20.07.2017 - 17:34 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Faschings- und Tanzgesellschaft Helenesia feiert Gründungsjubiläum 40 Jahre Freude, Spaß und Tanz

Keine Eintagsfliege, auch kein kurzes Aufflackern, wie es manche Schwarzseher prophezeiten, sondern eine Erfolgsgeschichte. Längst trägt sie den Namen Mehlmeisel mit Können, Freude, Glanz und Glamour weit über die Region hinaus: die Faschings- und Tanzgesellschaft Helenesia.

"Hübsche Reiterinnen" ist das Bild im Fotoalbum untertitelt. "Wir nutzen auch gerne den riesigen Kostüm-Fundus aus früheren Zeiten", sagt Christina Dauber. "Die alten Schnitte kommen wieder in Mode, aber der Stoff ist besser, leichter geworden", plaudert die Tochter des Präsidenten.
von Gisela KuhbandnerProfil

Fichtelberg/ Mehlmeisel. Mit einem Sommerfest für große und kleine Gäste begeht die Helenesia am Wochenende ihren 40. Geburtstag. Alles begann in der beschaulichen Fichtelgebirgsgemeinde, fernab von großen Prunksitzungen und Galaabenden bei einem Tanz im ehemaligen "Helenenhof". Dort trat die Faschingsgesellschaft "Muggenesia" auf, der Lokalbesitzer Ernst Gust war Mitglied im Elferrat bei den Nürnbergern. Gust, der damalige Bürgermeister Richard Fischer und sein Stellvertreter Hermann Pöllmann gaben bei einer Stammtischrunde mit Jugendlichen den Anstoß, den Verein zu gründen. Von der Idee waren viele hellauf begeistert und arbeiteten fleißig mit. Günther Daubner ist seit der ersten Stunde dabei: Fünf Jahre als Vizepräsident, seit 35 Jahren Präsident und, mit seiner späteren Ehefrau Sigrid, das erste Prinzenpaar.

Wenn er jetzt mit seiner Tochter Christina in der reich bebilderten Chronik, die er selbst akribisch führt, blättert, wird deutlich, was der Verein in 40 Jahren geleistet hat.

150 Prunksitzungen

Aller Anfang ist schwer, denn nicht alle waren angetan vom Gründungsgedanken. Allerdings brachte eine Sammlung im Ort ein Startkapital von 2000 Mark und viel Motivation. Schon in den ersten Jahren hatte der Verein einen starken Zulauf, nicht nur aus Mehlmeisel. Erste Trainerin war Charlotte Gilg aus Brand. Prunksitzungen folgten, Büttenreden, Gardetänze, Turniere und deren Ausrichtung, Auftritte bei zahllosen Veranstaltungen, Preise und Auszeichnungen wie "Bayerischer Meister" im Männerballett (gegründet 1982). Daubner kann es selbst nicht glauben, als er etwa 150 Prunksitzungen der Helenesia zählt. "Es hat sich viel verändert in all den Jahren", bestätigen Dauber und seine Tochter Christina.

Kostüme damals und heute

"Klar, dass die Mädchen vor 40 Jahren kein Geld hatten, um sich Kostüme zu kaufen. So wurde eben in der damaligen Turnkleidung - kurze schwarze Hose, weißes Shirt - getanzt", erklärt Dauber. Der Elferrat bezahlte seine teuren Narrenkappen aus eigener Tasche, die blaue Fliege der Verein. "Schwarze Hose und weißes Hemd hatte sowieso jeder zu Hause," sagt Daubner. Er ist stolz, dass "wir uns nicht entmutigen ließen". Früher kostete ein Gardekostüm 130 Mark, blickt Günther Daubner zurück. "Heute sind es mindestens 300 Euro", ergänzt Christina Daubner. Wie sie selbst sagt, ist sie "in die Helenesia-Familie" hineingeboren, seit 1996 Gardetänzerin und seit einigen Jahren Trainerin.

"Größtenteils zahlt die Kostüme jetzt der Verein", sagt Christina. Sie nutzen aber auch gerne den riesigen Fundus aus früheren Zeiten. "Die alten Schnitte kommen wieder in Mode, aber der Stoff ist besser, leichter geworden", plaudert die Tochter. "Die Musik ist moderner, die Choreographie anspruchsvoller und die Vorschriften - vor allem bei Turnieren - viel strenger." Die Auftrittszeiten minutiös festgelegt. Cowboystiefel mit Absatz sind heute verboten - wegen Verletzungsgefahr. Nur flaches, schnörkelloses Schuhwerk, das die Knöchel bedeckt, ist erlaubt. "Sogar die Rocklänge ist vorgeschrieben", weiß Christina.

Gleich geblieben aber sind die gute Gemeinschaft, der Gruppenzusammenhalt, der Spaß am Tanz und an der Musik. "Wir sind gut aufgestellt", sagt Dauber. Die Faschingsgesellschaft zählt insgesamt 71 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren, ein Männer- und Weiberballett mit 15 Teilnehmern, ein Tanzmariechen und 15 Trainer- und Betreuerinnen. Auch Daubners sechsjährige Enkelin tanzt seit zwei Jahren bei den "Minis" mit.

Ohne seinen Präsidenten würde der Verein heute nicht so gut da stehen. Die Gemeinde zeichnete Dauber längst mit der Goldenen Verdienstmedaille aus. Ohne ihn gäbe es vermutlich auch kein Vereinshaus. Der Präsident ist ehrenamtlich für den Bund Deutschen Karnevals als Juror in ganz Deutschland unterwegs und chauffiert die Gruppen der Helenesia auch eigenhändig mit dem Bus zu den Auftritten.

Festprogramm

Samstag, 22. Juli, im und am Haus des Gastes ab 17 Uhr Sommernachtsfest: Motto: "Das Beste (nicht nur kulinarisch) der letzten Jahre".

Sonntag, 23. Juli, ab 10 Uhr: Weißwurstfrühschoppen. Ab 13 Uhr ist Kindernachmittag mit Spielen und Entenrennen vom Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein. Es gibt Kaffee und Kuchen, die Band "2Plus" sorgt für Unterhaltung. (gis)

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