Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht bei CSU Falkenberg
"Betrug wie Betrug bestrafen"

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht (hinten links) stellte sich bei "Jetzt red i" im "Goldenen Stern" allen Fragen und blieb keine Antwort schuldig. Moderiert wurde die Veranstaltung von CSU-Ortsvorsitzendem Matthias Grundler (hinten rechts). Bild: wro
Politik
Falkenberg
05.09.2017
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Ein wenig Wahlkampf muss schon sein. Dafür sorgen auch die auf den Wirtshaustischen ausliegenden Broschüren und Flyer. Wirklich gekämpft wird beim "Jetzt red i"-Abend mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht aber nicht. Interessant ist die CSU-Veranstaltung dennoch.

Nach einer stärkenden Brotzeit durfte munter gefragt, nachgebohrt und auch die Meinung gesagt werden. Beim Treffen mit MdB Albert Rupprecht im Gasthof "Zum Goldenen Stern" konnte jeder seinen Standpunkt kundtun. Europapolitik oder "große Themen" waren nicht gefragt. Dafür brannten den Falkenbergern andere Dinge auf den Nägeln. Moderator Matthias Grundler hatte aber keine Mühe, die Diskussionen geregelt zu lenken.

In aller Sachlichkeit wurde zum Beispiel der Fall wiederholt befristeter Arbeitsverträge beim Staat angeschnitten und dabei die Frage gestellt, ob dies nicht anders, also mit festen Verträgen, zu lösen sei. Die Unsicherheit, ob man übernommen werde oder nicht, belaste. Auch Pädagogen würden regelmäßig auf eine harte Geduldsprobe gestellt. "Es geht nicht an, dass man Leute, die Leistung bringen, immer wieder vertröstet", lautete die an Albert Rupprecht gestellte Kritik, der sich das notierte. Ebenso auch die deutlichen Worte, die er sich in Sachen Straßenausbaubeiträge anhören musste. "Sie belasten den Geldbeutel. Ich halte sie für ungerecht", betonte ein Besucher der CSU-Veranstaltung und fügte hinzu: "Diejenigen, die die Straßen beschädigen, machen sich aus dem Staub. Der Anlieger muss dafür aufkommen." Dass man - nicht zum ersten, sicher auch nicht zum letzten Mal - das Thema geplante Stromtrassen auf den Tisch brachte, musste den Abgeordneten nicht weiter verwundern, schließlich bleibt das Für und Wider Dauerthema in Falkenberg und in den Dörfern rundherum. Rupprecht, der sich auch mit den Hintergründen und der weiteren Vorgehensweise beim Dieselskandal zu befassen hatte, musste sich wohl oder übel das Wort "Versagen" anhören. Man habe sich der Autolobby gebeugt, wurde geklagt. "Man muss Betrug auch wie Betrug, vor allem aber mit allen Konsequenzen bestrafen", meinte Rupprecht. Es leuchte ihm ein, dass Dieselautos gerade bei den Pendlern in der Region eine wichtige Rolle spielten. Mit einer Lösung könne er aber nicht aufwarten. Aber er wolle sich gerne beim Verkehrsminister für die Interessen der Pendler und Dieselfahrer vor Ort stark machen und die Argumente der ländlichen Bevölkerung vorbringen, so Albert Rupprecht. Er erklärte: "Ich weiß nicht, ob wir alles durchkriegen, aber wir müssen es versuchen."

Erhalten und bewahren

Stichwort Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Regensburg: Am Lärm- und Erschütterungsschutz komme die Deutsche Bahn AG nicht vorbei, sagte Rupprecht am Rand der Diskussion. Der Abgeordnete, der sich auch für den Erhalt alter Häuser in den Ortskernen stark machte, betonte außerdem: "Historische Gebäude erhalten, heißt nicht den Originalzustand herstellen." Es könne nicht sein, dass Altes teilweise verfalle. "Die Identität der Orte muss gewahrt bleiben." Renovierungen müssten bezahlbar sein. Albert Rupprecht forderte in dem Zusammenhang verstärkt Zuschüsse.

Abschließend machte CSU-Ortsvorsitzender Matthias Grundler deutlich: "Wir haben einen guten Draht zum MdB." Bei Fragen und Problemen könne man sowohl mit MdB Albert Rupprecht, als auch mit Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß Kontakt aufnehmen. Rupprecht machte aber klar: "Wir können nicht zaubern. Was nicht lösbar ist, bleibt auch nicht lösbar."
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