13.05.2018 - 20:00 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Spatenstich für erneuertes Besucherbergwerk am Gleißinger Fels: Bergwerk wie ein Edelstein

Wer sich schon einmal in die Unterwelt des Ochsenkopfmassivs begeben hat, wird bald noch mehr staunen: Durch eine Rundumerneuerung des Besucherbergwerks wird die Reise durch das "Tor ins Erdinnere" schon im Herbst nächsten Jahres noch abenteuerlicher.

Beim Spatenstich präsentiert Architekt Klaus Greim (links) auf einem Plan, wie das Besucherbergwerk einmal aussehen wird. Bild: gis
von Gisela KuhbandnerProfil

Attraktiver, lehrreicher und spannender, so fasste Innenstaatssekretär Gerhard Eck beim symbolischen Spatenstich am Freitag das Projekt zusammen. Und er ist überzeugt: "Der ganze bayerisch-böhmische Grenzraum profitiert von diesem länderübergreifenden Bauprojekt." Denn seit Jahrhunderten verbinde die beiden Länder eine gemeinsame Bergbaugeschichte, weshalb der Gleißinger Fels auch für gelebte Völkerverständigung stehe.

Der Vorstandsvorsitzende der "Montanstiftung Nordostbayern", José-Ricardo Castro-Riemenschneider, der von allen Seiten Dank und Anerkennung für das große Engagement erfuhr, sieht darin "eine weitere Erschließung, Aufwertung und Vernetzung von einigen der wertvollsten geologischen und montanhistorischen Denkmäler des bayerisch-böhmischen Grenzgebiets". Wanderungen, Schulfahrten, Veranstaltungen für Fachleute, für den Tourismus und vieles mehr werden das Projekt beleben.

Birgit Seelbinder, Präsidentin von Euregio Egrenis, ist "stolz auf dieses Projekt , das sie bei der Mittelvergabe von Anfang an positiv" bewertet habe. Es stärke die Region, den Tourismus und die Verbindung mit dem Landkreis Bayreuth und der Euregio Egrensis. Das bekräftigte auch Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, der den Spatenstich mit einem "Glück auf" begleitete. Er zeigt sich überzeugt, dass der Gleißinger Fels ein Besuchermagnet wird. Die Wichtigkeit des Projekts unterstrich auch der Bürgermeister der Partnerstadt Franzensbad, Jan Kuchar.

Wenn das "Tor ins Erdinnere" fertig ist, wird das Bergwerk in neuem Glanz erstrahlen. Die Innenräume werden veränderbar und barrierefrei sein. Es sollen eine transparente Aufenthaltszone entstehen, Räume für Veranstaltungen, Ausstellungen und vieles mehr. Geben wird es ein Klassenzimmer, in dem Schüler mit modernen Medien über die historische Vergangenheit des Bergwerks informiert werden. Dabei erfahren sie auch, unter welchen schweren und gesundheitsgefährenden Bedingungen die Bergleute ihr Brot verdienen mussten.

Unter anderem die Wasserversorgung, Beleuchtungen mit speziellen Lichteffekten und sanitäre Anlagen werden erneuert. Das Material - Holz, Glas, Granit - bestätigt den engen Kontakt zur Natur. Die Granitmauer bleibt erhalten. Von der Straße her ist das Gebäude nicht einsehbar, weil das Dach begrünt wird. Auch das Umfeld wird ansprechender gestaltet. Dafür wurden schon einige Bäume gefällt. Architekt ist Klaus Greim aus Hof.

Das Bergwerk ist zudem Winterquartier für Fledermäuse. Daher gilt dem Artenschutz vor jeder Baumaßnahme höchste Priorität. "Natur und Bergwerk sind eine Symbiose", betonte der ehemalige Bürgermeister Castro-Riemenschneider. "Das Bergwerk ist wie ein Edelstein, der seine Natürlichkeit nicht verliert." Der Gleißinger Fels bleibt während der Arbeiten für Besucher geöffnet.

 

 

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