09.07.2017 - 20:00 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Zweckverband zur Wasserversorgung der Schmidtstadtgruppe tagt Wasserverlust nur 2,8 Prozent

Nitrat liegt deutlich unter den Grenzwerten, und Glyphosat ist fast nicht nachweisbar: Das Nass, mit dem die Schmidtstadt-Gruppe die Hähne ihrer Kunden speist, verdient die Bezeichnung Trinkwasser. Auch finanziell steht der Zweckverband sauber da.

von Leonhard EhrasProfil

Kirchenreinbach. Die Schmidtstadtgruppe ist auf einem guten Weg, die Schulden abzubauen, die sie für ihr erneuertes Leitungsnetz angehäuft hat. Im Haushalt 2017 ist eine außerordentliche Tilgung, aber keine neue Kreditaufnahme vorgesehen.

Vorsitzender Winfried Franz machte bei der Sitzung des Zweckverbands im Gasthaus Glöckner auf die Notwendigkeit aufmerksam, den Zusammenschluss kleinerer Verbände voranzutreiben. Mit niedrigeren Fixkosten lasse sich der Abgabepreis in Grenzen halten. Die Wasserversorgung müsse als kostenrechnende Einrichtung ihre Ausgaben mit den Einnahmen decken.

Wasserwart Matthias Aures bestätigte eine gute Qualität des Trinkwassers in der Region. Die Nitratbelastung liege sowohl bei der Schmidtstadt-Gruppe als auch bei der Bachetsfeld-Gruppe weit unter den zulässigen Grenzwerten. Glyphosat sei fast nicht nachweisbar. Der Wasserverlust der Schmidtstadt-Gruppe von nur 2,8 Prozent veranlasste den Vorsitzenden Winfried Franz zu einem Lob auf die Arbeit der Wasserwarte.

Kämmerer Christian Link erläuterte den Haushaltsplan der Schmidtstadt-Gruppe. Er erwartet auf der Einnahmenseite im Verwaltungshaushalt Verbrauchsgebühren von 155 000 Euro. 53 250 Euro kommen als Erstattung von Personalkosten, weil der Wasserwart auch in anderen Verbänden eingesetzt wird. Aus dem Werkslieferungsvertrag mit der Gemeinde Hirschbach rechnet der Verband mit 17 100 Euro Einnahmen.

Neue Pumpen kommen

Für sein Personal gibt der Zweckverband 77 950 Euro aus. Wasser kauft er für 60 300 Euro ein, und der Unterhalt der Anlagen schlägt mit 29 000 Euro zu Buche. Neue Pumpen werden in Hauseck und Grasberg sowie im Hochbehälter München gebraucht. Die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft beläuft sich auf 11 100 Euro. Die Arbeit der Wasserwarte anderer Verbände vergütet die Schmidtstadt-Gruppe mit 8900 Euro.

In den Vermögenshaushalt fließen eine Entnahme aus den Rücklagen von 60 400 Euro, die Zuführung vom Verwaltungshaushalt mit 21 600 Euro und 2000 Euro an erwarteten Herstellungsbeiträgen. Diese Einnahmen erlauben einen außerordentlichen Schuldenabbau von 50 000 Euro, zusätzlich zur ordentlichen Tilgung von 6650 Euro. Der Erwerb von Grundstücken kostet 25 000 Euro. Rohrnetzerweiterungen werden mit 1000 Euro bewerkstelligt.

Rechenstift wird angesetzt

Nach dem Griff in die Rücklagen bleiben dort noch 30 000 Euro übrig. Durch die Tilgungen von insgesamt 57 000 Euro verringert sich der Schuldenstand bis zum Jahresende auf 61 000 Euro. Eine neue Beitrags- und Gebührenkalkulation ersetzt heuer die bisher letzte Berechnung aus dem Jahr 2008.

Die Haushaltssatzung bei einem Volumen von 293 250 Euro im Verwaltungshaushalt und 84 000 Euro im Vermögenshaushalt sowie die Finanzplanung bis 2020 akzeptierten die Verbandsräte einstimmig.

Das in der Verwaltungsgemeinschaft Neukirchen angestrebte Ratsinformationssystem dient künftig auch den Zweckverbänden. Es stellt nicht nur den Ratsmitgliedern Informationen zur Verfügung, sondern kann auch von der Bevölkerung genutzt werden.

Zu- und Abflüsse

2016 lieferte der Zweckverband Schmidtstadt-Gruppe 63 694 Kubikmeter Trinkwasser. Davon flossen 46 125 Kubikmeter an Privatleute im eigenen Gebiet, und an die Gemeinde Hirschbach verkaufte er 17 569 Kubikmeter.

Die Schmidtstadt-Gruppe bezog im Jahr 2016 18 457 Kubikmeter Trinkwasser von Neukirchen und 47 936 Kubikmeter von der Bachetsfeld-Gruppe. (ds)

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