09.02.2004 - 00:00 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Gesprächsrunde zum Thema PCB-Belastung im Kindergarten - Kosten 50000 Euro Sanierung spätestens im Sommer

Erstaunt war Dekan Karlhermann Schötz angesichts der langen Überlegungen zur Sanierung des Kindergartens in Etzelwang. Zu einer Besprechung, zu der er geladen hatte, kamen Fachkräfte und Vertreter der evangelischen Kirche ebenso wie von der politischen Gemeinde, um das Problem zu erörtern.

von Leonhard EhrasProfil

Dekan Schötz wunderte sich, dass bei einer seit Sommer 2001 bekannten Schadstoffbelastung im älteren Teil des Kindergartens - und trotz einer Reihe von Gutachten mit erheblichem Finanzaufwand - noch kein Weg zur Behebung dieser Misere gefunden wurde. Dass der Gruppenraum seit mehr als zwei Jahren geschlossen blieb, bezeichnete er als Zumutung auch für die betroffenen Eltern.

Eine Lösung

Eine Behebung der Schadstoffbelastung sei aus der Verantwortung gegenüber Kindern und Erzieherinnen unumgänglich. PCB sei nicht zu unterschätzen. Architekt Bernd Rall stellte der Runde aus dem Dekanat Sulzbach-Rosenberg, dem Bauamt der Landeskirche in München, dem technischen Referat der Landeskirchenstelle Ansbach, der Juristin und den Vertretern des Kreisjugendamts, dem Leiter des Gesundheitsamts und den Vertretern des Kindergartens, der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde Etzelwang eine Lösung vor, die sich bei rund 50000 Euro Kosten bewegt.

Dabei würden der Gruppenraum im Gebäude, die Küche mit Sanitärbereich und die Fenster so bearbeitet werden, dass der Großteil der PCB-Belastung aus der Holzkonstruktion eingeschränkt werde. Unterschiedliche Standpunkte traten bei der Beurteilung der Belastung durch Schadstoffe im Kindergarten zutage. Gemeinderat Gerhard Pirner erkannte für den Zwang zur Sanierung wegen der verhältnismäßig geringen Belastung keine ausreichende Grundlage. Er verwies darauf, dass PCB in geringen Mengen in fast allen Bereichen und Lebensmitteln vorkomme, der Mensch also auch außerhalb des Kindergartens ständiger Belastungen ausgesetzt sei.

Geringe Belastung

Die Unsicherheit über die Notwendigkeit der Sanierung wollte Bürgermeister Ludwig Heinl durch eindeutige Aussagen des Gesundheits- und Jugendamtes geklärt haben. Einigkeit klang bei den Fachbehörden durch, dass die Belastung im Kindergarten als gering bezeichnet werden müsse. Jedoch seien Schritte zur Sanierung unumgänglich, um jedes Risiko auszuschalten. Allerdings könne keine "Nullbelastung" erwartet werden.

Eine nicht unerhebliche Rolle spielte die Zuständigkeit bei der Finanzierung der Sanierungskosten. Träger des Kindergartens ist die evangelische Kirchengemeinde. Dekan Schötz erinnerte allerdings daran, dass ein Kindergarten zu den Pflichtaufgaben der politischen Gemeinde zählt. Klarheit in die Verantwortung über die Finanzierung brachte Helmut Blüchel vom Jugendamt. Er nannte die Vorschriften, nach denen Träger und politische Gemeinde zu einer anteiligen Übernahme der Kosten verpflichtet seien.

Nicht in der Pflicht sei, so Helmut Bremer von der Evangelisch-Lutherischen Verwaltungsstelle Sulzbach-Rosenberg, die Landeskirche. Angesichts dieser Fakten kamen Dekan Schötz, Bürgermeister Heinl, Pfarrerin Barbara Meister-Hechtel und, als Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Karl Windisch, zu dem Vorschlag, dass Kirchengemeinde und politische Gemeinde die Sanierungskosten von rund 50000 Euro je zur Hälfte tragen. Der Anteil der politischen Gemeinde werde auf drei Haushaltsjahre ab 2004 verteilt. Die Kirchengemeinde übernimmt die Vorfinanzierung.

Rasche Behebung

Diese Formel gilt es nun in den beiden Entscheidungsgremien zu beschließen. Einigkeit herrschte darin, dass eine schnelle Behebung der Schadstoffbelastung und Wiedereröffnung des Gruppenraumes, spätestens im Sommer, das Ziel sein müsse.

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