29.11.2017 - 12:46 Uhr
EtzenrichtSport

Fußball: Interview mit Trainer Michael Rösch SV Etzenricht im Wellental der Gefühle

Mal hui, dann wieder pfui: Beim SV Etzenricht wechseln sich im bisherigen Saisonverlauf starke und schwache Phasen ab. Mit Eintritt in die Winterpause analysiert Trainer Michael Rösch das Auf und Ab im NT-Interview.

Zu viele Gegentore: Ein Manko, das Michael Rösch in der Frühjahrsrunde abstellen will. Unterm Strich ist der Trainer des SV Etzenricht aber mit dem bisherigen Saisonverlauf, auch angesichts der hochkarätigen Konkurrenz in der Landesliga Mitte, zufrieden. Bild: A. Schwarzmeier
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Herr Rösch, das 1:7 im letzten Heimspiel gegen Bad Kötzting war ein Desaster. Wie wichtig ist es für die Moral der Mannschaft, dass sie sich mit einem 3:2-Sieg in Donaustauf in die Winterpause verabschiedet hat?

Rösch: Das Heimspiel gegen Kötzting war ein indiskutabler Auftritt. Von daher war es für uns extrem wichtig, gegen Donaustauf dreifach punkten zu können. Wir haben in der Woche davor gut trainiert, viele Gespräche geführt. Unser Ziel war es, sich mit unserem wahren Gesicht in die Winterpause zu verabschieden. Die Einstellung der Jungs hat gegen Donaustauf zu 100 Prozent gepasst, wir sind als absolut geschlossenes Team aufgetreten und haben verdient gewonnen. Ich bin mächtig stolz auf die Jungs, dass sie am letzten Spieltag vor der Winterpause nochmal so ein Niveau abliefern konnten.

22 Spiele sind absolviert. Der SV Etzenricht geht mit einem Polster von 28 Punkten in die Restrunde. Stellt Sie die Ausbeute zufrieden?

Punktetechnisch ist das sicherlich okay. Wir sind in einer extrem starken Liga über dem Strich. Hier muss der Mannschaft auch mal Lob gezollt werden. Jedoch hatten wir viel zu viele Auf und Ab während dieser Hinserie. Wenn wir Spiele gewinnen, dann zu 90 Prozent zu Null in der Defensive. Verlieren wir allerdings, bekommen wir definitiv immer gleich zu viele Gegentore. Dies gilt es nach dem Winter abzustellen. Wir müssen Woche für Woche 95 Minuten lang ein ordentliches Level auf den Platz bringen.

Der SVE hatte mit 15 Punkten in den ersten 6 Spielen einen klasse Saisonstart. Im Umkehrschluss heißt das, dass ihr Team in den letzten 16 Spielen nur noch 13 von 48 möglichen Zähler gesammelt hat. Was sind die Gründe?

Wir sind sehr gut gestartet, das ist absolut richtig. Klar, wenn es einmal läuft, dann spielst du vieles einfach leichter runter. Die Punktausbeute im Herbst war dann aber definitiv zu wenig. Wir befinden uns in einer sehr ausgeglichenen Liga und haben es hier nicht geschafft, zu den notwendigen Zeitpunkten ein Erfolgserlebnis einzufahren, welches uns wieder das nötige Selbstvertrauen gebracht hätte. Und wenn, dann haben wir oftmals ein nicht so gutes Spiel folgen lassen. Es waren aber auch knappe Spiele dabei. Die hätten auch zu unseren Gunsten ausgehen können.

Sie haben vor der Saison gesagt, dass sich die Mannschaft weiterentwickeln soll. Eine flexiblere Spielweise, Verbesserungen im Spiel mit dem Ball, haben sie genannt. Hat diese Weiterentwicklung stattgefunden?

Wir haben uns hier sicher weiterentwickelt. Des öfteren haben wir zwischen einem 4-1-4-1 und einem 4-2-3-1 gewechselt. Vor allem zu Beginn der Saison haben wir richtig guten Ballbesitzfußball gezeigt und Spieler auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt. Zu Ende hin haben wir uns, was auch die Spiele erfordert haben, eher auf ein schnelles Umschaltspiel aus einer kompakten Defensive heraus fokussiert.

Der SV Etzenricht hat im 18er-Feld den neuntbesten Sturm, aber die viertschlechteste Abwehr. Woran liegt es, dass man im Schnitt in jedem Spiel zwei Gegentreffer kassiert?

Wie bereits angesprochen haben wir zu viele Gegentore bekommen. Das ist ganz klar und auch nicht wegzudiskutieren. Einige Spiele haben wir aufgrund leichter Fehler verloren. In der Liga wird das heuer gnadenlos bestraft. Aber es liegt nicht an der Defensive, die komplette Mannschaft muss in erster Linie extrem gut gegen den Ball arbeiten. In den Spielen, in denen wir das hinbekommen haben, haben wir auch gut ausgesehen beziehungsweise gewonnen.

Der SV Etzenricht könnte noch beruhigter in die Frühjahrsrunde gehen, wenn da nicht die deutliche Heimschwäche mit nur 12 Punkten in 11 Spielen wäre. Auswärts sind es deren 16. Tun sich ihre Spieler schwer, vor eigenem Publikum das Heft in die Hand zu nehmen?

In den vergangenen Jahren hat uns eine Heimstärke ausgezeichnet. Heuer ist das ein Stück weit anders herum. Vor allem für unsere zahlreichen Fans ist das natürlich eine unschöne Situation. Hier müssen wir zulegen. Viele Mannschaften beschränken sich auswärts auf lange Bälle. Wenn du dann das Spiel in die Hand nehmen musst, ist es eben nicht so leicht.

Vor der Saison haben sie sich die 40-Punkte-Marke im Kampf gegen den Abstieg als Ziel gesetzt. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Mannschaft diese erreicht?

Ich bin fest davon überzeugt, dass der SV Etzenricht auch 2018/19 in der Landesliga spielt. Die Mannschaft ist extrem willig, charakterlich einwandfrei, alles richtig gute Kicker. Daher werden wir das gesetzte Ziel erreichen. Wichtig wird sein, dass wir gut aus dem Winter raus kommen.

Ein Ausblick auf die Saison 2018/19: Werden Sie weiter als Trainer beim SV Etzenricht an der Seitenlinie stehen?

Nach der doch aufregenden Hinserie mit schweren letzten Wochen haben sich alle eine Pause verdient. Von daher hat es diesbezüglich noch keine Gespräche gegeben, was aus den genannten Gründen aktuell aber auch zu früh wäre.

Wenn wir Spiele gewinnen, dann zu 90 Prozent zu Null in der Defensive. Verlieren wir allerdings, bekommen wir definitiv immer gleich zu viele Gegentore.Michael Rösch, Trainer des SV Etzenricht

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