Sonorer Brauch
Turmblasen kommt zum neuen Jahr gut an

Kultur
Floß
02.01.2017
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Pünktlich zum Glockenschlag um 23.45 Uhr ertönen die Klänge des evangelischen Posaunenchors vom Kirchturm von St. Johannes Baptista. Die Musiker müssen sich mit ihren Instrumenten im engen Treppenaufgang des Turms vor dem Fenster regelrecht zusammenpferchen. Doch die traumhafte Akustik in der Höhe entschädigt dafür.

"Zweimal im Jahr treffen wir uns hier zum Turmblasen", weiß Obmann Richard Riedel. Einmal zum Reformationstag und einmal an Silvester. Wie weit die Geschichte des Kirchturmblasens schon zurückreicht, weiß keiner so recht.

Das älteste Mitglied des Chors, Siegfried Beierl, erinnert sich noch, dass auch eine Abordnung der früheren Blaskapelle unter den Musikmeistern Fichtl und Heindl am Turm aktiv war. Sie spielte vom 1. Mai bis Erntedank sonntags um 6 Uhr Choräle und am Mittwochabend gegen 18 Uhr Volkslieder. Im Winter gingen die Turmbläser dann mit ihren Schlitten von Bauernhof zu Bauernhof, um ihren Lohn in Form von Getreide, das sogenannte Blaskorn, zu sammeln.

Punkt Mitternacht wird im Turmzimmer Pause gemacht. Zum Mitternachtsläuten wird auf das neue Jahr angestoßen und das Silvesterfeuerwerk durch die vier Turmfenster beobachtet. Einige Zuhörer am Marktplatz riefen sogar Zugabe nach oben.
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