06.10.2017 - 18:18 Uhr
FalkenbergSport

Bayerns Co-Trainer Hermann Gerland in der Oberpfalz in Höchstform Für Falkenberg muss auch Guardiola warten

Pech gehabt, Pep! Guardiola war Mitte dieser Woche wieder mal in München und wollte alte Freunde treffen. Auch Hermann Gerland, seinen ehemaligen Co-Trainer bei den Bayern, rief er an. Doch der Hermann musste leider absagen: "Ich muss nach Falkenberg zum Albert", entgegnete Gerland, der seit Freitag erneut Co-Trainer bei den Bayern ist, dem spanischen Meistertrainer.

Immer für mehrere Lacher gut: Bayern-Trainer Hermann Gerland (links) hatte in Falkenberg viel zu erzählen. Sein Freund Albert Üblacker (rechts) hatte auch viel Spaß. Bild: Maier
von Josef Maier Kontakt Profil

Albert Üblacker, den gebürtigen Falkenberger, der jahrelang im Betreuer- und Funktionärsteam des 1. FC Nürnberg dabei war, kennt Gerland aus seiner Zeit als Trainer beim 1. FC Nürnberg.

"Man wird milder"

So ist er, der Westfale Gerland. Was er versprochen hat, das hält er. Komme, was und wer wolle. Und sei es einer der besten Trainer der Welt. Stattdessen erzählte Gerland beim "Burgforum" in Falkenberg im Gespräch mit Moderator Andi Lindner aus dem reichen Fundus seines Spieler- und Trainerlebens. Der "Tiger" faucht zwar nicht mehr so wild, wie früher: "Man wird milder." Aber einer der besten Nachwuchstrainer Deutschlands, Chef des Bayern-Leistungszentrums und jetzt wieder zum Stab von Jupp Heynckes gehörend, fordert immer noch viel von den Talenten: "Junge Leute müssen schon mal die Meinung hören." Natürlich sei das heute eine andere Herangehensweise als früher, erklärte er. Der 63-Jährige erinnerte sich in der nördlichen Oberpfalz auch an die Zeit, als er noch für den VfL Bochum kickte. Die Trainingsmethoden seien ganz andere gewesen: "Wenn ich in der Zeit, in der ich beim Laufen im Training die Bäume gezählt habe, zum Techniktraining genutzt hätte, wäre ich ein besserer Fußballer geworden." Es hat aber auch so gereicht. Mehr als 200-mal spielte der wuchtige Abwehrmann für seinen VfL in der Bundesliga. Als Trainer war er noch erfolgreicher, auch beim Club in Nürnberg, ehe er sich hauptsächlich dem Nachwuchs verschrieb. Für Talente hat er ein untrügliches Gefühl. Einen hatte er schnell im Blick. "Der macht fast keine Fehler", sagte er damals schon über einen schmächtigen Kerl im Jugendtraining. "Ach, was willst du denn mit dem laufenden Meter?", fuhren ihn sogenannte Experten an. "Der laufende Meter ist Weltmeister, Triple-Sieger, x-mal Deutscher Meister geworden", freut sich Gerland über die große Karriere des Philipp Lahm, den er mitausbildete. Und als einmal angedacht war, den blutjungen Thomas Müller vielleicht wegzugeben, legte der Coach sein Veto ein: "Der Müller bleibt hier."

Lob für Jupp Heynckes

Aber natürlich ärgert auch ihn ein bisschen, dass zuletzt kein Bayern-Talent mehr den Sprung in die Profi-Elf geschafft hat. Das liege nicht an den Trainern, die den Spielern keine Chance geben würden, das liege schon an den Spielern selbst. Er selbst habe immer mit großartigen Trainern gearbeitet, sagt Gerland: van Gaal, Heynckes, Guardiola. Zum kürzlich entlassenen Carlo Ancelotti sagte er: "Über einen ehemaligen Kollegen ein Urteil abzugeben, das mach' ich nicht." Als am Mittwochabend die ersten Meldungen von der Heynckes-Rückkehr durchsickerten, war Gerland schon wieder auf dem Rückweg von Falkenberg nach München. Am Freitag wurde dann bestätigt, dass Gerland unter Heynckes wieder Co-Trainer wird. Den Jupp hatte er schon vorher auf dem Falkenberger Podium in höchsten Tönen gelobt. Wie auch Guardiola. "Er ist einer, der alles sieht. Er wird auch bei City für Furore sorgen." Vielleicht wollte der Spanier bei einem Treffen mit Gerland diesem ja seine neuen Strategien verraten.

Ging aber nicht, Falkenberg ging vor. Und da musste der Hermann natürlich auch was zum Club sagen: "Ich war früher Nürnberg-Fan", gab es ein überraschendes Bekenntnis des Bochumers. Eine schöne Zeit habe er als Trainer beim FCN (1988 bis 1990 und 1995/96) erlebt. "Nürnberg ist ein schönes Städtchen, ich habe dort nette Leute kennengelernt." Als VfL-Spieler war der Club eigentlich der Lieblingsgegner des "Tigers", da waren immer Punkte garantiert: "Wenn der Club zu uns kam, habe ich immer zu meiner Frau gesagt: 'Gudrun, du kannst einkaufen gehen. Es gibt wieder Kohle.'" Gerland schelmisch: "Die haben wir immer geschnappt, die Franken."

Wenn der Club zu uns kam, habe ich immer zu meiner Frau gesagt: "Gudrun, du kannst einkaufen gehen. Es gibt wieder Kohle."Hermann Gerland über seinen Lieblingsgegner
Der laufende Meter ist Weltmeister, Triple-Sieger, x-mal Deutscher Meister geworden.Hermann Gerland über Philipp Lahm

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