20.08.2014 - 00:00 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Bohrarbeiten für Aufzugschacht laufen an Mit Getöse in den Burgfelsen

Steter Tropfen höhlt den Stein. Jedoch nicht in Falkenberg. Hier dient das Wasser nur dazu, den Staub zu binden, den Bohrer im XXL-Format aufwirbeln. Diamantbesetzte Bohrmeißel fressen sich Millimeter für Millimeter in den harten Burgfelsen. Doch das sind nur Vorarbeiten für die eigentlichen Bohrungen.

Fachkräfte bringen schweres Gerät in der Schwaige in Stellung. Sie müssen das an einem Kran hängende Bohrgestänge exakt justieren. Auf der Hebebühne weiter oben am Burgfelsen arbeiten Tunnelbauer mit mobilen Pressluftbohrern. Bild: hd
von Harald Dietz Kontakt Profil

Die sollen Platz schaffen für einen Schacht im Burgfelsen - 20 Meter tief, etwa sechs Meter lang und drei Meter breit. Hier entsteht im Zuge der rund 6,5 Millionen teuren Sanierung von Burg Falkenberg ein zweiter Fluchtweg. Neben einem Aufzug windet sich vom Eingang in der Schwaige einmal eine Treppe in den künftigen repräsentativen Empfangsbereich hoch.

Geduld gefragt

Der Lärm ist enorm. Trotz ständiger Wasserzufuhr sind Fels und Burggemäuer mit einer dicken Staubschicht aus pulverisiertem Granit bedeckt. Multimonster steht auf dem großen Lastwagen, der einen Kranausleger mit einem drei Meter langen Bohrgestänge trägt. Per Fernsteuerung justieren Arbeiter den XXL-Bohrer. Dann ist Geduld gefragt. Nur langsam dringt die faustdicke Bohrkrone ins Gestein ein. Zwei weitere Kräfte einer Spezialfirma aus Kufstein hängen weiter oben mit ihrer Arbeitsbühne wie Spechte am Burgfelsen. Mit Bohrern etwas kleineren Kalibers schaffen sie Löcher.

"Hut ab, die leisten Top-Arbeit", freut sich Bürgermeister Herbert Bauer bei einem Besuch auf der Baustelle in der Schwaige. "Dieser Teil der Burgsanierung stellt die größte Herausforderung dar." In zehn bis zwölf Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Sechs Meter tief

Drei Wochen sind für das Setzen der etwa 70 überwiegend horizontalen Bohrlöcher eingeplant, erzählt Bauer. "Die reichen bis zu sechs Meter tief in den Felsen." Nächster Schritt: In die Löcher kommen riesige Dübel aus Edelstahl, die nach Auskunft des Bürgermeisters mit Spezialbeton verpresst werden. Warum der Aufwand? "Das ist notwendig, um die teilweise zerklüfteten Felsen zu stabilisieren." Bauer: "Es erinnert etwas an das Plombieren eines Zahns."

Erst im Anschluss könne mit der eigentlichen Schachtbohrung begonnen werden, erläutert Herbert Bauer. Erneut werden dann Bohrlöcher ins Gestein getrieben - diesmal senkrecht. Per Hand oder Fließzement, der sich ausdehnt, werde das Gestein zum Abplatzen gebracht - Stück für Stück, 20 Meter tief.

Weitere Spenden nötig

Über 400 000 Euro kostet die Bohr-Aktion. Nicht nur für die Treppe, für die eine Art Baustein-Aktion läuft, kann Bürgermeister Bauer deshalb weitere Spenden gebrauchen. In der Burg - eventuell auf einer Tafel - würden einmal alle Spender, die größere Beträge gegeben haben, verewigt, verspricht Herbert Bauer. Besonders freute ihn kürzlich beim Bürgerfest eine Spende eines Auswärtigen, der ihm 1000 Euro für die Burg zusteckte. Herbert Bauer: "Und er versicherte, das noch ein weiterer Tausender folgt."

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