16.10.2017 - 20:00 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Wurzeln und Spuren Ludwig-Thoma-Abend in Fichtelberg

Wer kennt sie nicht - die berühmten "Filserbriefe", den "Münchener im Himmel", die in Mundart verpackte "Heilige Nacht", die "Lausbubengeschichten" und vieles mehr. Und jeder kennt wohl auch den Autor: Ludwig Thoma.

Der jüngste Sprecher, Benjamin Ernstberger, zitierte aus den unvergesslichen "Lausbubengeschichten". Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

Ein bisschen stolz darf auch die Fichtelgebirgsgemeinde auf den berühmten Heimatdichter sein. Führen doch seine familiengeschichtlichen Wurzeln nach Fichtelberg. Hier ist seine Großmutter Henriette Reiner geboren (wir berichteten).

Für den Fremdenverkehrsverein Fichtelberg-Neubau von 1886 und den Aktionskreis 365 der katholischen Pfarrgemeinde war es ein Anliegen, zum 150. Geburtstag des Schriftstellers seine Ahnengeschichte wiederzubeleben, nach Wurzeln und Spuren zu suchen.

Im vollbesetzten Goethesaal drehte sich deshalb alles um Ludwig Thoma: Um seine Lebensgeschichte, seine berühmten und weniger bekannten Werke, seine Satiren und Schmunzelverse, seine Frauen, um "Marion", die er heiratete und von der er sich wieder trennte, um Maidi von Liebermann, mit der er alt werden wollte. Es ging um einen sprachgewaltigen Autor, der seine Zeit grandios beschreibt.Moderator Karl Kuhbandner sparte aber auch den dunklen Punkt in Thomas Geschichte nicht aus: Der Heimatdichter hatte 1920 und 21 im "Miesbacher Anzeiger" antisemitische Hetzartikel geschrieben.

Die Parforcehorn-Bläsergruppe Hohes Fichtelgebirge unter der Leitung von Christa Kellner gab dem Abend einen festlichen Charakter. Willi Vogl, Leiter des Heimat- und Volkstrachtenverein "D'Fichtelseer", machte mit seiner Gruppe und Horst Kastl (Zither) nicht nur die passende anspruchsvolle Musik, sondern trug auch noch Schnadahüpfl und anderes vor.

Auch die weiteren Sprecher Günter Pöllmann (Mehlmeisel), Hans-Peter Reichenberger, Fremdenverkehrsvereinsvorsitzende Marianne Specht - die die Wiederbelebung der Ahnengeschichte angestoßen hatte. Hans Wolf und Benjamin Ernstberger nahmen die Zuhörer ausdrucksstark mit auf eine lebhafte, witzig-satirische, aktuelle Züge tragende literarische Reise, vor der sich die Zuhörer mit "Braunfuxn" stärkten, die Markus Specht zubereitet hatte.

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