Nur wenig Zuhörer bei Bürgerversammlung
Gemeinde Etzelwang investiert in Infrastruktur

Politik
Etzelwang
31.12.2016
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In Etzelwang informierte Bürgermeister Roman Berr die Bevölkerung bei Bürgerversammlungen in Kirchenreinbach und in Neutras. Auffällig: Es kamen bei beiden Veranstaltungen nur wenige Einwohner, um die Zusammenfassung der Ereignisse des Jahres 2016 zu hören oder Wünsche zu äußern.

(ds) Roman Berr schilderte zunächst die finanzielle Situation der Gemeinde Etzelwang. Eine Reihe zukunftsweisender Projekte zwangen heuer, den Schuldenabbau der vorausgegangenen Jahre zu unterbrechen. Der Stand beträgt 2 302 946 Euro, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1588 Euro. Die Investitionen belaufen sich auf 769 632 Euro. Den Zielen der Gemeinde kommt eine überdurchschnittliche Gewerbesteuereinnahme in Höhe von 176 317 Euro entgegen.

Umlage bereitet Sorgen

Die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen belastet Etzelwang mit 235 244 Euro, wovon 35 964 Euro für Investitionen verwendet werden. Sorgen bereitet die Umlage für die Schulen. Für die Grundschule Neukirchen-Etzelwang müssen für 32 Kinder 98 032 Euro aufgebracht werden, das entspricht pro Kind 3072 Euro, erklärte Berr. Der Anteil für Investitionen beträgt 10 759, für Verwaltung 87 543 Euro.

Nur noch 90 Schüler

Der Bürgermeister sprach die Problematik mit dem Schulgebäude in Neukirchen an, das ursprünglich für rund 300 Schüler gebaut wurde und inzwischen nur noch von 90 Kindern genutzt wird. Zum Unterhalt der Mittelschule Königstein-Neukirchen trägt Etzelwang 45 678 Euro bei, für 17 Kinder ein Durchschnitt von 2687 Euro. Die Einwohnerzahlen sind leicht rückläufig. Während in Etzelwang und Kirchenreinbach ein Rückgang zu verzeichnen ist, hat sich die Zahl der Bürger im Lehental erhöht. Zehn Geburten stehen 20 Todesfälle gegenüber. Insgesamt wohnen in der Gemeinde 1452 Personen. "Und die 63 Ausländer sind optimal integriert", betonte Berr.

Im Friedhof Etzelwang entstehen immer mehr Lücken. Nach Ablauf der Ruhefrist werden viele Gräber aufgegeben. Die Gemeinde reagierte mit einem Angebot an kostengünstigeren Grabstellen wie Baumgräber für Urnen, Urnenstelen und Wiesengräber für Erdbestattungen - Formen, bei denen vor allem wenig Pflegeaufwand erforderlich ist. Im Friedhof wurde der Weg gepflastert. In der Nähe vom Leichenhaus entstanden vier Parkplätze. Die Dorferneuerung in Kirchenreinbach, eingeleitet mit der Sanierung des Schlosses, sieht 2017 Verbesserungen am Dorfplatz, beim Feuerwehrhaus und am Birkenweg mit der Anlage eines Wanderparkplatzes vor. Außerdem steht die Erneuerung der Teerdecke auf der Dorfstraße und dem Kirchenweg an. Die Sanierung des Gemeindestadls in Etzelwang ist abgeschlossen, hier sind auch standesamtliche Trauungen möglich. Mit dieser Sanierung erhielt die Feuerwehr neue Umkleideräume.

Schulhaus vor Wandel

Das Schulhaus Etzelwang steht vor einer Nutzungsänderung. Das Gebäude ist im Eigentum der Gemeinde und ist sanierungsbedürftig. Im Erdgeschoss des Schulhauses könnte eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren entstehen. Im Obergeschoss wäre Platz für Büroräume, Gemeindekanzlei. Sozialwohnungen könnten das Raumangebot bis zum Dachgeschoss ergänzen. Die Turnhalle erhielt bereits einen Schon-Fußboden für allgemeine Veranstaltungen.

Ein weiteres Thema bildete die Erneuerung der Eisenbahnbrücken im Lehental durch die Deutsche Bahn. Bei dieser Gelegenheit setzt die Gemeinde auf die Möglichkeit, eine Aufweitung und Vertiefung der Unterführung zum Sportplatzgelände zu erreichen, damit künftig auch größere Fahrzeuge die Durchfahrt nutzen können. Für diese Änderung wird aber eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde erwartet. Bei der Bahnüberführung an der Lugerhütte steht die Kommune voll in der Pflicht, die Instandhaltung zu gewährleisten und zu finanzieren. Zurzeit werden die Schäden begutachtet.

Glasfaser kommt

Die Erneuerung der Kreisstraße vom Freibad bis zum Peterhof in Lehendorf mit der Ergänzung um einen Fuß- und Radweg macht eine durchgehende Straßenbeleuchtung sinnvoll. Eine vom Gemeinderat erarbeitete Prioritätenliste über die zu erneuernden Gemeindestraßen sieht für 2017 die Verbindung vom Hiltlweiher in Tabernackel bis Albersdorf vor. In Etzelwang steht die Reparatur der Straße Am Anger an. Dem folgen später die Gemeindeverbindungsstraßen Kreisstraße bis Schmidtstadt sowie nach Neutras.

Die Außenorte der Gemeinde erhalten ab 2017 den Breitbandanschluss über die Telekom. Dabei wird das Glasfaserkabel für jeden Anschlussnehmer kostenlos bis ans Haus verlegt. Später hinzukommende Kunden müssen rund 600 Euro für den Anschluss bezahlen. In Etzelwang steht am Freibad ein WLAN-Hotspot bereit. (Zum Thema)

Zum ThemaAuch wenn in der Gemeinde die Infrastruktur erneuert wurde, geht die Arbeit für die Kommune nicht aus. Roman Berr lobte die konstruktive Zusammenarbeit und rekapitulierte, dass rund 95 Prozent der Beschlüsse einstimmig erfolgten. "Die Räte erledigen ihre Aufgaben ohne Parteienzwist."

Der Verwaltungsgemeinschaft dankte der Bürgermeister für die Umsetzung der Beschlüsse. Die einzige Wortmeldung in Kirchenreinbach beschränkte sich auf die Forderung von Karl Lehnerer, die Bäume und Sträucher entlang der Fahrbahnen auf das für die Fahrzeuge erforderliche Lichtraumprofil zurückzuschneiden.

In Neutras informierte sich Prof. Dr. Wolfhard Hövel über die Anschlusstechnik bei der Breitbandverlegung. Angela Röder freute sich über die neugewonnene Grünfläche in Etzelwang nach der Entfernung des Schusterhauses. Außerdem wollte sie wissen, ob im Friedhof Etzelwang auch anonyme Grabstätten vorgesehen sind. Der Bürgermeister schloss die Ergänzung um diese Variante nicht aus.

Verena Frauenknecht wunderte sich, warum der Weihnachtsmarkt am Schulhaus stattfand, wo sich doch der neugestaltete Dorfplatz und die Gemeindescheune als Standort anbieten würden. Berr sah eine Verlegung zumindest dann in die Dorfmitte voraus, wenn das Schulhaus für seine neue Bestimmung umgebaut wird. (ds)
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