22.05.2017 - 20:10 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Fachtagung der Bayerischen Museumsakademie in Falkenberg Neues über den alten Burgherrn

Die Burg Falkenberg war Schauplatz einer Fachtagung und eines Workshop der Bayerischen Museums-Akademie zum Thema "Botschafter Schulenburg im Kontext der deutschen Außenpolitik".

Bürgermeister Herbert Bauer (Fünfter von rechts) freute sich über einen erlesenen Kreis von Gästen, die sich über das Leben des Wiedererbauers der Burg Gedanken machten. Bild: exb
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Seit Anfang 2016 finden in der Burg Falkenberg regelmäßig Führungen statt. Diese erfreuen sich mit bisher knapp 30 000 Besuchern eines regen Interesses. Im Mittelpunkt der Führungen steht das Leben und Wirken von Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg (1875-1944). Seine besondere Lebensaufgabe fand er als deutscher Botschafter in Moskau von 1934 bis 1941.

Jetzt hat sich ein hochkarätiger Kreis gefunden, der im Rahmen einer Fachtagung sein Wirken, die Diplomatie im Dritten Reich und den Widerstand mit besonderem Blick auf Graf von der Schulenburg genauer betrachtet. Auch der Frage, inwieweit Schulenburg als "Widerständler" einzustufen ist, wurde genau nachgegangen.

Die Fachtagung fand unter der Leitung von Christoph Huber, Mitarbeiter der Bayerischen Museums-Akademie, statt. Als Referenten standen Dr. Winfried Helm (verantwortlich für die Burg-Broschüre und Konzeption des Museums), Dr. Michael Mayer (Politische Akademie Tutzing, Fachmann für Außenpolitik in der NS-Zeit), Dr. Carola Tischler (Institut für Zeitgeschichte, Autorin eines Sammelbandes über Schulenburg), Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner (Ludwig-Maximilians-Universtität München, Fachmann für Museumspädagogik und Geschichtspädagogik) sowie Dr. Jörg Skriebeleit (Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg) zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Rollen von Friedrich-Werner von der Schulenburg als Diplomat und Menschenfreund und seine Rolle im Widerstand gegen Hitler. Im anschließenden Workshop wurde in großer Runde unter Einbeziehung der ehrenamtlichen Burgführer, vertreten durch Reinhard Schabl, über nötige Präzisierungen des Museumskonzeptes diskutiert. Das Fachgremium würdigte die hohe Qualität und den außerordentlich großen Umfang an Dokumenten des Museums.

Bürgermeister Herbert Bauer bedankte sich für die tiefgehenden Diskussion und den Erkenntnisgewinn. Bauer betonte, dass die Gemeinde für neue Bewertungen und Präzisierungen offen sei. Gerne lasse man das auch in die Führungen einfließen. Mit derartigen Veranstaltungen stellt sich das Forum Falkenberg - Freunde der Burg e. V. der Aufgabe, den Besuchern das Leben und Wirken von Friedrich-Werner von der Schulenburg auf Basis neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse modern zu präsentieren.

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