26.10.2017 - 20:00 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Bundeswehr mit vielfältigen Aufgaben - Treffen mit Brigadegeneral Helmut Dotzler in Falkenberg: In der Gesellschaft längst angekommen

Die Bundeswehr steht heute vor ganz anderen Herausforderungen und Gefahren als bei der Gründung 1955. Und dazu gehören auch Aufgaben, die viele nicht sofort mit der Bundeswehr in Verbindung bringen.

Helmut August Dotzler ist Brigadegeneral der Streitkräftebasis und seit 2013 Kommandeur des Landeskommandos Bayern. Im Tagungszentrum der Burg Falkenberg plauderte er ein wenig aus dem Nähkästchen, ohne natürlich Geheimnisse zu verraten. Bild: wro
von Werner RoblProfil

Die Bundeswehr mit ihren rund 179 000 Soldaten (Stand August) ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Seit der Gründung im Jahr 1955 aber hat sich das Aufgabengebiet der Streitkräfte deutlich gewandelt. Wie dieses Aufgabengebiet derzeit aussieht, erfuhren Interessierte bei einer sicherheitspolitischen Veranstaltung im Tagungszentrum der Burg Falkenberg, zur der MdL Tobias Reiß mit dem Bundeswehr-Kreisverbindungskommando Tirschenreuth einlud. Zu Gast war der Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Helmut Dotzler. Sein beeindruckendes Fazit: "Die Bundeswehr ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen."

Den Grußworten von MdL Reiß, Oberstleutnant der Reserve Thomas Lanz und stellvertretendem Landrat Alfred Scheidler folgte der bebilderte Vortrag des Referenten, der unter dem Leitwort stand: "Streitkräfte in der Mitte der Gesellschaft - Basis einer erfolgreichen zivil-militärischen Zusammenarbeit". Zahlreiche Vertreter aus den Reihen des Bayerischen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, der Polizei und von anderen öffentlichen Einrichtungen lauschten den Ausführungen mit großem Interesse.

"Unsere Uniform steht für die Verfassung", wandte sich der General vor allem an die Uniformträger im Saal. Ein wichtiges Grundlagendokument sei das Weißbuch, das die sicherheitspolitische Lage des Landes und der Verbündeten für die kommenden Jahre aus Sicht der Regierung darstelle. Es diene als Leitfaden für Entscheidungen und Handlungen.

Rund 3400 Soldaten seien im Auslandseinsatz, verdeutlichte der Sprecher das weltweit gefächerte Aufgabengebiet. "Ohne unsere Bundeswehreinheiten aber wäre das Flüchtlingsproblem in Bayern nicht zu schaffen gewesen." Alle Einsätze müssen jedoch gut geplant und juristisch abgestimmt werden.

Auch die Strukturen der Bundeswehr erläuterte Dotzler im Detail. Der Offizier hob dabei die wichtige Rolle der Reservisten hervor und ermunterte alle Soldaten: "Lassen Sie sich mit der Uniform auch in der Öffentlichkeit sehen." Auch die erschreckenden Vorkommnisse in Hamburg beim G 20-Gipfel sparte er nicht aus: "Hamburg war der Hammer." Trotz der kritischen Lage sei "Hand in Hand" zusammengearbeitet worden. Er sprach die Arbeit mit den Kameraden vom Technischen Hilfswerk, das Hochwasser in Simbach sowie die Rolle der Bundeswehr beim Einsatz im Olympiaeinkaufszentrum in München an.

Als eine Herausforderung bezeichnete der Sprecher die neuen Gefahren, denen man sich stellen müsse. Als Beispiele nannte er Terror, Cyberkriminalität und den Schutz vor Krisen. Standards in Organisation und Ausbildung müssten stets weiterentwickelt werden. Letztere sei Basis für ein gezieltes Handeln.

Bei der anschließenden Aussprache kam es zu einer engagiert geführten Diskussion zwischen Vertretern der Polizei und anderer Behörden sowie MdL Reiß und weiteren Gästen. Oberstleutnant d. R. Thomas Lanz meinte, dass man viele Informationen so noch nicht gehört habe. Allerdings bedauerte er, dass von 25 geladenen Landkreis-Bürgermeistern nur 4 zugesagt hatten. Unter den wenigen, die gekommen waren, war der Falkenberger Bürgermeister Herbert Bauer, der sich beeindruckt zeigte. Die oberste Feuerwehrführung des Landkreises habe komplett gefehlt, bedauerte Lanz. Mit einem Gastgeschenk - einem Becher mit Motiven aus dem Landkreis - bedankte sich Lanz beim Referenten.

 

 

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