24.01.2018 - 15:00 Uhr
FensterbachOberpfalz

Godelmann stellt Anwohnern der Sandgrube bei Freihöls Lärm-Entlastung in Aussicht Bagger reduziert Sprengungen

Um Sprengungen in seiner westlich von Freihöls liegenden Sandgrube weitgehend zu vermeiden, hat der Unternehmer Bernd Godelmann rund zwei Millionen Euro investiert. Zu den von ihm erworbenen Gerätschaften zählen ein zum Sandabbau geeigneter Bagger, drei Radlader und eine Straßenwalze.

Fahrzeuge und Geräte im Wert von zwei Millionen Euro hat das Unternehmen Godelmann für seinen Tagebau bei Freihöls gekauft. Mit dieser Ausstattung soll es nun ermöglicht werden, den Sand zumindest in Richtung des Dorfes weitgehend ohne Sprengungen zu gewinnen. Bild: hou
von Autor HOUProfil

Freihöls. Die Erfahrungen der Freihölser sind leidvoll. Sie mussten in der Vergangenheit immer wieder sogenannte Lockerungssprengungen in einer über 22 Hektar großen Sandgrube erdulden, deren Ränder sich noch etwa 400 Meter vom Dorfrand entfernt befinden. Mitunter erzitterten Gebäude, gab es Risse.

Dann kam vor knapp zwei Jahren die bergrechtliche Genehmigung zu einer Erweiterung des Tagebaus auf über 40 Hektar. Die Freihölser protestierten nahezu geschlossen und energisch dagegen. Doch ihre Einwände verhallten ungehört. Mit dieser amtlich sanktionierten Grubenvergrößerung ging gleichzeitig einher: Der Sandabbau wird in seinem Endstadium bis auf rund 200 Meter an die Ortschaft heranreichen.

Nur einer verkauft nicht

Der damalige Grubenbetreiber, die Firma Heidelberger Sand und Kies, bekam allerdings die zur Erweiterung notwendigen Wald- und Wiesengrundstücke nicht. Dies war der Hauptgrund dafür, dass sich das Unternehmen im Vorjahr zurückzog und die Grube an den Höglinger Steinerzeuger Godelmann veräußerte. Bernd Godelmann verhandelte daraufhin mit den in Freihöls ansässigen drei Grundstücksbesitzern. Zwei von ihnen verkauften plötzlich ihre Flächen. Der dritte hat das laut Godelmann bis heute nicht getan. Dessen ungeachtet wird der Unternehmer, der den Sand für seine Steinerzeugnisse nach eigenen Angaben dringend braucht, mit der Erweiterung der Grube beginnen. Das kann sowohl in östlicher Richtung - also auf das Dorf zu - als auch nach Westen in Richtung des Schafhofer Gewerbegebiets geschehen.

Die bange Frage in Freihöls lautete nun in den vergangenen Monaten: Wird Godelmann weiter sprengen lassen? Der Unternehmer war bei zwei Sprengungen im Spätherbst vergangenen Jahres selbst vor Ort. Danach traf er die Entscheidung: "Zumindest in Richtung Freihöls sollen Sprengungen künftig weitgehend vermieden werden."

"Wir haben rund zwei Millionen Euro investiert", ließ Bernd Godelmann nun in einem Gespräch vernehmen. Dafür seien Geräte und Fahrzeuge wie ein zum Sandabbau geeigneter Bagger, drei große Radlader und eine Straßenwalze angeschafft worden. Mit dieser Ausrüstung sollen Lockerungssprengungen in östlicher Richtung und auf das Dorf zu "künftig weitgehend vermieden werden". Godelmann trat in diesem Zusammenhang auch möglichen Lärmbelästigungen durch den neuen Fuhrpark entgegen: "Man wird das nicht hören."

Dass es im Bereich des bisherigen westlichen Tagebaurands bei der Erweiterung auch künftig zu Sprengungen kommt, schloss Godelmann nicht aus. Doch solche Vorgehensweisen dürften nach seiner Ansicht "die Freihölser Bevölkerung nicht tangieren". Der Sand wurde bisher von Schwerlastfahrzeugen transportiert, die von der Bundesstraße 85 her auf einem geschotterten Weg zu der Grube kamen. "Das wird auch künftig so sein", unterstrich Godelmann und trat Gerüchten entgegen, der gewonnene Sand werde womöglich - wie schon zu früheren Zeiten - wieder durch Freihöls gebracht.

Staubfreier Transportweg

In diesem Zusammenhang ließ der Firmeninhaber anklingen, dass er den jetzigen Transportweg von der B 85 aus bis zur Grube pflastern lassen werde und damit staubfrei mache. Diese Forderung hatte bereits vor zwei Jahren der für diesen Bereich zuständige Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch erhoben.

Bis vor etwa zweieinhalb Jahrzehnten hatte es die Gemeinde Fensterbach trotz massiver Proteste widerspruchslos geduldet, dass der Sand aus der Grube quer durch das Dorf über den Schafhofer Weg durch Schwerlastfahrzeuge abtransportiert wurde. Seinerzeit wurden bis zu 60 Lkw-Bewegungen täglich gezählt. Erst der damals neu ins Amt gekommene Bürgermeister Hans Schrott jun. setzte dem Treiben ein Ende.

"Nur noch für uns"

Der Sand aus dem Tagebau Amberg-Ost bei Freihöls wird die Grundstoffversorgung des Steinerzeuger-Unternehmens Godelmann in Högling nach Ansicht von Firmeninhaber Bernd Godelmann auf Jahrzehnte hinaus lösen. Dazu gehört, wie Godelmann sagte, "dass wir den Sand nur noch für uns nutzen". Einzige Ausnahme ist die Belieferung eines Unternehmens im benachbarten Gewerbegebiet Schafhof, das ebenfalls Sand als Rohstoff benötigt. Allerdings schränkte Godelmann ein: "Wenn jemand kommt und will einen Anhänger voll für einen Sandkasten, lassen wir mit uns reden." (hou)

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