In 70 Jahren zur Topadresse

Wichtiges Gesprächsthema beim Firmenjubiläum: Godelmann zählt seit wenigen Tagen zu den Premiumsponsoren des Zweitbundesligisten 1. FC Nürnberg. Die Mitarbeiter freut das. Auch wenn Club-Fans nach wie vor leidensfähig sein müssen. Bilder: hou (2)
Wirtschaft
Fensterbach
09.07.2017
669
0

Ehrengäste und lange Reden müssen nicht unbedingt sein, wenn ein Unternehmen Jubiläum feiert. Als der Steinerzeuger Godelmann in Högling auf sein 70-jähriges Bestehen blickte, waren ausschließlich die Mitarbeiter und deren Familien zu einem Fest geladen.

-Högling. Sie waren alle da und formierten sich für die Fotografen zu einem eindrucksvollen Familienbild. Über 300 Bedienstete, eingeladen von ihrem Arbeitgeber zum Betriebsjubiläum. Sommerlich leger, zu kühlem Trunk und ausgiebiger Brotzeit in eine leer geräumte Werkshalle gekommen. Für die Kinder hatte man ein eigenes Spielgelände angelegt, an der Torwand gab es ein Trikot des 1. FC Nürnberg zu gewinnen. Der Club war selbstverständlich ein wichtiges Gesprächsthema. Nicht von ungefähr.

Denn Godelmann zählt neuerdings zu den Premiumsponsoren des Traditionsvereins (wir berichteten). Wenngleich Seniorchef Bernd Godelmann bei Fragen schmunzelnd erkennen ließ: "Bayern-Fans sind wir trotzdem."

Alles war perfekt organisiert. Wie immer, wenn die Unternehmerfamilien eine Veranstaltung ausrichten. Kaffee und Kuchen nachmittags, Musik und Tanz am Abend, blumengeschmückte Tische. Dazu die Namen derer, die dem Betrieb schon Jahrzehnte die Treue halten, auf einer großen Wand. Auch damit kam zum Ausdruck: Man wollte danken, aber die Stimmung nicht unnötig durch lange Ehrungsansprachen strapazieren.

Nur eine Rede

Eine Rede aber musste sein. Bernd Godelmann jun. hielt sie und er blendete zurück auf das Jahr 1947, als sein Großvater Karl und seine Großmutter Liselotte in Hiltersdorf unweit des Haidweihers damit begannen, Mauer- und Betonsteine zu produzieren. Ein anfangs mühsames Unterfangen. Nicht nur, weil der aus Burglengenfeld per Schiene antransportierte Rohstoff mittels Schubkarren in die Werkhalle geschafft werden musste. 1952 wechselte das Unternehmen seinen Sitz nach Kümmersbruck. Zwei Hektar Fläche damals, die erste Pflastersteinmaschine und der Arbeitsbeginn für den heutigen Seniorchef.

Standort gewechselt

Die Erfolgsgeschichte setzte sich fort. Vor über dreieinhalb Jahrzehnten folgte ein erneuter Standortwechsel nach Högling und dort im Lauf der Zeit eine Vergrößerung zu nunmehr, wie Bernd Godelmann jun. sagte, "sieben vollautomatischen Produktionslinien." Das Unternehmen ist unterdessen zu europaweiter Bekanntheit gelangt, es zählt laut Godelmann "zu den Topadressen." Nicht allein nur wegen der Produktqualität und ausgefeilter Logistik. Auch wegen einer motivierten und ständig steigenden Mitarbeiterzahl.

Womit der 1974 geborene Juniorchef dann auch schon einen finalen Strich zog. "Wir danken Euch allen für Euere Arbeit", schrieb er der Belegschaft ins Stammbuch und ließ erkennen: "Zur Marke wird man nur dann, wenn täglich Spitzenleistungen erbracht werden."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.