18.10.2017 - 16:42 Uhr
FensterbachOberpfalz

Steinbruch expandiert - Etwa 300 Meter Abstand zu Freihöls Godelmann kauft Abbauflächen

Der Sandabbau in Richtung des Dorfes Freihöls kann weitergehen. Der Unternehmer Bernd Godelmann ist in den Besitz einer Wald- und Wiesenfläche gelangt, die es ihm ermöglicht, den Grubenbetrieb auf die Ortschaft zu fortzuführen. Noch ungeklärt ist, ob dies durch Sprengungen geschieht.

Kleine Rauchwolken, dumpfe Knallgeräusche, Brocken von Sandfelsen: Vor zwei Wochen gab es in der Grube drei Sprengungen. Im westlichen Bereich des Tagebaus wurde davon kaum etwas wahrgenommen. In Frei- höls aber gab es heftige Erschütterungen. Bild: hou
von Autor HOUProfil

Freihöls. Drei große Bereiche, die er zur Erweiterung seiner heuer im Spätsommer erworbenen Sandgrube braucht, hatte Bernd Godelmann bei Ankaufsverhandlungen mit Grundstückseignern aus Freihöls im Blick. Zwei dieser etliche Hektar großen Areale, so sagte der Unternehmer im Gespräch mit unserer Zeitung, seien von den Besitzern zwischenzeitlich an ihn veräußert worden.

Eines dieser Grundstücke erstreckt sich auf breiter Linie entlang des jetzigen östlichen Grubenrandes mit Blick auf Freihöls. Die zweite von Godelmann gekaufte Fläche liegt weit davon entfernt. Sie befindet sich am westlichen Rand des jetzt schon über 20 Hektar großen Tagebaus mit grober Richtung Schafhof. Bleibt ein stattliches Waldstück, das im östlichen Bereich nahe von Freihöls liegt. "Das", ließ Godelmann erkennen, "ist mir bisher nicht verkauft worden." Damit ist Tatsache: Die Bewohner von Freihöls werden einen weiteren Sandabbau, der laut Godelmann "mit etwa 300 Metern Abstand an das Dorf heranreicht", hinnehmen müssen. Durch ihren Widerstand gegen die gleich gelagerten Pläne des einstigen Betreibers Heidelberger Sand und Kies hatten sie eigentlich geglaubt, die flächenmäßige Ausdehnung in Richtung ihrer Ortschaft verhindert zu haben.

Grundstücke verkauft

Die Firma Heidelberger Sand und Kies trat heuer den Rückzug an, weil sie die nötigen Grundstücke nicht bekam. Nun aber haben, für viele überraschend, zwei der aus Freihöls stammenden Eigner ihre Flächen an Godelmann abgetreten. Über die bezahlten Summen, so ließ der Unternehmer wissen, "ist Stillschweigen vereinbart worden." Gewissermaßen auf breiter Front kann Bernd Godelmann nun in Richtung von Freihöls den in seiner Höglinger Firma zur Herstellung von Steinerzeugnissen benötigten Sand abbauen. Dazu existiert eine Genehmigung, die bereits zu Zeiten von Heidelberger Sand und Kies von behördlicher Seite aus gegeben worden war. Der jetzige Grubeninhaber dürfte laut dieser Bewilligung auch sogenannte Lockerungssprengungen vornehmen. Egal, wie nahe er an das Dorf herankommt.

Wird Godelmann weiter sprengen lassen? "Im westlichen Bereich des Tagebaus ganz sicher", teilte er im Gespräch mit. Denn dieser Grubenteil befinde sich eher abseits von Freihöls. Was aber macht er auf der von ihm erworbenen großen Fläche, die zwischen Ortschaft und momentanem Abbaurand liegt? "Wir prüfen intensiv, ob dort der Sand mit Baggern gewonnen werden kann", unterstrich der Unternehmer. Denn Ärger möchte Godelmann nach eigenem Bekunden vermeiden.

Zwei Sprengungen

Vor etwa zwei Wochen hatten in der Grube kurz nacheinander drei Sprengungen mit, laut Godelmann, "deutlich verringerten Ladungen" stattgefunden. Dies geschah in Anwesenheit des Fensterbacher Bürgermeisters Christian Ziegler, der sich im westlichen Bereich des Tagebaus aufhielt und außer dumpfen Knallgeräuschen kaum etwas wahrnahm. In Freihöls aber gab es, wie oft in der Vergangenheit, heftige Erschütterungen. So stark, dass Leute aus ihren Häusern auf die Straße liefen.

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