06.02.2018 - 18:16 Uhr
Fichtelberg

79-Jährige bewusstlos zusammengebrochen Lebensretter "Defi"

Kerstin Spannl hat Dienst im Waldhaus. Am Waldpark-Ausgang sieht sie eine Frau, der es nicht gut zu gehen scheint. Sie reagiert schnell - und rettet einer Bayreutherin das Leben.

Der Defibrillator im Waldhaus hatte seinen ersten Einsatz: Kerstin Spannl (Zweite von rechts) rettete damit einer Frau aus Bayreuth das Leben. Ihr dankten (von links) Reinhold Thiel, Holger Schmidt, Notärztin Gabi Zinnert und Bürgermeister Franz Tauber. Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

Mehlmeisel. In dem Augenblick, als Kerstin Spannl die Tür öffnet, bricht die 79-Jährige bewusstlos zusammen. Spannl, die im Umgang mit dem im Sommer im Waldhaus installierten Defibrillator geschult worden war, reagierte in Sekundenschnelle.

Sie setzte einen Notruf ab und leistete gleichzeitig mit dem Gerät und Herzmassagen optimale Erste-Hilfe, bis die sich zufällig in der Nähe befindende Bergwacht-Notärztin Gabi Zinnert sowie Carmen und Holger Schmidt von der örtlichen Bergwacht, die drei Minuten nach Absetzung des Notrufs vor Ort waren,sich weiterhin um die Bayreutherin kümmerten. Ein Rettungswagen brachte sie ins Klinikum. Dort wurde ein Herzinfarkt diagnostiziert. Lob vom Versorgungsteam für ihr perfektes Vorgehen wehrt Kerstin Spannl bescheiden ab: "Ruhe bewahren", rät sie. "Der Defi gibt ja konkrete Anweisungen, was zu tun ist." Sie gesteht aber auch, dass ihr "nicht nur ein Stein, sondern das ganze Fichtelgebirge vom Herzen fiel", als die Frau wieder die Augen aufschlug. "Man kann nichts falsch machen", sagen die Bergwachtler. Das Falscheste sei, nichts zu tun.

Bürgermeister Franz Tauber ist froh über die Installation der zwei Defibrillatoren in der Gemeinde. Der zweite befindet sich im Rathaus, kann aber nur während der Öffnungszeiten eingesetzt werden. Sinnvoll wäre deshalb eine Installation mit Notrufkasten außerhalb des Rathauses für einen Einsatz rund um die Uhr.

Das sei mit Kosten von etwa 2000 Euro verbunden, informiert der Bürgermeister: "Diesbezügliche Spenden wären gut angelegt. Denn der plötzliche Herztod ist laut Statistik die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Und schnelle Hilfe durch frühe Defibrillation kann, wie die Erfahrungen am Wildpark zeigten, lebensrettend sein". Infos für Spendenwillige gibt es in der Gemeinde.

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