10.09.2017 - 18:24 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Open Air des Rotary Clubs mit über 140 Gästen Melancholie im Burghof

"Intercity Meetings" dienen der Kontaktpflege der Rotary Clubs untereinander, der Kultur, dem geselligen Beisammensein und dem guten Zweck. Das funktioniert auch im Stiftland bestens - dank einer charmanten Botschafterin mit Oberpfälzer Wurzeln.

Was eine echte Oberpfälzerin ist, hält auch ein Open Air mit winterlichen Temperaturen aus: Phela aus Gumpen hat mit ihren melancholischen Songs und ihrem einfühlsamen Geigenspiel die Herzen der Rotarier aus sieben Clubs erwärmt. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Seit 2009 haben die Stiftländer Rotarier kein solches Meeting mehr veranstaltet. Bis vergangenen Freitag. An diesem Abend gaben ihnen Freunde aus sechs benachbarten Clubs die Ehre mit ihrer Anwesenheit auf der Burg Falkenberg. Die über 140 Gäste erlebten die Songwriterin Phela aus Gumpen als erfolgreiche Newcomerin der Extraklasse.

Es war ein Wagnis und für Uschi Huber am Ende ein doppelter Erfolg. Die neue Präsidentin des Rotary Clubs hatte zum "Intercity Meeting" eingeladen. Sie stellte sich für die Benefizveranstaltung zugunsten des Jugendmedienzentrums T1 Falkenberg ein Open Air vor - und sie bekam ein Open Air. Wenngleich die Witterungsverhältnisse auf dem Burghof alles andere als einladend waren.

"Wir haben überlegt, ob wir ins Kongresszentrum ausweichen. Aber dann wäre das schöne Flair kaputt gewesen", erklärt Uschi Huber. Freilich waren die Gäste schon im Vorfeld gebeten worden, sich warm anzuziehen und Decken mitzubringen. Das schicke "kleine Schwarze", High Heels und schulterfreie Garderobe mussten diesmal zu Hause bleiben. Dennoch kamen mehr Gäste als erwartet, so dass anfänglich ein wenig fürs Dinner improvisiert werden musste. Die Rotarier aus den Clubs Fichtelgebirge, Cheb, Salzburg-Altstadt, Weiden, Weiden Max Reger und Fürth, die von Uschi Huber allesamt herzlich begrüßt wurden, rückten eben für die unerwarteten Neuankömmlinge ein wenig enger zusammen. Sie genossen einen romantischen Abend der Extraklasse vor traumhaft beleuchteter Burgkulisse.

Konzerte in fünf Ländern

Die Club-Präsidentin hielt sich mit ihrer Rede kurz, um den schönsten Programmpunkt nicht hinauszuzögern. Denn Songwriterin Phela stand bereits oben auf dem "Konzerthügel" der Burg und stimmte ihre Geige. "Sie sehen, ich bin kurzärmelig und ich versuche es weiter. Ihr sollt das Gefühl haben, es ist mitten im Sommer", sagte die junge Sängerin aus Gumpen, die erst wenige Tage vorher mit einer Tournee durch fünf Länder und 36 Konzerten ihr erstes großes Jahr als Komponistin und Songwriterin erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Zwar sei das Abschlusskonzert schon gewesen, meinte Phela. "Aber wir machen das hier noch einmal zum Abschlussabend unserer Tournee!"

Die Tochter des Künstlers Jeff Beer hat bereits mit vier Konzerten in der Heimat (zwei in Falkenberg und zwei im Kunsthaus Waldsassen) bewiesen, dass sie Potenzial hat für die ganz großen Bühnen. Im Burghof zeigte sie ein weiteres Mal mit ihren einfühlsam-melancholischen Liedern und ihrer grandios eigenwilligen Art, die Geige zu streichen, welch außergewöhnliches Talent sie in sich trägt. Bei eiskaltem Wetter wärmte Phela ihrem Publikum die Herzen mit Songs über einen Neubeginn ("Alles auf Anfang"), über die Träume der Menschheit ("Wofür brennst du?"), über die Einsamkeit der Seele, über die Liebe zum Partner und zum Leben. Zwischendurch war Phela mittendrin. "Hier bin ich ja hoch oben über dem Dorf. Das ist die höchste Bühne, auf der ich bisher stand", war sie begeistert von der Burgatmosphäre und dem Auftritt in der Heimat, was ihr sehr viel wert sei. Spontan ließ sie ihr Mikrofon stehen, nahm ihre musikalischen Begleiter, Moritz und Roman mit und sang unplugged mitten unter den Zuhörern weiter.

Unplugged in der Burg

Ob der Kälte ließ es Phela etwas früher ausklingen. Genau zum richtigen Zeitpunkt, um Uschi Huber Gelegenheit zu geben, die Gäste "ins Haus" zu bitten. "Und bitte zügig, weil es bald 22 Uhr ist und wir die Nachbarn nicht stören dürfen", forderte sie lachend ganz nach Schulrektorinnen-Art zum gemütlichen Beisammensein in den drei Burgsälen auf.

Gerne verteilten sich die Rotarier in der Ritter-, Kapitel- und Wächterstube, wo eine Cocktailbar, ein Weinausschank, eine Whiskeyverkostung mit Gregor Schraml aus Erbendorf und zur späten Stunde ein Unplugged-Auftritt von Jeff Beer an der Trommel gemeinsam mit seiner Tochter Phela warteten. Mit derart vielen Annehmlichkeiten war der etwas äußerlich kühle Beginn schnell vergessen. Die Rotarier feierten das Comeback ihres "Intercity Meetings" bis in die frühen Morgenstunden hinein.

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