Wegesperrungen häufig ignoriert: Leichtsinnige Waldspaziergänger setzen ihr Leben aufs Spiel
Holzernte ist brandgefährlich

Nur zu oft missachten Waldbesucher aufgestellte Sperrschilder.
Lokales
Fichtelberg
24.04.2013
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"Ich pass schon auf." - "Da lauf ich jeden Tag durch!" So banale Sätze hören die Mitarbeiter des Fichtelberger Forstbetriebs immer wieder, wenn sie Leute anhalten, die Absperrungen der Forstwege ignorieren. "Und das passiert fast täglich", sagt Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler. Denn diese "Passanten" ahnen wohl nicht, dass sie durch diesen Leichtsinn ihr Leben aufs Spiel setzen.

Da im Zuge von Holzerntearbeiten im Fichtelgebirge wieder vermehrt Straßen und Wege aus Sicherheitsgründen kurzzeitig gesperrt werden, informierte jetzt der Forstbetrieb mit einem drastischen Beispiel anhand eines platzierten Schrottautos, wie verheerend die Folgen bei einer Missachtung sein können - für den Autofahrer, aber auch für den Radfahrer und Fußgänger.

Ein gewöhnlicher Vormittag in einer Waldabteilung des Forstbetriebs: Zwei Forstwirte bereiten am Wegrand die Fällung einer starken Fichte vor, weshalb die Straße ordnungsgemäß mit Absperrband, Verbotsschild und Hinweistafel "Achtung Holzfällung". "Betreten verboten - Lebensgefahr" gesperrt ist. Die kreischende Motorsäge frisst sich ins Holz, Fällkeile werden eingeschlagen.

Keine Überlebenschance

"Achtung!", ruft Forstwirt Peter Buchbinder. Und schon neigt sich der Baumriese. Genau in diesem Moment fährt ein Auto vorbei. Krachend fällt die Fichte auf den Personenwagen, drückt das Dach ein, demoliert ihn völlig. Meterweit liegen Blechteile verstreut. Ein Passagier hätte wohl kaum eine Überlebenschance gehabt.
Dieser Baum hatte ein Gewicht von etwa zwei Tonnen. Aber bereits weggeschleuderte Äste und abbrechende Kronenteile sind lebensgefährlich, weshalb sich bei der Holzfällung im Umkreis von 70 Metern niemand außer den Forstwirten aufhalten darf.

Anstoß zu dieser überaus wirkungsvollen Aktion, die Servicestellenleiter Martin Hertel organisiert hatte, war ein Vorfall, den Revierleiter Hubertus Schmidt im Bereich der B 303 widerfuhr. Schmidt hielt einen Radfahrer an, der die Straßenabsperrung ignoriert hatte. Der verpasste dem verdutzten Revierleiter spontan einen Schlag ins Gesicht. Schmidt kam buchstäblich mit einem blauen Auge davon.
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