Kuriose Themen bei Sitzung des Fensterbacher Gemeinderats
Schimmelpilz und Goldfische

Die Fensterbacher Gemeinderäte schauten genau hin: Im Keller des Rathauses besichtigten sie die zwischenzeitlich versiegelten Wasserschäden. Sie waren durch einen Rohrbruch entstanden und führen nun dazu, dass 2018 auch die Außenwand freigelegt werden muss. Bild: hou
Politik
Fensterbach
18.10.2017
212
0

Dreistündige Debatte ohne Pause. Der Gemeinderat Fensterbach hatte sich mit wichtigen Themen zu beschäftigen. Zum Beispiel mit dem Neubau einer Brücke und dem Breitbandausbau in Freihöls. Aber auch Goldfische und Schimmelpilze spielten eine Rolle.

Zahlreiche Brücken über den Fensterbach sind in marodem Zustand. Das seit vielen Jahren bekannte Problem muss in Angriff genommen werden. Jetzt gibt es einen ersten sichtbaren Schritt. Bei der Gemeinderatssitzung im Wolfringer Rathaus stellte der Schwandorfer Ingenieur Gerhard Wellnhofer seine Pläne für den Abriss und den Neubau einer Überführung nahe Wohlfest vor.

Diese Brücke, eine der größten im gesamten Sanierungs- und Erneuerungspaket, hat eine Spannweite von zwölf Metern. Sie muss laut Wellnhofer abgerissen und samt Fundamenten erneuert werden. "Das Bauwerk wird 40 Tonnen Traglast und eine Breite von fünf Metern haben", berichtete der Planer und sorgte mit seiner Kosteneinberechnung für eine Überraschung: Lediglich 150 000 Euro samt Abriss der bisherigen Überführung veranschlagt er. "Weit weniger, als wir gedacht hatten", ließ Bürgermeister Christian Ziegler anklingen. Wellnhofer wird nun per Ausschreibung Angebote einholen. Danach hat er weitere Sanierungen im Blick.

Im Rathaus hatte es heftige Wasserschäden gegeben, weil nach einem Rohrbruch Flüssigkeit in den Keller eingedrungen war. Der Schaden wurde im August umgehend behoben. Das kostete über 6000 Euro, wurde vom Bürgermeister angeordnet und ist nun ein Versicherungsfall. Hinzu kamen knapp 500 Euro für einen Schimmelpilz-Experten. Er kam zu der Auffassung: "Im Keller alles im Normalbereich." Doch seltsamerweise lag die Pilzbelastung draußen vor dem Anwesen weitaus höher. "Kurios", wie der Bürgermeister sagte. Von außen soll nun im nächsten Jahr aufgegraben und die Mauer ebenfalls saniert werden.

Und eine weitere Kuriosität kam zur Sprache. In Wolfring gibt es einen Badeweiher, den Graskarpfen durch ihr Fressverhalten absolut sauber halten. Nun muss er dennoch abgelassen werden. Den Grund nannte Gemeinderat Carl Graf zu Eltz. "Da hat jemand Goldfische hineingeworfen", erzählte er und schilderte die fatalen Folgen: Vermehrung und Verunreinigung. Eine Entfernung der unerwünschten Flossen-Hundertschaft sei dringend geboten.

Kostenlimit: 400 000 EuroIm Gemeindegebiet ist der Breitbandausbau weitgehend abgeschlossen. Nur Freihöls fehlt noch. Dort hatte zunächst die Telekom die gesamte Installierung für sich reklamiert. Dann aber rückte das Unternehmen plötzlich davon ab und zwang die Kommune zu eigenem Handeln.

Walter Huber vom Büro Breitbandberatung Bayern erklärte vor dem Plenum, dass es auch für Freihöls die Möglichkeit der 80-prozentigen Förderung aus einem Zuschussprogramm des Freistaats gebe. Für das Dorf böten sich zwei Möglichkeiten. Zum einen: mit Glasfaserkabel über die Hauptstrecke beginnen und dann mit einer sogenannten "letzten Meile" mit Kupferkabel an die einzelnen Häuser den Anschluss vollenden. Oder die zweite Lösung: gleich die gesamte Strecke durchgängig mit dem zukunftsweisenden Glasfaserkabel versehen.

Der Experte nannte Zahlen. Die erstgenannte Möglichkeit verschlingt rund 264 000 Euro bei einem Eigenanteil der Gemeinde von 53 000 Euro. Die komplette Glasfaserinstallierung würde 345 000 Euro kosten und eine Eigenbeteiligung von 69 000 Euro erfordern. Dazu riet Huber den Gemeinderäten. Denn das sei wirklich optimal.

Müssen nun anschlusswillige Freihölser etwas für ihren Anschluss von der Straße her zum Haus bezahlen? In der Diskussion stellte sich heraus: Sie brauchen nicht in die Tasche zu greifen. Denn diese Arbeiten werden letztlich aus dem Förderprogramm und dem Gemeindeanteil finanziert. Ein Anschluss ist aber nicht zwingend. Heuer ist kein Beginn mehr in Sicht, auch 2018 werden Monate vergehen, bis sich etwas tut. Als oberstes Kostenlimit setzte das Plenum in seinem Beschluss die Summe von 400 000 Euro fest. (hou)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.