16.04.2018 - 20:10 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Ameisenschützer emsig am Werk

Seit genau 30 Jahren sorgt sich der in Kemnath gegründete Ameisenschutzverein Tirschenreuth um den Fortbestand der Waldnützlinge. Über Arbeitsmangel brauchen sich die Helfer nicht zu beklagen.

Ausgezeichnet wurden (von links) Michael Busch (30 Jahre Kassier) und Otto Hauenschild. Für seine Verdienste wurde Siegmund Bauschke zum Ehrenvorstand ernannt. Ehrenvorsitzender Walter Aigner und Vorsitzender Michael Weiß gratulierten im Namen des Ameisenschutzvereins.
von Werner RoblProfil

Beim Treffen im Gasthof "Goldener Stern" wurde auch über das künftige Vorstandsgremium entschieden. Das Ergebnis der mühelos durchgeführten Wahl: Der Mitterteicher Michael Weiß bleibt Vorsitzender des 109 Mitglieder zählenden Ameisenschutzvereins.

Zu einem Wechsel auf dem Posten des Stellvertreters kam es, nachdem sich Siegmund Bauschke nicht mehr als Vize zur Verfügung gestellt hatte. Sein Amt wird künftig von Erich Turner weitergeführt. In Anerkennung für sein unermüdliches Engagement wurde Bauschke einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Kasse wird von Michael Busch, das Protokoll von Manfred Nerlich geführt. Kassenprüfer sind German Martetschläger und Sandra Eckl. Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung standen auch Ehrungen treuer Mitglieder, die - wie Weiß betonte - heuer zum vorerst letzten Mal einen "Ameisenkrug" als Andenken mit nach Hause bekommen. In welcher Form künftig die Jubilare beschenkt werden, ließ der Vorsitzende noch offen. Eine besondere Auszeichnung erfuhr Michael Busch, der seit 30 Jahren das Amt des Schatzmeisters ausübt. 25 Jahre im Verein dabei sind Karin Bayerl, Otto Hauenschild, Günter Mayr und Norbert Purucker. In geraffter Form zog Michael Weiß Bilanz vergangener Einsätze, die die Ameisenfreunde zum Beispiel nach Wunschenberg, Grünlas und Grötschenreuth führten. Die Gründe für Umsiedelungen gefährdeter Staaten seien vielfältig, verwies der Vorsitzende unter anderem auf Holzeinschläge, Straßen- und Wegebaumaßnahmen. Bei Begehungen in Selb mussten manche Nester leider für tot erklärt werden, bedauerte Weiß und begründete dies mit Nahrungsmangel, dem die Tiere wohl zum Opfer gefallen waren. Weiß appellierte auch an die Sorgfalt der Landwirte, was den Schutz der Ameisen betrifft.

"Die Ameisenschutzwarte sind zur Stelle, wenn sie gerufen werden", schloss Michael Weiß seinen Rückblick, in dem er unter anderem einen Hilferuf aus Kemnath anklingen ließ. Dort hatten sich die Nützlinge in einem Wohnhaus breit gemacht. Viel Arbeit erwartet den Verein in den kommenden Monaten. Ameisen müssen in Pirk bei Falkenberg umgesiedelt werden. Für Denkfalten sorgt das geplante interkommunale Gewerbegebiet, das in naher Zukunft östlich von Wiesau entstehen soll. Dass sich dort zahlreiche Ameisenstaaten gebildet haben, wisse man aus Begehungen, bestätigte Vorsitzender Michael Weiß: "Da müssen wir ran, da kommt Arbeit auf uns zu. Wir müssen dort mit den Umsiedelungen so bald wie möglich beginnen", forderte er ein rasches Handeln. Auf neue Farben warten die "Ameisentafeln" bei Münchsgrün.

"Wir werden viel im Wald draußen sein", fasste Weiß die Aufgaben zusammen. Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten fügte er hinzu: "Man muss in Kontakt bleiben und einen guten Dialog führen." Weiter vorangetrieben werde auch die Öffentlichkeitsarbeit mit Flyern und Aufklebern. Gerne öffne man das Vereinsheim im Kreislehrgarten für Besuchergruppen.

Für Aufmerksamkeit sorgte ein Gast vom Bund Naturschutz, Erwin Möhrlein, der mit Worten und Bildern über die artenreiche Flora und Fauna an den Straßenböschungen referierte. "Dort wächst und lebt mehr, als wie ahnen", führte der Referent in das Thema ein.

Wir müssen dort mit den Umsiedelungen so bald wie möglich beginnen.Vorsitzender Michael Weiß über die Ameisenstaaten im geplanten Gewerbegebiet bei Wiesau

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