11.03.2018 - 20:00 Uhr
Fichtelberg

Nachruf Bernhard Prechtl verstorben

Mehlmeisel. "Ein Tag ohne den Neuen Tag ist für mich wie ein Rechen ohne Zähne", hatte Bernhard Prechtl, treuer Leser der ersten Stunde, einmal gesagt. Wie das tägliche Brot hat er Wissenswertes, Neues, Infos und Abhandlungen konsumiert, vor allem aber selbst in seiner Heimat tiefe Spuren hinterlassen. Am Freitag ist Bernhard Prechtl, tiefgläubiger Katholik, im Alter von 84 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. Um sich selbst hat er wenig Aufhebens gemacht, umso mehr war ihm in seinem arbeitsreichen, intensiven Leben das Miteinander wichtig - in der Familie, der Gemeinde, in der Kirche, in den Vereinen, in seiner mit viel Herzblut betriebenen Heimatforschung und nicht zuletzt bei der Gründung des Wasserzweckverbandes Oberes Fichtelnaabtal.

von Gisela KuhbandnerProfil

Sein halbes Leben lang, nämlich 42 Jahre, hat der Verstorbene als CSU-Gemeinderat die Geschicke der Kommune mitbestimmt, war zwei Perioden lang zweiter Bürgermeister, war Heimatforscher, Mitgründer der Otnant-Gesellschaft, Museumsbeauftragter, hat als "Vorzeige-Schwinglmacher" das alte traditionelle Mehlmeiseler Handwerk deutschlandweit bekannt gemacht und altes Brauchtum geschützt. Das Herz des Glasmachermeisters und ausgebildeten Forstwirts hing an seiner Heimat, die er kannte, wie kaum ein anderer, für die er sich einsetze, die er erforschte, flussaufwärts bis zur Quelle und dabei immer wieder Neues entdeckte: Ja - er war selbst eine "lebendes Heimatbuch", aus dem man - wie per Mausklick - Hunderte von Daten und Ereignissen abrufen konnte. Und - in enger Zusammenarbeit mit Heimatforscher Josef Wiche - hat er zwei Häuserchroniken verfasst.

Bernhard Prechtl zeichnete sich vor allem aber auch durch vielfältiges soziales Engagement aus. Seit 1950 war er Mitglied der IG Chemie-Papier-Keramik und er wirkte im Glasunternehmen Fischer als Betriebsratsvorsitzender. In der Katholischen Arbeitnehmerbewegung - dem früheren Werkvolk- elf Jahre als Vorsitzender der Ortsgruppe - referierte er anfangs zum Thema Rentenversicherung und konnte hier viele Mitbürger fundiert beraten. 64 Jahre gehörte der Verstorbene der CSU an, arbeitete fast ein halbes Jahrhundert lang aktiv in der BRK-Bereitschaft mit.

Und nur wenige wissen wohl, dass "der Bernhard" bei einer Handwerksmesse in Berlin Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder das Schwinglmachen gelehrt hat. Für seine großen Verdienste um das Gemeinwohl wurde er 1991 mit der Urkunde und 2001 mit der Medaille der Bayerischen Staatsregierung für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung geehrt. 1981 zeichnete ihn die Gemeinde mit der Ehrenmedaille in Silber und 2004 mit Gold aus. Bernhard Prechtl hinterlässt drei Töchter, zwei Söhne, acht Enkelkinder und zwei Urenkel. Seine Ehefrau Olga verstarb bereits vor sechs Jahren. Requiem ist am Samstag, 17. März, um 10 Uhr in der Pfarrkirche, anschließend Beerdigung.

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