06.02.2018 - 14:40 Uhr
Etzenricht

50 Jahre Patenschaft zwischen Etzenricht und Algund Gleich ein Kracher zum Auftakt

Vor 50 Jahren schlossen der Etzenrichter Bürgermeister Ludwig Meier und sein Algunder Kollege Hans Gamper eine Patenschaft zwischen den Gemeinden. Heuer wird in beiden Orten "goldene Hochzeit" gefeiert. Unter anderem mit einem fulminanten Auftritt der Südtiroler Theatergruppe.

Tante Edith beruhigt Emil, der den ganzen Aufregungen zur Silberhochzeit nicht gewachsen zu sein scheint.
von Autor WLRProfil

Die Aufführung der Steinachbühne aus Algund darf man als Auftaktveranstaltung eines besonderen Jubiläumsjahres sehen. Maria Smola von den Etzenrichter Laienspielern pflegt ganz besonders die Beziehung zwischen den Theatergruppen und organisierte den Auftritt in Etzenricht.

Karten gab es schon lange nicht mehr, denn die Algunder auf der Etzenrichter Bühne zu haben, ist schon ein besonderes Erlebnis. Die Gruppe gab die Komödie "Die Silberhochzeit - lieber einen Mann als gar keinen Ärger" im Untersaal der katholischen Kirche zum Besten.

Es beginnt an einem Sommertag, an dem im Wohnzimmer der Familie Fetzer doch tatsächlich noch der Weihnachtsbaum steht. Die Wohnung versinkt im Chaos, denn die Umgebung des Christbaums hat Emil (Erwin Oberhuber), der Herrn des Hauses, zum Sperrgebiet erklärt. Schließlich steht ein Fass Bier auf dem Spiel, das Emil erhält, wenn es sein Baum länger aushält als der seines Freundes Oswald (Hansjörg Hölzl). Und mitten in den Streitereien um den Baum und im seit 25 Jahren nicht mehr tapezierten Wohnzimmer keimt bei Emil und seiner Frau Betty (Ully Geier) der Verdacht, man könne in einer Woche Silberhochzeit haben.

Doch in welchem Jahr war "Kriegsbeginn"? Die "Sterbeurkunde" ist nicht zu finden, das "Fangeisen" geht nicht vom Finger und auch Oswald, der den Fehler seines Lebens im gleichen Jahr wie Emil begangen hat, kann sich lediglich erinnern, dass es im besagten Jahr auf dem Feuerwehrfest Schaschlik gab. Der Verdacht wird zur Gewissheit. Die Silberhochzeit steht vor der Tür. Betty und Oswalds Frau Helga (Maria Malleier) wollen groß feiern und erwarten Geschenke, doch die Männer sind der Meinung, ein Obstkuchen und eine Tasse Kaffee wären völlig ausreichend. Die Enttäuschung ist groß. Bei Helga und Betty fließen die Tränen und Emil gerät in Panik, als Betty die Anreise der Erbtante Edith (dargestellt von der 83-jährigen Luise Christanell) verkündet.

Schnell wird allen klar, dass man den Erwartungen der Erbtante wohl in keiner Weise gerecht werden wird. Denn Betty hat in ihren Briefen an Tante Edith ihr Familienleben so dargestellt, wie sie es sich immer erträumt hat: Sohn Stefan (Mathias Waldner) ist angeblich Zahnarzt. Die Familie verkehrt in höherer Gesellschaft. Und der sein Sofa und Bier liebende Emil ist der angesehenste Bürger der Gemeinde.

Nun ist guter Rat teuer, schließlich baut Emils gesamte Altersvorsorge auf Erbtante Edith. Die Silberhochzeit steigt also genauso wie Betty es sich erträumt hat. Unter Mithilfe von Nachbarn und Freunden wird für Tante Edith ein wahres Theaterstück inszeniert. Tosender Applaus waren für die Darsteller der schönste Lohn, wobei Maria Smola auch noch Geschenkkörbe vorbereitet hatte, unter anderem gefüllt mit Spezialitäten wie Fisch und Honig, die sich im Etzenrichter Wappen wiederfinden.

Unter den Besuchern waren Bürgermeister Martin Schregelmann und Hans Beutner, viele Gemeinderäte und Algunds "Außenminister" Josef Haller mit seiner Schwester Astrid. Der Gegenbesuch der Laienspieler ist am 10. März.

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