Aus dem Falkenberger Marktrat
Skulpturenwerbung für Zoigl

Mit der Höhe der Skulptur könne man sich anfreunden, signalisierten die Markträte. Ob, beziehungsweise wo, das Kunstwerk aufgestellt werden soll, blieb bei der Sitzung offen. Die Entscheidung wurde auf eine Sondersitzung Anfang Januar vertagt. Im Bild von rechts Heribert Bäumler und Norbert Neugirg. Bild: wro
Politik
Falkenberg
27.12.2016
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Seit 2005 ist "Echter Zoigl vom Kommunbrauer" eine eingetragene Marke. Kopien aus anderen Regionen hinterlassen bei den Kommunbrauern einen bitteren Nachgeschmack. Kunstobjekte in den fünf Kommunbrauorten sollen den echten Zoigl noch mehr in den Vordergrund rücken.

Um für das geplante Alleinstellungsmerkmal wortgewandt die Werbetrommel zu rühren, waren Norbert Neugirg, Chef der "Altneihauser Feierwehrkapell'n", und Heribert Bäumler vom Bayerisch-Böhmischen Kulturverein Bohéme Amberg zur Gemeinderatsitzung im Rathaus angereist. Ein Modell des Falkenberger Kunstprojekt-Entwurfs, dessen fünfteilige Serie von der Entstehung des Zoigls bis hin zum Ausschank erzählt, hatten die beiden Referenten schon mal mitgebracht. Die "Landmarken", wie Norbert Neugirg den Skulpturen-Reigen auch nannte, sollen in den Zoigl-Hochburgen Eslarn, Neuhaus, Windischeschenbach, Falkenberg und Mitterteich ihren künftigen Platz finden.

Falkenberger "Urigkeit"

Nach Auskunft Bäumlers haben Eslarn und Mitterteich bereits ihre Zustimmung signalisiert. Vor wenigen Wochen habe man auch in Windischeschenbach und Neuhaus positiv darüber entschieden. Falkenberg als Zoigl-Hochburg des Stiftlandes wolle man - schon wegen der "Urigkeit" - auf jeden Fall mit im Boot haben. Obwohl die einzelnen Objekte unterschiedlich seien, kämen in allen bestimmte Merkmale, etwa ineinandergreifenden Hände, immer wieder vor. "Die Hände sind ein Zeichen für die Arbeit, die dahintersteckt und dafür, dass das Bier handgemacht ist", erklärte Neugirg. "Wer braucht schon ,Craft Beer'? Bei uns gibt es das schon seit Hunderten von Jahren."

Der Tagesordnungspunkt gestaltete sich trotz Neugirgs Redekunst zu einer zähen Angelegenheit. Wo die Falkenberger Ausgabe der 4,50 Meter hohen Zoigl-Skulptur mit dem markanten Zoiglkrug einmal stehen wird und ob sich die Marktgemeinde daran überhaupt beteiligt, blieb im Sitzungssaal des Falkenberger Rathauses bis zuletzt völlig offen.

Neugirg und sein Mitstreiter ließen nichts unversucht, den Markträten die auf einem Stern stehende Skulptur so schmackhaft wie nur möglich zu machen. "Uns ist das Projekt sehr wichtig, man muss sich von Nachahmern absetzen können", fügte Bäumler hinzu. Gleichzeitig versicherte er der Marktgemeinde, dass der Kulturverein zehn Prozent der Gesamtinvestition übernehmen werde. 70 Prozent der Kosten seien förderfähig. "Die Skulpturen sind auch ein Werbeträger und ein markantes Zeichen für den Tourismus. Wer eine gesehen hat, wird auch die anderen sehen wollen", warben Neugirg und Bäumler und ergänzten: Den Standorten der Skulpturen folgend, wolle man den Verlauf des Zoigl-Radweges entsprechend neu festlegen. Begleitend dazu sei auch eine Broschüre in Vorbereitung.

Die Kosten

Die Markträte ließen sich noch zu keiner zustimmenden Aussage hinreißen, war bis dato auch noch nicht über die Kosten gesprochen worden. Diese bezifferte Bäumler mit etwa 50 000 bis 55 000 Euro pro Skulptur. Den Rest des gedeckelten Kostenanteils (laut Bäumler 11 000 Euro nach Berücksichtigung der Fördergelder) müssten die Gemeinden jedoch selber aufbringen.

Alle Register gezogen

Neugirg zog alle Register seines Rede-Könnens, ließ nichts unversucht die Plastik ins rechte Licht zu rücken. Umsonst. Schließlich gab man sich geschlagen, die "Werbetrommeln" wurden wieder eingepackt. Die Muster-Skulptur jedoch ließ man zur Ansicht vorsorglich hier.

Die Entscheidung über eine Falkenberger Zoigl-Skulptur wurde auf eine bereits anberaumte Sondersitzung Anfang Januar verschoben. Ob Falkenberg künftig mit oder ohne Skulptur oder gar mit einem Bierbrunnen für seinen Zoigl wirbt, wird sich dann zeigen. Bis dahin soll auch eine etwaige Standortentscheidung gefallen sein.

Wer eine gesehen hat, wird auch die anderen sehen wollen.Norbert Neugirg
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