Tolle Moral und gute Laune
Etzenricht dreht Partie gegen den TSV Bad Abbach

Schöner Einstand für den SV Etzenricht in die neue Runde der Landesliga Mitte. Einen 0:2-Pausenrückstand drehte die Rösch-Elf am Samstag doch noch in einen 4:2-Erfolg. In dieser Szene feiert der Torschütze zum 2:2, Maximilian Geber (links), mit André Klahn seinen Treffer. Mit diesem Sieg hat Etzenricht wohl auch die Geschichte vom Angstgegner aus der Welt geschaffen. Die Bad Abbacher zählten bisher nicht unbedingt zu den Lieblingskontrahenten der Rösch-Mannschaft. Am Mittwoch geht es für den SVE in Ettmann
Sport
Etzenricht
16.07.2017
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Zur Pause scheint schon alles gelaufen. Viele beim Landesligisten SV Etzenricht rechnen schon mit einem Fehlstart. Allerdings nicht Spieler und Trainer.

Die Fans des SV Etzenricht feierten zum Saisonauftakt den Heimsieg und freuten sich insbesondere, weil die Mannschaft nach der Pause die notwendigen Zeichen setzte. Denn 45 Minuten lang gestaltete der TSV Bad Abbach, ohnehin seit Jahren ein Angstgegner, das Duell klar dominierend. Mit geschickter Spielverlagerung, mit wirkungsvoll dosiertem Pressing, schnellem Umschaltspiel über die Flügel war das 2:0 für die Gäste beim Seitentausch auch hochverdient. "Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten positive Aggressivität zeigen, eng an den Gegnern dran sein und mit spielerischen Lösungen zu Tormöglichkeiten kommen", sagte SV-Trainer Michael Rösch. Das Vorhaben ging in dieser Phase schief, zahlreiche Pässe landeten im Nichts und die Zweikämpfe gingen an den TSV.

Ins eigene Tor

Keine 10 Minuten lief die Partie bis zum 0:1. Ein verunglücktes Zuspiel machte den Weg über die linke Flanke frei und Florian Folger war mit der Stiefelspitze einen Tick schneller als Helmut Jurek am Ball. Über die rechte Abbacher Außenbahn entwickelte sich in ähnlicher Weise das 2:0. Urban Wazlawik schoss flach in den Strafraum und die als Rettungsversuch gedachte Grätsche beförderte den Ball ins eigene Tor. Luca Wittmann im SV-Tor hatte beide Male keine Gelegenheit einzugreifen. Beim TSV zog Routinier Rudi Bartlick, verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz, das Spiel an sich. Sein Treffer (42.) nach einem Freistoß wurde wegen Abseitsstellung nicht anerkannt. Ein stückweit ausgleichende Gerechtigkeit, denn auf Signal des Assistenten entschied der Referee auch in der 12. Minute auf Abseits, als Timo Nürnberger eine Freistoßvorlage im TSV-Tor versenkt hatte.

Gelb-Rote Karte

"Ich bin maßlos enttäuscht", oder "die zweite Halbzeit haben wir eine desolate Vorstellung gegeben, das war gar nichts", waren die Auszüge aus dem Statement von TSV-Trainer Stefan Wagner zum weiteren Verlauf der Begegnung. Deutlich macht den Rückschritt im Gästeteam die Tatsache, dass nach dem Wechsel bis zur 62. Minute drei Gelbe und eine Gelb-Rote Karte verhängt wurden. Vielleicht forderte auch das zuvor hohe Tempo Tribut, denn der Anschlusstreffer kam "mit Ansage", war Folge des Drucks in Richtung Gästetor.

Belebend wirkte sich auch die Einwechslung von Ibrahim Devrilen beim SV aus. Das 1:2 bereitete Andreas Koppmann mit einer Maßflanke vor, Martin Pasieka stieg hoch und vollendete mit der Stirn. Pasieka und Devrilen schufen den Raum zum 2:2, Matthias Dietl ließ den Ball durch und Maximilian Geber platzierte aus dem Rückraum kommend genau. Beim 3:2 brannte es im Abbacher Strafraum. Dietl spielte eine kurze Abwehr in Richtung Elfmeterpunkt, Pasieka traf die Latte und Devrilen hechtete das zurückspringende Spielgerät per Flugkopfball zum Führungstreffer in die Maschen. Damit nicht genug: Ideal getimt, bediente Geber Torjäger Pasieka und dieser vollendete ganz abgeklärt zum Endergebnis. Auf der Gegenseite musste Luca Wittmann (78.) bei einem Flachschuss zupacken.

15 Prozent draufgelegt

"Die Aufarbeitung in der Halbzeit hat uns weiter gebracht, jeder Einzelne hat 15 Prozent draufgelegt, wir waren fleißig, gingen weite Wege und haben Druck verursacht, so dass das Ergebnis über die 90 Minuten her extrem verdient ausfiel", kommentierte Michael Rösch die Wende.

SV Etzenricht 4:2 (0:2) TSV Bad Abbach

SV Etzenricht: Wittmann, Graßl, Koppmann, Pasieka, Herrmann, Dietl (86. Moucha), Pötzl (52. Ibrahim Devrilen), Geber, Nürnberger, Klahn (77. Göbl), Jurek

TSV Bad Abbach: Räuschl, Lang (65. Gueye), Schlagbauer, Bartlick, Wazlawik (46. Schöppl), Folger (80. Eller), Fischer, Haltmayer, Doblinger, Sisko, Liebl

Tore: 0:1 (10.) Florian Folger, 0:2 (25./Eigentor) Stephan Herrmann, 1:2 (55.) Martin Pasieka, 2:2 (64.) Maximilian Geber, 3:2 (68.) Ibrahim Devrilen, 4:2 (79.) Martin Pasieka - SR: Philipp Götz (Ettmannsdorf) - Zuschauer: 330 - Gelb-Rot: (63.) Pascal Haltmayer (TSV) wiederholtes Foulspiel - Zuschauer: 330
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