Erfolgreiches Beispiel, wie durch Qualifizierung sowohl einem Betrieb, als auch einem ...
Mit der Arbeitsagentur gegen den Fachkräftemangel

Ein Beispiel mit Vorbildcharakter: Ralf Holtzwart, Vorsitzender der BA-Regionaldirektion Bayern (hinten, Dritter von links) mit Richard Murr vom Arbeitgeberservice, Arbeitsagentur-Chef Thomas Würdinger und Firmenchef Christian Widmann (von links). Dank des Förderprogramms lernen Daniel Lang (vorne links) und Christian Zeh den Beruf des Bauwerksmechanikers. Bild: sbü
Wirtschaft
Etzenricht
11.10.2017
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Ein kleiner Betrieb in Etzenricht sucht seit Jahren vergeblich Fach- oder Nachwuchskräfte für einen körperlich extrem anstrengenden Bauberuf. Er trägt den Namen Bauwerksmechaniker für Abbruch- und Betontrenntechnik. Von diesen Spezialfachkräften gibt es in ganz Deutschland nur sehr wenige. Der Nachwuchs wird in einer einzigen Berufsschulklasse zentral in Gelsenkirchen beschult. Doch für die zunehmenden Aufträge im Bereich Bau- und Denkmalsanierung, dem Spezialbereich der Firma Betonbohrungen Peter Feihe e. K., fehlen die Fachkräfte. Längst sind die acht Mitarbeiter der Firma bis an die Grenze ihrer Kapazität ausgelastet.

"Für uns gilt: ,Keine Fachkräfte, keine Arbeit'", sagt Izabela Widmann, Ehefrau des Betriebsinhabers Christian Widmann. Eine unkonventionelle Lösung war erforderlich. Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit in Weiden hatte eine Idee. "Wir könnten den Arbeitssuchenden Daniel Lang, einen 29-jährigen Helfer, der vorher im Metallbereich und als Parkettleger beschäftigt war, zum Bauwerksmechaniker qualifizieren," schlug Richard Murr vom Arbeitgeberservice vor. Der neue Mitarbeiter begann vor einem Jahr die Ausbildung als Bauwerksmechaniker. Das Förderprogramm "WeGebAU" der Arbeitsagentur machte dies möglich.

An der Berufsschule in Gelsenkirchen lernte Lang einen 27-jährigen Mitschüler aus Niedersachsen kennen. Dieser hörte von den attraktiven Ausbildungsbedingungen im Förderprogramm und begann - nach einer Erprobungsphase als Helfer - im Etzenrichter Betrieb im September dieses Jahres ebenfalls seine Fachausbildung.

Ralf Holtzwart, Geschäftsführungsvorsitzender der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA), kam wegen des beispielgebenden Charakters dieses Falles eigens von Nürnberg nach Etzenricht. "Wir wollen den Schatz bei denen heben, die das Potenzial für mehr haben," erklärte Holtzwart. Der oberste Chef der bayrischen Arbeitsagenturen forderte deshalb die Betriebe auf, das Förderprogramm WeGebAU noch viel stärker zu nutzen als bisher. "Die vorhandenen Haushaltsmittel dafür werden noch viel zu wenig ausgeschöpft." Den Statistiken der BA zufolge gibt es im Arbeitsagenturbezirk Weiden gerade einmal 72 Förderfälle dieses Programms. Die größte Gruppe darunter bilden Umschulungen zum Altenpfleger. Die Statistik zeigt auch, dass sich die Förderfälle in den vergangen Jahren nur geringfügig erhöht haben. Um das Potenzial für Weiterqualifizierung aufzuzeigen, verweist Holtzwart auf die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz von 10,9 Prozent bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Jahre 2016. Die Vergleichsquote bei Personen mit abgeschlossener Ausbildung beträgt 2,3 Prozent: "Die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt gelingt nur über eine Qualifizierung, um der Nachfrage der Unternehmen gerecht zu werden".
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