Fensterbach: Diskussion um Photovoltaik-Anlage
Entscheidung für die Natur

"Unberührte Natur", sagten die einen, "alternative Stromerzeugung ist wichtig" die anderen. Auf einer großen Fläche südlich von Wolfringmühle soll eine große Photovoltaikanlage errichtet werden. Der Fensterbacher Gemeinderat versagte dem Betreiber die Zustimmung. Bild: hou
Politik
Fensterbach
19.05.2017
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Eine solch kontrovers geführte Debatte gab es im Fensterbacher Gemeinderat lange nicht mehr. Dabei ging es um eine große Photovoltaik-Anlage, die südlich von Wolfringmühle errichtet werden soll.

Bevor die Diskussion begann, schilderte der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner die nüchternen Fakten. Sie lauteten: Der Gastwirt und Hotelier Josef Auerbach aus Wolfringmühle möchte wenige Hundert Meter südlich seines Heimatortes, unmittelbar an der dort vorbeilaufenden Bahnlinie Amberg-Schwandorf, eine Photovoltaikanlage größeren Ausmaßes errichten.

Deshalb, so Fleißner, habe Auerbach eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beantragt. Das gegenwärtig als Ackerland genutzte Areal gehört Josef Auerbach. Er hat unterdessen den Nabburger Landschaftsarchitekten Franz Rembold mit der Planung beauftragt. Nun sollte sich der Gemeinderat eine Meinung bilden - und er tat es mit vehement geführten Diskussionen. "Wichtig ist jetzt eine Grundsatzentscheidung", ließ Bürgermeister Christian Ziegler anklingen. Dabei wurde deutlich, dass es in Wolfring bereits ein ausgewiesenes Gelände für eine solche Anlage gibt. "Doch zu einer Realisierung ist es bisher nicht gekommen."

"Warum sollten wir dagegen sein?", fragte Vizebürgermeister Josef Sturm in die Runde. Wo doch die alternative Stromerzeugung ein wichtiges Anliegen unserer Zeit sei. Dieser Ansicht schlossen sich mehrere Gemeinderäte an. Doch es gab auch völlig konträre Meinungsäußerungen.

"Der Antragsteller hat so viele Dachflächen, die er nutzen sollte", argumentierte Peter Neidl. Es kam noch heftiger für Auerbach. "Eine solche Anlage ändert dort das Landschaftsbild dramatisch", formulierte Dr. Jochen Zaremba seine Ablehnung. Bürgermeister Ziegler ergriff noch einmal das Wort und verdeutlichte: "Dass so etwas nicht schön aussieht, weiß jeder. Aber es gibt ein Für und ein Wider." Das veranlasste Peter Neidl zu einer erneuten Wortmeldung. "Diese Anlage hat dort nichts verloren", unterstrich er und erinnerte daran: "Viele Leute gehen in diesem Bereich spazieren." Vorrangig wegen der unberührten Natur und den nicht weit davon angrenzenden Weihern.

Dann wurde abgestimmt. Fünf Gemeinderäte waren für das Projekt, neun lehnten es ab. Drei Plenumsmitglieder galten als entschuldigt. Damit steht fest: Die Gemeinde ändert weder den Flächennutzungsplan noch stellt sie einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf. Also versagte das Plenum dem Projekt mit 9:7 Stimmen sein Einverständnis.
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