07.12.2017 - 20:00 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Neuer Bildband Zeichen des Glaubens - Fichtelberger Flurdenkmäler

Über 60 Marterln, Wegkreuze, Gedenksteine, Bildstöcke, Ehrenmäler und Kapellen stehen am Wegrand, an Straßen, zwischen Bäumen und auf Wiesen. Sie prägen das Ortsbild von Fichtelberg und seinem dem Umland, sind unverzichtbares Kulturgut. Sie erinnern an Unglücksfälle, sind Ausdruck und Zeichen der Trauer oder des Dankes.

von Gisela KuhbandnerProfil

Im 17. Jahrhundert herrschte in der Gemeinde die Viehpest. Die Landwirte baten den heiligen Sebastian um Hilfe. Ihre Fürbitte wurde erhört. So lösten die Bauern ihr Versprechen ein und stellten dem Heiligen zu Ehren in der Bayreuther Straße im Garten der Familie Wolf einen Bildstock auf, nach der Mariensäule das zweitälteste Denkmal in Fichtelberg.

Josef Hofmann arbeitete in den 1920er Jahren im Stollen am Gleißinger Fels. Da es damals noch keine Absauganlagen gab, starben die Arbeiter an der Staublunge. Keiner wurde älter als 50 Jahre. Zum Gedenken an den Vater errichteten Erika und Armin Hofmann in der Mooslohe einen Gedenkstein. Weitere Flurdenkmäler in und um Fichtelberg sind Zeitzeugen für oft vergessene, schicksalsschwere Ereignisse - wie die Marter am Grünstein und der Gedenkstein Hüttenberg.

Für Armin Hofmann und Albert Lichtblau war es ein Anliegen, diese religiösen Flurdenkmäler in all ihrer Vielfalt zu erfassen und für die Zusammenkunft festzuhalten. Aber es sollte Jahre, ja Jahrzehnte dauern, bis alle Unterlagen zusammengetragen waren. Albert Lichtblau begann bereits Mitte der 1970er Jahre, diese erinnerungsträchtigen Flurdenkmäler in der Gemeinde und im Forstbezirk um Fichtelberg zu fotografieren, die Bilder immer wieder zu ergänzen und zu erneuern.

Nach Abschluss der Bildserie begaben sich beide Heimatforscher auf eine mühevolle, arbeitsintensive Reise in die Vergangenheit, trugen Informationen zusammen, befragten ältere Leute nach der Geschichte der Flurdenkmäler und deren Bedeutung, haben einige Marterl sogar aufwendig restauriert. Armin Hofmann und Albert Lichtblau wurden fündig, so dass ein Stück Dorfgeschichte entstand, die nun in einem 79seitigem Band (samt Wegekarten) unter dem Titel "Zeichen des Glaubens - Fichtelberger Flurdenkmäler" zusammengefasst sind. Die Texte verfasste Armin Hofmann. "Das Büchlein ist ein Stück Dorfgeschichte, das jeder Haushalt, jeder Vermieter haben sollte, als Anregung - auch für Gäste - sich auf den Weg zu den Flurdenkmälern zu machen und deren Sinn zu erkunden", sagt Bürgermeister Georg Ritter, stolz, solche Leute wie die beiden Autoren in der Gemeinde zu haben. Früher galt der Brauch, vor Martern, Wegkreuzen, Kapellen und Bildstöcken den Hut abzunehmen. Das ist Vergangenheit. Geblieben aber ist die Einladung zum Innehalten, Atemholen, zur Rückbesinnung, zum Dank und zu Gebet.

Inzwischen wurden manch altersschwache "Bildbäume" abgesägt. "Wir haben diese erinnerungsträchtigen Zeitzeugen dennoch für die Nachwelt im Bildband festgehalten", betonen die beiden Verfasser, die 1970 - zusammen mit Manfred Reichenberger und Anton Specht (beide verstorben) - die Tiefen des Ochsenkopfes erkundeten und nach sechsstündiger Exkursion in mondheller Nacht wieder die würzige Waldluft einatmeten. Das war für uns der Auslöser, die Ortschaft zu erforschen, zu beschreiben und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Ergebnisse: Neben dem Bildband "Zeichen des Glaubens" - Fichtelberger Flurdenkmäler" (6,50 Euro) haben Armin Hofmann und Albert Lichtblau, zusammen mit Horst Pecher, mit viel Liebe und Herzblut drei Chroniken mit dem Titel "Heimat im Obersten Fichtelnaabtal" verfasst. Band I: "Aus der Geschichte von Fichtelberg, Neubau und Hüttstadl-St. Veit" , bereits zweite Auflage (25 Euro); Band II: "Aus der Kirchengeschichte von Fichtelberg-Neubau - Hüttstadl-St. Veit (19,80 Euro); Band III: "Aus der Schulgeschichte von Fichtelberg - Neubau - Hüttstadl-St. Veit (19,80 Euro)

Die Heimatbücher sind im Rathaus erhältlich. "Ideale Weihnachtsgeschenke", wie Bürgermeister Georg Ritter betont.

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