Erzeugergemeinschaft für Qualitätskartoffeln
Tonnenweise Chips

Die Landwirte warten an der Halle mit ihren Traktoren, um die Kartoffeln abzuladen. Bis zu 8500 Tonnen können in Eslarn gelagert werden. Bild: gz
Wirtschaft
Eslarn
16.10.2017
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Mit Hilfe eines Förderbandes werden die Kartoffeln in die Halle eingelagert. Bild: gz

An der Kartoffelhalle der Erzeugergemeinschaft für Qualitätskartoffeln herrscht reger Fahrbetrieb. 25 Vertragslandwirte aus der Region bauen auf 230 Hektar Kartoffel an. In der Eslarner Kartoffelhalle lagern 8500 Tonnen für eine Chipsfabrik aus Neunburg vorm Wald.

Im Herbst ist auf den Äckern in der gesamten "Erdäpfelpfalz" reges Treiben zu beobachten. Die Landwirte sind mit ihren Kartoffeln auf ihren Anhängern zur Lagerhalle zwischen Eslarn und Putzenrieth unterwegs. Wegen des Antransports wurde die Staatsstraße in dem Bereich auf 60 Kilometer pro Stunde gesperrt. Die Bauern reihen sich bereits seit September hintereinander mit ihren Traktoren geduldig ein und lagern nach dem Abwiegen auf der großen Waage ihre Erdäpfl über ein Förderband in die Hallen ein. "Die hohen Investitionen vor 15 Jahren für eine vierte Lagerhalle haben sich bestens bewährt", sagt Vorstandsvorsitzender Johann Hanauer.

Eine bessere Belüftung über einen Spaltenboden und vor allem die vorhandenen Kühllager bringen wesentliche Vorteile gegenüber den bisherigen Hallen. Die Erzeugergemeinschaft wurde am 8. Dezember 1969 im Gasthaus der Brauerei Bauriedl gegründet. Die Idee zum Bau einer Kartoffelhalle zur Aufbereitung von Industrie-Speisekartoffeln entstand beim Besuch der Chipsfabrik. 1970 wurde das erste Mal angeliefert.

Für das Unternehmen waren vor allem die kurzen Transportwege wichtig und dass die Kartoffeln aus der Region kommen, sozusagen vor den Fabriktoren wachsen. Die Anschaffung eines 13 Meter langen Förderbands für damals 25 000 D-Mark sowie Asphaltierung der Grundfläche für knapp 46 000 Euro erleichterten die Arbeit. Ein erneuter Hallenbau verschlang 1991 inklusive einer neuen Waage weitere 700 000 Mark. In den Folgejahren investierte die Gemeinschaft in eine Sortieranlage und eine Absack-Vorrichtung knapp 36 000 und in eine Kartoffel-Flachsortieranlage über 41 000 Mark. 1990 und 2002 wurden weitere Hallen gebaut. Eine Vertragsaufstockung machte 2002 den Bau einer vierten Halle für rund 540 000 Euro notwendig. Die mit 100 000 Euro bezuschusste vierte Lagerstätte wurde unter anderem mit einer modernen Kühlanlage und neuer Einlagerungstechnik ausgestattet.

"Wir haben aktuell zwei Hallen für lose Kartoffel, eine für 6000 Kartoffelkisten und zwei mit Kühllager", erläutert Hanauer. Das Lagervolumen in der vor 15 Jahren errichteten vierten Kühlhalle beträgt 2500 Tonnen, im neuen Kühllager können weitere 2200 Tonnen Kartoffeln eingelagert werden. Das Gesamtfassungsvermögen in allen Hallen beziffert Hanauer auf 8500 Tonnen. "Damit die Kartoffeln lange frisch bleiben, kühlen wir diese auf konstant 8 Grad, was vor allem im Frühjahr besonders wichtig ist." Die Investitionen von einer halben Million Euro für den Hallenbau mit dem Kühllager haben sich wegen der Vertragserweiterung ausgezahlt. "Vor 15 Jahren war unser Kühllager das modernste in der ganzen Oberpfalz", stellt Hanauer fest.

Den Landwirten, zum Teil in der zweiten oder dritten Generation, ist ein fester Preis garantiert. Nach der Anlieferung müssen sie sich um nichts mehr kümmern. "Die Genossenschaft lagert die Kartoffeln ein und sorgt dafür, dass sie haltbar bleiben, bis sie im Neunburger Werk gebraucht werden", informiert Lagerhalter Josef Kleber. Auch den Abtransport organisiert die Erzeugergemeinschaft mit einem Transportunternehmen aus der Region.

Die hohen Investitionen vor 15 Jahren für eine vierte Lagerhalle haben sich bestens bewährt.Vorstandsvorsitzender Johann Hanauer
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