18.02.2014 - 00:00 Uhr
EtzelwangOberpfalz

SRZ-Gespräch mit 2. Bürgermeister Werner Hagerer über den Ausschluss der FWG Der Verstoß nicht zu "heilen"

von Günther Wedel Kontakt Profil

Die Freie Wählergemeinschaft stellte in der zu Ende gehenden Periode drei Mitglieder im Etzelwanger Gemeinderat, unter ihnen den 2. Bürgermeister Werner Hagerer. Seine Fraktionskollegen sind Günther Renner und Robert Vogel.

"Es stand lange in Frage, ob wieder eine Liste zustande kommt", erklärte Werner Hagerer am Montag gegenüber der SRZ. Als Ausweg habe er persönlich zunächst auf einen gemeinsamen Wahlvorschlag mit den Etzelwanger Grünen gesetzt. Diese Idee habe sich allerdings Ende vergangenen Jahres zerschlagen.

Als sich schließlich doch elf mögliche FWG-Kandidaten zusammenfanden, drängte schon die Zeit. Die Vorschlagsfrist lief am 23. Januar ab; am 22. Januar war die Nominierung der Freien Wählergemeinschaft angesetzt. "Mir war nicht bewusst, dass die gesetzliche Ladungsfrist so eng gezogen ist", gibt Hagerer zu. Die FWG Etzelwang ist nicht den im Landtag vertretenen Freien Wählern angeschlossen. Sie genieße nicht das Privileg von Parteien, die ihre Nominierungen auch intern einberufen dürften. Eigenständige Wählergruppen müssten drei Tage vor dem Termin öffentlich einladen.
Im Fall der "Freien" in Etzelwang kam das offensichtlich zu spät. Nach der Kenntnis von Werner Hagerer sind mit der Ablehnung des Wahlvorschlags im Beschwerdeausschuss die Rechtsmittel ausgeschöpft.

Groll gegen den Wahlausschuss oder die Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen hegt der 2. Bürgermeister nicht. Er habe dort mehrere Gespräche geführt und den Eindruck gewonnen, dass ernsthaft nach Möglichkeiten gesucht wurde, den Verstoß zu "heilen". Das habe die Rechtslage aber nicht zugelassen.

Von den drei FWG-Gemeinderäten wird also in den kommenden sechs Jahren nur Günther Renner die Kommunalpolitik weiter mitgestalten - vorausgesetzt natürlich, der Wähler überträgt ihm wieder das Mandat. Er tritt auf der Liste der SPD an. Robert Vogel hatte frühzeitig seinen Verzicht erklärt.

Was aus der FWG Etzelwang wird und ob Werner Hagerer 2020 eine Rückkehr in den Gemeinderat versucht, steht in den Sternen, sagt der 52-Jährige. Bedauerlich sei vor allem, dass auch einige jüngere Leute gerne kandidiert hätten, aber nun ausgeschlossen bleiben.

Zumindest gab Hagerer dem Wahlleiter Simon Bohun keinen Korb, als der ihn fragte, ob er trotz des Neins zur FWG-Liste am 16. März als Wahlhelfer zur Verfügung steht. Er habe ihm geantwortet: "Zum Abschied mach' ich das noch einmal."

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