01.01.2018 - 20:00 Uhr
FensterbachOberpfalz

Leichenhaus für 220 000 Euro

Dass sich die Kosten öffentlicher Gebäude mitunter vermehren, weiß man von der Hamburger Elbphilharmonie. Aber auch in der Provinz stehen nicht selten Summen unter dem Strich, die so vorher nicht kalkuliert waren. Mit 220 000 Euro für ein neues Leichenhaus in Wolfring hatte bei Planungsbeginn keiner gerechnet.

von Autor HOUProfil

Das Projekt bekam seinen Startschuss noch unter dem zwischenzeitlich verstorbenen Bürgermeister Hans Schrott. Von geschätzten 100 000 Euro war anfangs einmal die Rede. Doch dann kam, besonders wegen der umfangreichen Arbeiten zu den Außenanlagen, mehr und mehr hinzu. Außerdem: Der Baufortschritt ging schleppend voran. Irgendwann näherte man sich einer Summe von 200 000 Euro. War es das? Als Bürgermeister Christian Ziegler in der Gemeinderatssitzung nun zunächst die Schlussrechnung des für die Außenanlagen zuständigen Unternehmens Kahl vorlegte und sie auf 108 000 Euro bezifferte, kam aus dem Plenum sofort die Frage, was denn nun das gesamte Projekt koste? "257 000 Euro", ließ Ziegler wissen. Doch das, so korrigierte er tags darauf mit Bedauern, sei eine Falschinformation gewesen.

Woher kam diese Irritation? Christian Ziegler forschte am Morgen nach der Ratssitzung in der Verwaltung nach. Dabei stellte sich seinen Worten zufolge heraus: "Es wurden zwei Abschlagszahlungen vergessen." Von daher gelte nun: "Das Leichenhaus hat 220 000 Euro gekostet". Im Gemeinderat hatte sich auf der Basis von genannten 257 000 Euro eine längere Diskussion ergeben. Dabei war seitens des Bürgermeisters der Hinweis darauf ergangen, dass die Kostensteigerungen primär bei den Außenanlagen zustande kamen. Das gilt auch für den nun auf 220 000 Euro korrigierten Betrag.

In der letzten Sitzung wurde der Verwaltung die Genehmigung erteilt, zum Preis von 20 000 Euro ein Elektrofahrzeug für den Bauhof zu erwerben. Außerdem bekam ein Bauunternehmen den Zuschlag dafür, zum Preis von 0,74 Euro pro laufendem Meter Querrisse, die durch Frost auf gemeindlichen Straßen entstanden, zu beheben. Risse auf Gehwegen werden nicht entfernt. "Aber auch das sollte geschehen", mahnte Franz Ziegelmeier.

Vor dem Plenum hatte der Bauausschuss getagt. Dabei ging es um ein Anwesen in Högling, dessen Besitzer nunmehr den Antrag auf baurechtliche Genehmigung für den Umbau eines Kellerlagerraumes in eine Doppelgarage und die Errichtung einer Stahlaußentreppe gestellt hatten. Dieser Kellerraum wird offenbar schon seit einiger Zeit als Doppelgarage genutzt, wobei die Ausfahrt von dieser Unterstellmöglichkeit zur Straße hin steil ist. Dazu hatte es vor geraumer Zeit auch schon einmal eine Ortsbesichtigung gegeben.

Verwaltungsleiter Peter Fleißner klärte darüber auf, dass der Ausschuss nur nach Bauplanungsrecht zu verfahren habe und deshalb das gemeindliche Einverständnis geben müsse. Anders, so Fleißer, könne es durchaus nach dem Bauordnungsrecht aussehen. Darüber aber habe das Landratsamt zu befinden. Diese Behörde werde sich unzweifelhaft einen Eindruck vor Ort verschaffen.Vizebürgermeister Josef Sturm äußerte Unverständnis. "Das kann alles nicht rechtens sein", ließ er anklingen, rügte die Vorgehensweise der Antragsteller und unterstrich: "Es kann uns nicht egal sein, ob dort bei der Ausfahrt auf die Straße eine Gefahrenstelle existiert." Gleichwohl gab der Ausschuss gegen zwei Stimmen das gemeindliche Einverständnis. Alles weitere liegt nun beim Landratsamt.

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