Algund und Etzenricht feiern 50 Jahre Patenschaft
In Etzenricht fast wie dahoam

Die beiden Bürgermeister Martin Schregelmann aus Etzenricht und Uli Gamper aus Algund (vorne, von links) beim Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Etzenricht. Mit Algund verbindet die Oberpfälzer seit 50 Jahren eine herzliche Partnerschaft, vor allem aber eine Freundschaft. Bild: eig
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Etzenricht
10.04.2018
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Seit 1968 fahren Etzenrichter zu allen möglichen Veranstaltungen nach Algund, und umgekehrt sind Algunder bei fast allen größeren Ereignissen in Etzenricht zu Gast. Das 50. Jahr dieser seltenen Partnerschaft zwischen zwei so kleinen Orten ist nun gefeiert worden.

Die amtierenden Bürgermeister waren noch Kinder, als die Patenschaft zwischen der heute etwa 5000 Einwohner zählenden Kleinstadt Algund bei Meran und Etzenricht mit seinen etwa 1600 Einwohnern geschlossen wurde. Algunds derzeitiger Bürgermeister Uli Gamper sagte bei der Jubiläumsfeier im Jugendheim, ihm sei diese Partnerschaft in die Wiege gelegt worden. Er fühle sich mittlerweile in Etzenricht "fast wie dahoam".

Mehr als Freundschaft

Gampers Vater Hans hat die Partnerschaft als damaliger Bürgermeister mitbegründet, der Sohn hat das, wie er sagte, hautnah miterlebt. Diese Partnerschaft sei immer mehr eine Freundschaft zwischen Menschen gewesen; Menschen, die "die gleiche Sprache sprechen, die gleichen Gedanken haben".

Auch Bürgermeister Martin Schregelmann unterstrich, wie sehr diese Patenschaft von den Freundschaften der Beteiligten lebe. Von der Freundschaft zwischen Vereinen und Verbänden, vor allem aber auch von ganz persönlichen Freundschaften.

"Ein Grund dafür ist sicherlich die ähnliche Mentalität und die gleiche Muttersprache, die uns alle verbindet", sagte Schregelmann. Durch den Ausbau der Straßen sei man heute in vier bis fünf Stunden in der Partnerstadt, früher habe man die doppelte Fahrzeit einplanen müssen.

Einen Rückblick auf die 50 Jahre gab Altbürgermeister Herbert Dorner, der daran erinnerte, dass die Patenschaft ursprünglich einer Sternfahrt des ADAC Weiden entsprungen war. Immer wieder wurde an den Tischen geschmunzelt, etwa dann, wenn Dorner von geselligen Abenden erzählte, bei denen die Oberpfälzer erste Kontakte mit dem Südtiroler Wein hatten.

Einmal im Jahr Algund

In beiden Orten gibt es inzwischen Straßen, die den Namen des jeweiligen Patenortes tragen. In den 50 Jahren der Partnerschaft sei "fast jeder Etzenrichter schon einmal in Algund gewesen", sagte Dorner. Für viele sei es Pflicht, wenigstens einmal im Jahr nach Algund zu fahren, manche Familien hätten es schon auf über 100 Besuche gebracht. Den einsamen Rekord hält aktuell der Etzenrichter ADAC-Vorsitzende Gerhard Haubner, der bisher 168 Fahrten nach Algund unternommen hat.

Dorner fasste seinen Rückblick zusammen mit den Worten: "Willst du viele Etzenrichter sehen, musst du auf den Markt nach Meran gehen." Im August findet eine Fahrradtour von Algund nach Etzenricht statt, im Oktober wird die Patenschaft noch einmal in Algund gefeiert.
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