CSU-Bürgergespräch: Fichtelberger wollen wieder eine Therme - Drastischer Einbruch beim ...
Aus der Situation freischwimmen

Bürgermeister Georg Ritter (rechts) arbeitet daran, das Erscheinungsbild des Ortes aufzuwerten. Ein Maßnahme war, den Brandschutt der Therme abtransportieren zu lassen. Bilder: bkr (2)
Lokales
Fichtelberg
11.08.2014
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"Lasst es den Steinhart endlich machen", forderte Bernd Kratz beim Bürgerinformationsgespräch der CSU am Freitag im Gasthof Specht. Er sprach den gut 45 Besuchern aus den Herzen. Auch wenn Steinharts letzter Auftritt "schade und peinlich" war: Einen Weg vorbei am Bäderkönig sahen die Anwesenden nicht.

Die Fichtelberger wollen nach zwei Jahren ihre Therme zurück. Dabei geht es auch um finanzielle Verluste im Fremdenverkehr. Rund 21 000 Anreisen verlor der Ort im Vorjahr. Da wurde schnell hochgerechnet: Dem Ort und der Region gingen fast 1,8 Millionen Euro verloren, mehr als Bäderkönig Heinz Steinhart der Gemeinde schuldet.

Hoffnung setzen die CSU und die anwesenden Bürger nun auf den nächsten Gerichtstermin beim Oberlandesgericht Bamberg. Nach der Verhandlung wollen sich die Versicherung, Heinz Steinhart und die Gemeinde treffen. Beraten wird über die angeregte Mediation. Das heißt, dass unter Führung des Gerichts ein Vergleich herbeigeführt werden soll, der den Charakter eines Gerichtsurteils besitzt.

Peinlicher Auftritt

Allerdings empfinden die Fichtelberger den Auftritt des Bäderkönigs am Mittwoch vergangener Woche vor der abgebrannten Therme als "schade und peinlich". Mit seinen Insignien, einem röhrendem 560-PS-Porsche, dem Outfit eines Golfers mit Schläger, ließ der 71-Jährige wissen, dass es ihm reiche und er nur noch bis Mitte September abwarten wolle.

Der Bürgerinformationsabend ist nach den Worten von CSU-Vorsitzenden Hans-Peter Reichenberger die Fortführung der bisherigen Stammtische. Die Bürger sollen bei den Diskussionen Gelegenheit haben, die Politik im Rathaus mitzugestalten. Die Abende ersetzten aber keine Bürgerversammlung, betonte Reichenberger, der zu den Abend auch Bürgermeister Georg Ritter und dessen Stellvertreter Karl Heinz Glaser begrüßte.

Georg Ritter selbst gab einen kurzen Abriss über seine ersten 100 Tage im Amt. Ein wichtiger Schritt war die Gründung einer Ideenschmiede. Ihre Aufgabe wird es sein, die Gemeinde weiterzubringen. Seit Mai gehe ein Ruck durch die Gemeinde, die Leute redeten wieder miteinander und kämen sich näher. Ziel von Georg Ritter ist es, das Erscheinungsbild im Ort auch mit kleinen Schritten positiv zu ändern. Eine erste Aktion war, den Brandschutt bei der Therme beseitigen zu lassen.

Und die Therme brannte den Besuchern weiter unter den Nägeln. Hans-Peter Reichenberger forderte: "Im Interesse der Sache müssen wir über unsere Schatten springen" und "Wir wollen den Aufbau haben". Gefordert wurde, den Gemeinderatsbeschluss aufzuheben, der es den Räten verbietet, mit Heinz Steinhart zu sprechen.

Karl Heinz Glaser ließ nochmals die Bemühungen des Bäderkönigs nach dem Thermenbrand Revue passieren, das Bad so schnell wie möglich wieder aufzubauen, ohne von der Gemeinde einen Cent haben zu wollen. Chancen seien vergeben worden. Die Parteien schlingerten in eine verfahrene Situation, beschrieb Glaser die vergangenen Jahre.

Schulden nicht erlassen

Der Betrag von zwischenzeitlich rund 1,5 Millionen Euro, den Heinz Steinhart der Gemeinde schulde, könne nicht erlassen werden, betonte Gemeinderat Michael Schwalm (Christlich Sozialer Wählerkreis). Diese Summe könnte aber die Gemeinde in den Neubau mit einbringen, betonte Bürgermeister Ritter als eine mögliche Option an der Beteiligung am Wiederaufbau.

Mit der Therme fällt auch die Hoffnung, dass BLSV-Heim als Außenstelle zu erhalten, wandte Gemeinderat Christian Engel (CSU) ein. Zu beackernde Problemfelder wurden bei der Schule, der Abwasserbeseitigung mit Mehlmeisel und der Kirche gesehen. Noch nicht abschließend festgelegt sei, ob die Granitfassade des Kirchturms verputzt wird, informierte Rathauschef Ritter. Nach seinen Worten würde ein weißer Turm wie ein Fremdkörper in den Himmel ragen.
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