellvertreter Georg Zierer und Daniel Biermeier entgegen. Der Rathaus-Azubi mit dem passenden Namen hat die erfolgreiche Bewerbung um den Preis verfasst und gestaltet, In seinen Dankesworten erinnerte Gäbl an die nachweislich bis mindestens 1529 zurückreichende Brautradition. Ausgerechnet der damalige Pfarrer habe Bier gebraut und beim Malz betrogen. Aktenkundig wurde das Vergehen beim Richter in Burgtreswitz.

Im Markt gibt es heute noch eine Zoiglstube, die ausschenkt. 1963 waren es vier. Am Sudkessel stand damals wie heute Georg Zierer senior. Der Vater des zweiten Bürgermeisters ist vermutlich der älteste aktive Braumeister der Welt. Nachgeprüft hat das noch niemand. Am 10. Januar 1951 übernahm der heute 91-Jährige das Amt und kocht derzeit rund 30 Sude pro Jahr. Zur Preisverleihung kam er nicht mit. Am Freitag stand er seit dem frühen Morgen im Kommunbrauhaus.

___ Trauung neben Sudkessel
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Das "Biererlebnis" gleich daneben beherbergt das Museum samt Außengelände sowie einen Saal für Veranstaltungen und ein Trauzimmer, das sich steigender Beliebtheit erfreut. Bürgermeister Gäbl will die Auszeichnung nutzen, vermehrt Touristen und Ausflügler nach Eslarn zu locken. Die Gemeinde habe mit dem Projekt Vorarbeit geleistet, die nun von den Bürgern mit eigenen Initiativen ergänzt werden könne.

Um einen ganz besonderen Gast hat sich der Rathauschef in München bemüht. Noch bevor feststand, dass Johanna Seiler für ein Jahr auf den Thron der Bierkönigin steigen darf, knüpfte Gäbl Kontakte zum Brauerbund, um die Hoheit als Ehrengast am Sonntag, 26. August, beim Barthlmarkt rund um das Kommunbrauhaus zu begrüßen. Wenn es keine Terminkollision gebe, sei das gut denkbar, machte ihm Geschäftsführer Walter König vom Brauerbund durchaus Hoffnung. Auch bei der Mutter der Königin und bei der aus Nördlingen stammenden Johanna Seiler selbst erhielt er ein Ja, wenn der Kalender es zulasse.

Goldene Bieridee

Die Krönungsgala der bayerischen Bierkönigin ist zugleich Festveranstaltung für die Verleihung der "Goldenen Bieridee" durch den Bayerischen Brauerbund und den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Die Auszeichnung soll das Bemühen würdigen, die Reichhaltigkeit des bayerischen Bierangebots zu vermitteln, das Bier neuen Konsumentenkreisen nahezubringen und zugleich überzeugten Bierliebhabern in innovativer Form zu präsentieren. Sie richtet sich an Brauer, Gastronomen und Branchenfremde, die sich um attraktive, originelle und moderne Formen der Darstellungen bemühen, die Popularität des bayerischen Volksgetränks und Kulturguts Bier zu steigern. (ui)

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