13.08.2017 - 20:00 Uhr
EslarnOberpfalz

Patrozinium der Pfarrkirche Eslarn Gnadenbild zieht Pilger an

Die Pfarrei feiert das Patrozinium der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Das Gnadenbild im Arkanthusaltar des Gotteshauses zog schon in der Vergangenheit die Menschen aus Böhmen und der Umgebung zu einer Wallfahrt nach Eslarn an.

Das Gnadenbild inmitten des Arkanthusaltars war früher Magnet für Pilger aus Böhmen. Bild: gz
von Karl ZieglerProfil

Nach den Überlieferungen wurde bereits 1326 von einer Pfarrei und 1603 von einer baufälligen Kirche berichtet. Der dreifache Zwiebelturm bildet das Zentrum und ist eines der Wahrzeichen der Pfarr- und Marktgemeinde.

Die Kirche steht unter der Schutzherrschaft der Gottesmutter, und das Patrozinium weist am Feiertag auf das kirchliche Fest Mariä Himmelfahrt hin. Das Gotteshaus wurde nach einem Großbrand im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört, so dass von 1681 bis 1687 ein Neubau und nach der Fertigstellung 1689 die Einweihung folgte. 1831 und 1895 wüteten in Eslarn weitere Brände, die den halben Ort samt Kirche erfassten. Vor allem der zweite Großbrand ließ die Glocken schmelzen und die Turmkuppe durch die Decke des Presbyteriums stürzen. Auch der Hochaltar wurde zerstört.

Der ursprüngliche Westturm von der alten Kirche wurde 1722 durch einen Turm nördlich des Chores ersetzt und in den Seitenkapellen Emporen eingezogen sowie 1757 ein sehenswerter Orgelprospekt geschaffen. Das Gotteshaus ist eine barocke Wandpfeiler- oder Saalkirche, ein einschiffiges Kirchengebäude, bei der die Pfeiler aus den Wänden hervortreten und die langen Seitenwände in Kapellen unterteilt sind. Bei einer Erweiterung wurden 1910 die beiden äußeren Treppentürme angebaut, und die Kirche erhielt 1967 im Zuge einer Sanierung zudem einen rot-weißen Außenanstrich.

In dem reichlich mit sakralen Kunstwerken ausgestatteten Gotteshaus steht ein neuer freistehender Altarstein im Vordergrund. Der typische Oberpfälzer Akanthusaltar aus dem 17. Jahrhundert mit dem zentralen Gnadenbild, einer von silbernen Rosen eingerahmten gotischen Marienstatue mit dem Jesuskind, wirkt wie eine Baummonstranz auf die Betrachter.

Auf der Spitze des Altars befindet sich eine bärtige Gottvater-Gestalt mit Weltkugel und Heilig-Geist-Taube. Auf der linken Seite des Altars ist die Kreuzigung Christi mit dem heiligen Josef mit Zimmermannsäge und rechts das Pfingstgeschehen mit dem heiligen Joachim mit zwei Opfertauben dargestellt. Vor dem Chorbogen hängt eine um 1700 entstandene Madonna im Rosenkranz. Der Bogen wurde 1916 erneuert, und an der linken Chorbogenwand steht zudem eine barocke Madonna.

Die vier Altäre in den Seitenkapellen stellen verschiedene Heilige dar, wobei die Malereien und Skulpturen teilweise aus dem 16. und 18. Jahrhundert stammen. Beeindruckend ist die Rokoko-Kanzel aus dem Jahr 1759 mit den vier Evangelisten und biblischen Szenen. Die zunächst in einer Seitennische als sogenannte Engelsstangen aufgestellten 14 Zunftstangen aus dem Jahr 1722 begrenzen seit Jahrzehnten beidseitig zum Mittelgang die Bankreihen und rücken dadurch noch mehr ins Blickfeld.

Zum Patrozinium werden am Dienstag, 15. August, ab 9 Uhr die fahnentragenden Vereine mit Blasmusik zum Kirchenzug an ihren Vereinslokalen und Standorten abgeholt. Den Festgottesdienst um 9.30 Uhr feiert in Konzelebration der emeritierte Professor Dr. Hubert Windisch von der Pfarrei Bernhardswald. Der Kirchenchor führt die "Ettaler Liebfrauenmesse" auf. Nach dem Gottesdienst bietet der Frauenbund vor der Kirche gesegnete Kräuterbuschen an, und die Kolpingsfamilie lädt zum Frühschoppen mit Weißwurstessen unter die Kirchenlinden ein. Mit einer Marienvesper um 16 Uhr endet die Glaubensfeier.

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