23.04.2018 - 15:22 Uhr
FensterbachOberpfalz

Schlichtes Holzkreuz im Wald bei Freihöls Viele Rätsel

Als sich vor Wochen Motorsägen durch den Wald westlich von Freihöls fressen, stoßen Arbeiter plötzlich auf ein schlichtes Holzkreuz. Doch an wen erinnert es? Denn ein Name war nicht angebracht.

Das Gedenkkreuz im Freihölser Forst: Als Arbeiter Bäume roden, finden sie die Erinnerungsstätte. Die Frage, wer dort gestorben ist, löst die Suche nach noch lebenden Angehörigen aus. Bild: hou
von Autor HOUProfil

Freihöls. Der Unternehmer Bernd Godelmann, der eine von ihm im Vorjahr erworbene Sandgrube bei Freihöls erweitern lässt, hatte den Auftrag zur Rodung gegeben. Mitten im Wald sahen sich Bedienstete des Forstunternehmens einem Holzkreuz gegenüber. Sie meldeten den Fund. Godelmann entschied: "Es kommt nicht weg."

Wer starb an diesem Ort im Hochwald? Bernd Godelmann begann nachzuforschen. Vielen Freihölsern war dieses Kreuz, obgleich nah am Dorfrand stehend, völlig unbekannt. Aber einer wusste: "Es ist gut 40 Jahre her, als dort rein zufällig eine tote Frau gefunden wurde." Das war ein erster Anhaltspunkt. Aber auch nicht mehr. Wieder vergingen viele Tage, bis ein Name ins Spiel kam. Ab dann ahnte man auch: "Die Frau könnte aus Amberg gestammt haben." Also wurde anhand des Namens weiter recherchiert - umfangreich und sehr penibel. Im Büro Godelmann suchte man nach noch existierenden Angehörigen. Dabei ergab sich: Der Ehemann der Frau lebte schon länger nicht mehr.

Aber es gelang, einen nahen Angehörigen ausfindig zu machen. Er freute sich über die Pietät des Unternehmens, das die Gedenkstätte (weil völlig ohne Namen und Hinweis) auch hätte entfernen können. Jetzt weiß man außerdem, dass die Tote im Wald tatsächlich aus Amberg stammte und vor 48 Jahren gefunden wurde. Danach kam das schlichte Holzkreuz an ihren Sterbe-Ort. Es gibt auch eine weitere Erkenntnis: Erst längere Zeit nach dem Ableben der Frau fand jemand, der im Umfeld von Freihöls wohnte, die sterblichen Überreste.

Das Kreuz wird nun dem Verwandten der Frau übergeben. Er hat, wie das Unternehmen Godelmann auf Anfrage mitteilte, in Aussicht gestellt, es am noch immer vorhandenen Grab der Frau neben dem Gedenkstein aufzustellen.

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