07.02.2012 - 00:00 Uhr
FlossOberpfalz

Fischer und Wasserwirtschafts-Experten tauschen sich über Artenvielfalt in Flüssen und Seen aus Bei Laichplätzen nachhelfen

Wasserwirtschaft und Fischerei liegen nicht immer auf einer Wellenlänge. Im Großen und Ganzen aber stimmt das Verhältnis. Das zeigte ein Treffen zwischen dem Wasserwirtschaftsamt Weiden mit Vertretern von Fischereivereinen aus der ganzen Nordoberpfalz in Floß.

von Walter BeyerleinProfil

Dabei ging es vor allem darum, mit der Nutzung des Wechselspiels von Hoch- und Niedrigwasser die Artenvielfalt in Gewässern zu fördern. Dazu referierte Biologin Eva-Barbara Meidl im Gasthaus "Weißes Rössl". Norbert Pichlmaier von der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz befasste sich mit der Restaurierung von Kieslaichplätzen.

Biologin Meidl sprach über das Zusammenwirken räumlicher und zeitlicher Strukturen und deren Bedeutung für die Vielfalt in Fließgewässern. Unter den Begriff der räumlichen Strukturen fallen Totholzeinbringung, Ausbuchtungen, Auskolkungen, Steine in unterschiedlichen Größen in Verbindung mit feinem Substrat oder auch Algen.

Die zeitlichen Strukturen hingegen gliedern sich in Hoch- und Niedrigwasser auf. Alle diese Komponenten seien notwendig, um Raum für die natürliche Fortpflanzung der Tiere im Gewässer, vorrangig von Fischen, zu bieten. Gleichzeitig sei die Vielzahl der Strukturen bedeutsam für den optimalen Naturschutz und führe zu mehr "Lebensraumtypen", im Fachjargon Habitate genannt.
Selbst die oft geschmähten Biberburgen seien für die Fischerei bedeutsam. Jungfische fänden darin ein echtes Eldorado, sagte die Biologin. Dazu kämen Kiesbänke als Laichhabitate. Ebenso seien die Wechselwirkungen von Hoch- und Niedrigwasser für die Steigerung der Artenvielfalt wichtig, unterstrich Meidl. Von den unterschiedlichen Gewässerstrukturen würden Fische und Fischnährtiere in allen Lebensphasen profitieren.

Gar nicht teuer

Norbert Pichlmaier stellte die Restaurierung von Kieslaichplätzen vor. Dies lasse sich teilweise auch mit geringem finanziellen Aufwand durch Veränderung von Strömung, Substratqualität und Sohlform des Gewässers erreichen. Bei bisher realisierten Maßnahmen habe sich gezeigt, dass nur kurze Zeit nach den Arbeiten die Vielfalt der Fischarten erheblich zugenommen habe.

In der Diskussion ging es vor allem um das Vorgehen bei Fischsterben und Gewässerverunreinigungen. Kritisiert wurde das im Sommer meist lang andauernde Verfahren zur Ermittlung von Fischsterben. Kein Verständnis brachten die Fischer dafür auf, in amtliche Untersuchungsergebnisse ohne anwaltschaftliche Hilfe keinen Einblick zu bekommen.

Lob hingegen bekam das Wasserwirtschaftsamt vom Fischereiverein Weiden. Die Maßnahmen zur Restaurierung von Laichplätzen seien unkompliziert umgesetzt worden.

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