17.07.2017 - 13:42 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Gleichzeitig fünf Baustellen in der Gemeinde Etzelwang Bahnbrücke auf Schienen

Fünf auf einen Streich: Die Bahn renoviert derzeit ihre Brücken in der Gemeinde Etzelwang. Um zu erfahren, was da genau passiert, lud die Aktionsgruppe "Heimat neu entdecken" zu einer Führung auf der Baustelle am Freibad. Und erlebte eine Überraschung.

Vorarbeiter Manfred Kubitschek erläutert seinen Zuhörern, dass nach Fertigstellung der Bodenplatte (rechts unten) das neue Brückenbauwerk komplett darauf erstellt und dann auf Schienen an die Stelle der alten Unterführung dem Gleiskörper untergeschoben wird.
von Leonhard EhrasProfil

Vor mehr als 150 Jahren wurde die Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Schwandorf gebaut. Mit einem hohen technischen Aufwand erneuert die Bahn derzeit in der Gemeinde Etzelwang gleichzeitig fünf Brücken, über die ihre Züge rollen. Nicht betroffen ist das Bauwerk an der Gemeindeverbindungsstraße von Lehendorf nach Ernhüll. Hier fährt die Bahn unter der Brücke durch. In diesem Fall ist die Gemeinde für den Erhalt zuständig.

Die Aktionsgruppe "Heimat neu entdecken" organisierte eine Führung zum Bundesbahn-Brückenbau beim Etzelwanger Freibad und war überrascht, welch großes Interesse diese Aktion hervorrief. Dagmar Pickel und Reiner Steger führten die mehr als 60 Personen starke Gruppe zur Baustelle.

Vorarbeiter Manfred Kubitschek von der Neumarkter Baufirma Max Bögl erläuterte die Technik, mit der diese Brücke erneuert wird. Mit Aushubarbeiten südlich des Tunnels an der Zufahrt zum Skilift schaffte die Baufirma die Voraussetzungen für eine Bodenplatte, auf der die neue Brücke komplett betoniert wird.

Sobald sie fertig ist, wird ihre Vorgängerin abgebrochen. Das neue, 3500 Tonnen schwere Brückenbauwerk wird dann auf Schienen an die Stelle der alten Durchfahrt geschoben und auf das Stahlbeton-Fundament aufgesetzt. Eine Gleisbaufirma ergänzt anschließend oben drauf das Gleisbett und die Schienen für die Eisenbahn.

Damit geht eine Unterbrechung des Bahnverkehrs einher. Voraussichtlich ab Donnerstag, 24. August, bis Sonntag, 3. September, enden die Züge in Neukirchen und Hartmannshof. Zwischen den beiden Bahnhöfen befördern in dieser Zeit Busse die Reisenden weiter. Durch das Projekt wird ein Nadelöhr aufgeweitet, denn die Durchfahrt von Etzelwang zum Skilift wird etwas breiter. Die Höhe bleibt bei 3,20 Metern.

Das gleiche Verfahren wendet die Baufirma bei der Brücke in Penzenhof an. Bei den anderen Bahnüberführungen lassen die Platzverhältnisse diese Technik nicht zu. Für sie fertigt die Firma auf einer extra dafür eingerichteten Baustelle am westlichen Ortsrand von Etzelwang Betonteile und bringt sie dann dorthin, wo sie gebraucht werden.

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