05.09.2017 - 20:00 Uhr
FichtelbergOberpfalz

er hilft aus, bis Pfarrer Ferdinand Weinberger kommt Pater Theophilus hilft ein paar Wochen aus

Ein Hauch von Weltkirche in den beiden Pfarrgemeinden: Nachdem der indische "Urlaubspfarrer" Pater Josef Fichtelberg und Mehlmeisel verlassen hat, kümmert sich jetzt Pater Theophilus aus Nigeria um die Gläubigen.

Pater Theophilus Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

Fichtelberg/Mehlmeisel. Eigentlich hätte in den Gottesdiensten am Wochenende der neue Pfarrer von Fichtelberg und Mehlmeisel, Ferdinand Weinberger, begrüßt werden sollen. Der Geistliche aber hat sich die Achilles-Sehne gerissen, eine langwierige Verletzung, die seinen Dienstantritt um zwei oder drei Wochen hinauszögern wird. Deshalb bemühte sich der künftige Seelsorger der beiden Pfarrgemeinden beim Ordinariat um eine Aushilfe: Pater Theophilus Onyeruchi Anyanwu wird ihn bis zu seiner Genesung vertreten.

Pater Theo, wie er aufgrund seinen komplizierten Nachnamens von den Gläubigen angesprochen wird, ist in Nigeria geboren und aufgewachsen, wurde dort zum Priester geweiht, hat von 1984 bis 1988 in Rom studiert und promoviert. Der Titel seiner Doktorarbeit "Geistliche Erziehung im Priesterseminar" passt zu seinem Betätigungsfeld. Der 71-Jährige war jahrelang Regens des Priesterseminars in einer Heimatdiözese Erugu und ist jetzt geistlicher Begleiter der Theologiestudenten. Er spricht fließend englisch und italienisch, aber auch gut verständliches Deutsch und absolviert derzeit zwei Sabbatjahre. In deren Rahmen hilft er aus, wo Not am Mann ist, aber zum ersten Mal in der Diözese Regensburg. Pater Theo erzählt aus seiner Heimat, wo 250 unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Er berichtet, dass Nigeria Afrikas größter Erdölproduzent ist und trotzdem ein Großteil der Bevölkerung in Armut lebt: Die Regierung handele nicht demokratisch.

"Die Leute bauen vor allem Mais, Reis, Yam, eine Art Süßkartoffel, und Kochbananen an, alles per Hand und ohne Maschinen", sagt der Geistliche, der früher Fußball spielte, Torwart war und auch heute Fan ist. Außerdem wandert er gerne und liebt die Musik. Er wohnt in der Webergasse in Mehlmeisel, kocht selbst - am liebsten mit afrikanischen Gewürzen verfeinert - und freut sich über die gute Aufnahme.

Nach einem Aufenthalt in Mallersdorf, wird der Seelsorger wieder in seine Heimat zurückkehren - als geistlicher Begleiter im Priesterseminar: "Sie brauchen mich dort dringend."

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