Ehrenbürger Anton Böhm verstorben
Die Heimat nie vergessen

Anton Böhm. Archivbild: si
Vermischtes
Falkenberg
07.01.2017
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Tiefe Betroffenheit herrscht in der Falkenberger Marktgemeinde. Anton Böhm ist im gesegneten Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee verstorben. Für seine Verdienste um den Ort war der ehemalige Forstdirektor im Dezember 1999 mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet.

Geboren wurde Anton Böhm am 18. August 1923 im Jagdhaus der Pfälzer Gemeinde Ramstein, wo sein Vater Josef als Forstbeamter tätig war. Seine Kinder- und Jugendzeit aber verbrachte Böhm in der Oberpfalz. Am 1. Oktober 1929 zog die Familie auf Wunsch des Forstmeisters nach Falkenberg. Anton Böhm folgte den Fußstapfen seines Vaters. Seine berufliche Laufbahn führte ihn in den 1950er Jahren nach Fall, später ins Forstamt Wildbad-Kreuth, wo er 20 Jahre lang tätig war.

Zwei Jahrzehnte lang leitete er ein Privatrevier. Die "Heimatgefühle", wie Böhm die Verbundenheit zur Marktgemeinde Falkenberg einmal ausdrückte, wuchsen durch seinen Onkel, der ihm durch den Heimatkundeunterricht den kleinen Marktflecken immer näher brachte. Bereits als Fünfjähriger begann er Fotos und Ansichtskarten zu sammeln. Den lange gehegten Wunsch, die über mehrere Alben verteilten Bilder einmal der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, erfüllte sich Anton Böhm mit zahlreichen Publikationen: "Falkenberg in der Oberpfalz (1999), "Falkenberg ein Jahrhundert in Bildern" (2004), "Falkenberger G'schichten" (2006) und "Vom Pfälzer Wald über Falkenberg zum Tegernsee" (2007).

Anton Böhm widmete sich in seiner Freizeit vielen Dingen, so der Flurnamenkunde und der Mundart. Gerne erforschte er auch typische Dialektbegriffe wie zum Beispiel "klirreis'n dout's". Als letzter Jäger von Fall schilderte Böhm in "Fall - das versunkene Dorf" (2003), bzw. "Fall - Schicksal eines Dorfes" (2007) den Untergang der Lenggrieser Landgemeinde, die dem Sylvensteinspeicher zum Opfer fiel. Mit 32 Jahren war Anton Böhm dorthin versetzt worden, als stellvertretender Leiter des Forstamts, das zu den größten in Bayern zählte.

Bürgermeister Herbert Bauern schildert den verstorbenen Ehrenbürger und einstmals leidenschaftlichen Skifahrer als einen interessanten und leutseligen Menschen. Noch vor wenigen Tagen habe er mit dem gesundheitlich bereits angeschlagenen Ehrenbürger sprechen dürfen. Böhm wollte über die Geschehnisse im Ort stets informiert werden. "Ständig ließ er sich auch Zeitungsausschnitte nach Hause schicken. Er war gierig nach Falkenberger Neuigkeiten. Und er liebte es, wenn wir ihm einen Besuch abstatteten. Brotzeit und Zoigl hatten wir stets dabei."
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