28.02.2018 - 14:00 Uhr
Fichtelberg

Kälte hilft den Waldarbeitern Frost im Forst

Wenn andere derzeit die warme Stuben suchen, zieht es die Forstleute im Forstbetrieb Fichtelberg gerade bei der aktuellen Kälte hinaus in den Wald. Die Bedingungen für die Waldarbeit ist einfach zu gut, um kältefrei zu nehmen.

Maria Lichtblau (links) und Jörg Trassl - beide Forstwirte beim Forstbetrieb Fichtelberg - nutzen die Frostperiode für die Ernte von wertvollem Fichtenholz. Bilder: Martin Hertelf (2)
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Tiefer Frost Anfang März: Was den Bürger ärgert, freut den Forstmann. "Die Frostperiode bringt optimale Bedingungen für Waldarbeiten im Fichtelgebirge", sagt Winfried Pfahler, Leiter des Forstbetriebs in Fichtelberg. Und die Forstwirte trotzen dank Kälteerfahrung und guter Ausrüstung den Bedingungen genau wie die Holzerntemaschinen. Dank der Kälte verlaufe die Holzernte besonders schonend und ohne Schäden an Boden und verbleibenden Waldbäumen. Kalte, klare Luft, minus 15 Grad, der Atem steht in einer weißen Nebelfahne vor dem Gesicht. Unter den Schuhen knirscht der Schnee. Forstwirt Jörg Trassl stapft mit Kollegin Maria Lichtblau durch den Wald beim Silberhaus. Schwer beladen sind beide mit Motorsägen, Äxten, Keilen. Wenn andere Menschen zu Hause die Heizung zwei Grad wärmer stellen, gehen die beiden ihrer Arbeit nach. Sie sind als Forstwirte beschäftigt bei den Bayerischen Staatsforsten.

Gekonnt setzt Jörg Trassl seine Motorsäge an einer markierten Fichte an, schneidet in wenigen Augenblicken den Fallkerb heraus, der dem Baum die Fällrichtung vorgibt. Erneut frisst sich die Säge kreischend ins Holz. Maria Lichtblau treibt mit wuchtigen Axtschlägen zwei Kunststoffkeile in den Fällschnitt. "Achtung - Baum fällt!". Binnen weniger Minuten sägen die beiden die Äste ab, vermessen Länge und Durchmesser. Fertig. Nächster Baum. Immer in Bewegung bleiben, nicht an windexponierter Stelle stehen bleiben, das ist das Rezept, um gut durch den kalten Arbeitstag zu kommen. "Unsere Mitarbeiter haben für solche Witterungsbedingungen gute Ausrüstung." versichert Winfried Pfahler. Er ist verantwortlich für 75 Mitarbeiter. "Eine warme Fleece-Jacke, gefütterte Winterhandschuhe, Funktionsbekleidung, Sicherheitsschuhe mit rutschfesten Sohlen - das sind die Voraussetzungen, um auch im Winter gut und sicher zu arbeiten." In unmittelbarer Nähe zum Arbeitsort im Wald steht eine mobile Schutzhütte mit Gasheizung. Dort können sich die Forstmitarbeiter aufwärmen. "Bei der derzeitigen Frostlage können wir wertvolles Holz besonders schonend für den Boden und den verbleibenden Baumbestand ernten. Die Rückefahrzeuge, die die Baumstämme zur nächsten Forststraße ziehen, hinterlassen kaum Spuren, andere Bäume werden nicht beschädigt. Das Holz enthält jetzt auch weniger Wasser, ist dadurch unempfindlicher gegenüber Pilzen und Holzschädlingen."

Peter Pscherer hat es etwas besser als die Kollegen. Während draußen die Kälte klirrt, arbeitet Peter Pscherer gut geschützt in der warmen Kabine seines Harvesters. Das achträdrige Forstfahrzeug hat einen langen Kran mit einer Schneidevorrichtung. Damit fällt er Bäume, entastet und vermisst sie und zersägt sie zu vier bis fünf Meter langen Stammteilen. Auch ihm kommt das kalte Wetter zugute. "Früh ist es manchmal ein Kampf, bis die ausgekühlte Maschine richtig auf Touren kommt. Aber dann läuft es richtig gut. Bei dem hart gefrorenen Boden sinkt das Fahrwerk der Maschine nicht ein. So können wir auch auf Waldflächen arbeiten, in denen wir im Sommer tief im Morast versinken würden."

Und wie wirkt sich die Kälte auf Zecken, Borkenkäfer und Mücken aus? Erfrieren diese lästigen, schädlichen Krabbeltiere bei solchen Temperaturen? Winfried Pfahler dämpft die Erwartungen: "Trockene Kälte ist für die Insektenwelt eher günstig. Denn deren natürliche Feinde sind Pilze und Bakterien. Die wirken sich in einem milden, feuchten Winter viel stärker auf die Krabbeltiere aus."

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