01.10.2017 - 14:14 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Josef Mayerhöfer und sein Heimatmuseum in Gumpen Kleine, feine Schätze

Mit Josef Mayerhöfer kann man über viele Dinge sprechen. Am besten nimmt man sich dafür Zeit. Gerne gewährt er dabei einen Blick auf seine Schätze.

von Werner RoblProfil

Gumpen. "Wenn Sie wollen, dürfen Sie mich mal besuchen", sagte er kürzlich und bat, zu ihm auf den "Lienbauernhof" zu kommen. Alte Postkarten hätte er auch, versprach der Gumpener. Das 1664 erbaute bäuerliche Anwesen liegt am Südostrand des Dorfes, etwas oberhalb vom Feuerwehrhaus. Es sei noch bewirtschaftet, verrät der freundliche Gastgeber beim Besuch und verweist auf den Stall, wo die Tiere darauf warten, in wenigen Stunden versorgt zu werden.

Mayerhöfer ist nicht nur ein guter Erzähler. Er ist auch Heimat- und Gerätemuseumsbesitzer. Die stolze Sammlung sei eher zufällig entstanden. Von einer angeborenen Sammelleidenschaft will er nicht sprechen. "Die Sachen waren einfach da", erwähnt er beiläufig und deutet dabei auf ein mehr als 100 Jahre altes Dorfschild, das früher den Ortsrand zierte, heute aber über dem Eingang hängt. "Dorf Gumpen, Gemeinde Gumpen, Bezirksamt Tirschenreuth, Amtsgericht Tirschenreuth", ist darauf zu lesen. "Schauen Sie mal genauer hin. Fühlen Sie mal", fordert Mayerhöfer dazu auf, es näher zu betrachten. Sonne, Wind und Wetter haben dazu geführt, dass man die Buchstaben anfassen kann. Das Relief sei aufgrund der Farbe entstanden, die die Schrift vor äußeren Einflüssen schützen sollte, erklärt er die besondere Eigenart. "Das Holz verwitterte. Die Aufschrift blieb." Der Raum nebenan ist vollgestellt. Mit Dingen, wie sie früher am Land gebraucht wurden. Alte Holzpflüge, Hufeisen und Schuhe erinnern an den Bauernalltag in der damals ärmlichen Oberpfalz. Der eiserne Riffelkamm gehört zu den ältesten Stücken. "Er stammt aus dem Jahr 1778 und wurde für die Flachsbearbeitung gebraucht." Dabei erinnert Mayerhöfer auch an die langen und dunklen Abende im Winter, wo man sich in den schlecht beleuchteten Bauernstuben traf, um sich bei der Handarbeit gegenseitig Geschichten zu erzählen. Auf einem Mehlsack - vorne an der Tür - befindet sich ein Aufdruck: "Alois Mayerhöfer, Ökonom, Birk - 1925".

Kalendernotizen

"Für den Kalender haben sich schon einige Sammler interessiert", verweist der "Museumsführer" auch auf die bebilderten Jahresbegleiter mit Traktoren, links drüben an der Wand. Viele weitere sind voll beschrieben. "Was es mit den Zahlen auf sich hat?", fragt Mayerhöfer und antwortet: "Unser Ackerschlepper hatte keinen Betriebsstundenzähler. Daher wurden die Einsatzzeiten notiert, um feststellen zu können, wann ein Ölwechsel fällig war. Das funktionierte stets gut."

Immer wieder nimmt er während des beengten Rundgangs auch das eine oder andere Gerät in die Hand, um es besser zeigen, aber auch beschreiben zu können. Schließlich bittet Mayerhöfer zu warten: "Ich möchte Ihnen ein französisches Militär-Gewehr zeigen", verspricht er und geht. Das besondere Stück stammt wahrscheinlich aus den Jahren 1720 bis 1760. So vermutet es Mayerhöfer und verweist dabei auf den Schaft, wo "Panay" - der Name einer philippinischen Insel - eingebrannt ist. Eigentlich weiß er nur, dass die Waffe bereits seit Generationen auf dem Gehöft lagert. Weiter geht es in den anderen Raum, der ebenfalls vor Exponaten überquillt. Dort fallen der große Schlitten, aber auch kleinere Dinge, wie ein Korbkinderwagen ins Auge. Die versprochenen Alben mit den historischen Postkarten mit Motiven aus dem alten Falkenberg, auch aus Wiesau, Fuchsmühl und anderswo holt Josef Mayerhöfer später. Sein Heimatmuseum zeigt er Interessierten gerne. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht.

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