20.10.2017 - 16:38 Uhr
FensterbachOberpfalz

Gemeinderat Fensterbach Schimmelpilz und Goldfische

Der Gemeinderat Fensterbach hatte sich mit wichtigen Themen zu beschäftigen. Zum Beispiel dem Neubau einer Brücke und dem Breitbandausbau in Freihöls. Aber auch Goldfische und Schimmelpilze spielten eine Rolle.

Genau hinschauen: Im Keller des Rathauses besichtigte der Gemeinderat die zwischenzeitlich versiegelten Wasserschäden. Sie waren durch einen Rohrbruch draußen im Freien entstanden und führen nun dazu, dass 2018 auch die Außenwand freigelegt werden muss. Bild: hou
von Autor HOUProfil

Eine Vielzahl von Brücken über den Fensterbach sind in marodem Zustand. Das seit vielen Jahren bekannte Problem musste in Angriff genommen werden. Jetzt gibt es einen ersten sichtbaren Schritt. Zur Gemeinderatssitzung im Wolfringer Rathaus erschien der Schwandorfer Ingenieur Gerhard Wellnhofer und stellte seine Pläne für den Abriss und den Neubau einer Überführung nahe des Ortsteils Wohlfest vor.

Eine der größten Brücken

Diese Brücke, eine der größten im gesamten Sanierungs- und Erneuerungspaket, hat eine Spannweite von zwölf Metern. Sie muss laut Wellnhofer abgerissen und samt Fundamenten erneuert werden. "Sie wird 40 Tonnen Traglast und eine Breite von fünf Metern haben", berichtete der Planer und sorgte bei der Kosteneinstufung für eine Überraschung: Lediglich 150 000 Euro samt Abriss der bisherigen Überführung. "Weit weniger, als wir gedacht hatten", ließ Bürgermeister Christian Ziegler anklingen. Gerhard Wellnhofer wird nun per Beschluss im Rahmen einer Ausschreibung Angebote einholen.

Im Rathaus hatte es heftige Wasserschäden gegeben, weil durch einen Rohrbruch Flüssigkeit in den Keller drang. Der Schaden wurde im August umgehend behoben. Das kostete über 6000 Euro, wurde vom Bürgermeister angeordnet und ist nun ein Versicherungsfall. Hinzu kamen knapp 500 Euro für einen anschließend eingesetzten Schimmelpilz-Experten. Er kam zu der Auffassung: "Im Keller alles im Normalbereich."

Doch seltsamerweise lag die Pilzbelastung draußen vor dem Anwesen weitaus höher. "Kurios", wie der Bürgermeister sagte. Von außen soll nun im nächsten Jahr aufgegraben und die Mauer ebenfalls saniert werden.

Man blieb beim Thema "Kuriositäten". In Wolfring gibt es einen Badeweiher, den Graskarpfen durch ihr Fressverhalten absolut sauber halten. Nun muss er dennoch abgelassen werden. Den Grund nannte Gemeinderat Carl Graf zu Eltz. "Da hat jemand Goldfische hineingeworfen", erzählte er und schilderte die fatalen Folgen: Vermehrung, Verunreinigung, eine Entfernung der unerwünschten Flossen-Hundertschaft von daher dringend geboten. Verursacht durch Menschen, die ihre Goldfische offenbar los werden wollten.

Im Gemeindegebiet ist der Breitbandausbau weitgehend abgeschlossen. Nur Freihöls fehlt noch. Dort hatte zunächst die Telekom die gesamte Installierung für sich reklamiert. Dann aber rückte das Unternehmen plötzlich davon ab und zwang die Kommune zu eigenem Handeln. Walter Huber vom Büro "Breitbandberatung Bayern" referierte nun vor dem Plenum und führte aus, dass es auch für Freihöls die Möglichkeit der 80-prozentigen Förderung aus einem Zuschussprogramm des Freistaats gebe.

Für Glasfaser

Für das Dorf Freihöls, so Huber, böten sich zwei Möglichkeiten. Die erste: Mit Glasfaserkabel über die Hauptstrecke beginnen und dann im Rahmen einer sogenannten "letzten Meile" mit Kupferkabel an die einzelnen Häuser den Anschluss vollenden. Oder die zweite Lösung: Gleich die gesamte Strecke durchgängig mit Glasfaserkabel zu versehen.

Der Experte nannte Zahlen: Für die erste Möglichkeit eine Summe von rund 264 000 Euro und einem Eigenanteil der Gemeinde von 53 000 Euro. Die komplette Glasfaserinstallierung würde 345 000 Euro kosten und eine Eigenbeteiligung von 69 000 Euro erfordern. Dazu riet Huber den Gemeinderäten.

Müssen nun anschlusswillige Freihölser etwas für ihren Anschluss von der Straße her zum Haus bezahlen? Darüber wurde diskutiert. Zum Schluss stellte sich heraus: Sie brauchen nicht in die Tasche zu greifen. Denn diese Arbeiten werden aus dem Förderprogramm und dem Gemeindeanteil finanziert. Ein Anschluss ist nicht zwingend. Heuer ist kein Beginn mehr in Sicht.

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