11.04.2009 - 00:00 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Tabernackler finden Schloss-Verkauf schade, denn der Weltstar war "so nett und sympathisch": Nicolas Cage bleibt in ihren Herzen

"Ja, es ist schade!" Elisabeth Fischer bekennt offen, dass sie Nicolas Cage gerne als neuen Nachbarn gehabt hätte. Die Frau aus Tabernackel wohnt am Ortseingang direkt an der Zufahrt zum Schloss Neidstein und wäre tatsächlich die nächste Anliegerin des Hollywoodstars gewesen. Dass er nun nicht kommt, seine 2006 erworbene Burg samt Berg und Wäldern wie berichtet wieder verkauft hat, stimmt sie wie viele Tabernackler etwas traurig.

von Thomas Amann Kontakt Profil

Denn sie haben ihn ins Herz geschlossen, den großen amerikanischen Schauspieler, der Anfang 2006 so unerwartet in ihr Leben trat. Diese Formulierung kann man wohl gebrauchen, denn tatsächlich hatte sich das Leben der Bewohner des Dorfes unterhalb vom Neidsteiner Schlossberg nicht unerheblich verändert. Sie standen plötzlich im Mittelpunkt eines Interesses, mit dem sie nie gerechnet hätten.

Trotz Rummel viel Geduld

Nicht nur Fernsehteams und andere Medienvertreter, teilweise sogar aus dem Ausland, gaben sich in Abständen immer wieder die Klinke in die Hand, auch andere Schaulustige im wahrsten Sinn des Wortes kamen zuhauf. Sie sahen sich nicht nur den Ort und die Burg an, sondern stellten den Dorfbewohnern oft genug viele Fragen zu ihrem berühmten neuen Schlossherrn und seinen Plänen.

All das ertrugen die Tabernackler mit Fassung und erstaunlicher Geduld. Diese tapfere Haltung fußte allerdings auf einem guten Grund: Die meisten Dorfbewohner hatten Nicolas Cage persönlich kennengelernt. Das war 2007, als er überraschend per Hubschrauber zusammen mit seinem älteren Sohn Weston direkt in Tabernackel einschwebte.
Ebenso überraschend war für die zu diesem Ereignis zusammengelaufenen Menschen dann, wie freundlich Cage mit seinen neuen Nachbarn - er wollte Neidstein bekanntlich als Feriendomizil nutzen - umging. Er begrüßte nicht nur jeden per Handschlag und stellte sich und Sohn vor, sondern nahm sich auch Zeit, um mit den Tabernacklern über sein Schloss-Vorhaben zu plaudern. "Er war ausgesprochen nett und sympathisch", urteilten die Tabernackler nicht nur damals - diese Ansicht haben sie sich bis heute von Nicolas Cage bewahrt. Deshalb finden sie es so schade, dass er nun nicht kommt. Denn die Mehrheit im Ort ist überzeugt, dass der Star selbst ihnen keinerlei Probleme bereitet hätte.

Zum Beispiel machte er in den vergangenen drei Jahren kein einziges Mal Anstalten, seinen Besitz irgendwie abzugrenzen oder gar einzuzäunen, um vielleicht Publikum draußen zu halten (immerhin waren bereits erste Arbeiten am Schloss wie die Fundamentsanierung begonnen worden). Auch an den bestehenden und per Kauf mitübernommenen Pachtverträgen für umliegende und größtenteils von Anliegern genutzte Grundstücke änderte Cage nichts. Den Rummel um seine Person macht der Oscar-Preisträger (45) keineswegs selbst, der wird ihm von außen aufgezwungen. Das begriffen die Dorfbewohner sehr schnell.

Ganzer Ort auf seiner Seite

Vor allem nach dem persönlichen Kennenlernen 2007 schlugen sie sich voll auf die Seite "ihres" Stars und waren bereit, ihn gegen diesen Wirbel regelrecht zu verteidigen. Die Tabernackler respektierten und akzeptierten Cages ursprünglichen Wunsch, sich in Neidstein ein Rückzugsdomizil für sich und seine Familie zu schaffen.

Sie selbst haben zum Beispiel bis heute keines der Fotos an die Medien herausgegeben, die sie damals beim Besuch vom Hollywood-Star und sich gemacht hatten. Das war Cages Bitte gewesen, der diese Bilder gerne zuließ, aber eben nur fürs private Fotoalbum, wo sie jetzt wohl erst recht für alle Zukunft wie ein Schatz im Tabernakel gehütet werden - in Tabernackel.

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