Rührige Truppe ehrt treue und engagierte Mitstreiter - Kompromisslos für artgerechte Haltung
Kleintierzüchter wie ein Fels

Lokales
Floß
06.05.2013
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Was haben Skandale beim Hackfleisch, bei Futtermitteln oder eine falsche Kennzeichnung von Eiern mit einem Kleintierzuchtverein zu tun? Diese Frage beantwortete Vorsitzender Berthold Fröhlich in der Mai-Versammlung in der Kleintierhalle, bei der Ehrungen langjähriger und verdienter Mitglieder im Mittelpunkt standen. Mit Peter Rösch und Walter Jakob hat die Truppe zwei neue Ehrenmitglieder.

Skandalös sei es, wie in der Gesellschaft mit unserer Ernährung, unseren Lebensmitteln umgegangen werde. Dem gehöre ein artgerechter Umgang mit Tieren, der nicht nur auf Ertrag ausgereichtet ist, ebenso wie die Erhaltung der natürlichen Vielfalt entgegengesetzt. Dazu leisten die Kleintierzüchter einen hohen Beitrag. Fröhlich zitierte Beispiele, die erschreckten. So wurden 1959 in Sri Lanka noch 2000 Reissorten angebaut, 2002 waren es nur noch fünf. Inzwischen stammen 95 Prozent aller agrarrelevanten Reissorten von einer einzigen Mutterpflanze ab.

Der Verlust an natürlicher Vielfalt macht auch vor unserer Haustür nicht halt. Viele heimische Wiesen- und Feldvögel sind bedroht. So ist der Bestand der Kiebitze seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland auf etwa ein Viertel gesunken und auch über eine Million Feldlerchen sind in diesem Zeitraum verstummt.

Schrumpfungsprozess

Nur noch zehn Pflanzenarten und fünf Nutztierrassen bilden heute die Basis der Welternährung. Alle wirtschaftlich genutzten Hühner. ,deren Eier eine weiße Schalenfarbe haben, gehen auf eine einzige Rasse zurück das Weiße Leghorn. Bei Hühnern, die braune Eier legen und bei Masthähnchen ist das kaum anders. Um 1900 gab es noch etwa 40 wirtschaftlich genutzte Hühnerrassen. Masthähnchen werden im Schnitt nur fünf Wochen alt. Ist das Huhn kein Bio-Huhn, sieht es in seinem Leben nie das Sonnenlicht. Damit die Hühner sich nicht gegenseitig die Federn auspicken, werden ihnen die Schnäbel gestutzt. Fröhlich bekräftigte, dass die Kleintierzüchter dem etwas entgegen setzen. Sie wollen Tieren ein gutes Leben bieten, wo Hühner auch in der Erde scharren, artgerechtes Futter bekommen und nicht mit Antibiotika vollgepumpt werden. Denn: Nur wer gesunde, vitale Tiere auf den Ausstellungen präsentiert, hat auch Erfolg. Die Transparenz, das Wissen, wo das Tier herkommt und wie es lebt - all das schafft auch Vertrauen.
Ausgezeichnet und geehrt wurden für zehnjährige Mitgliedschaft Raimund Högen, Wilhelm Krisch und Katharina Noetzel. 25 Jahre halten Angela Bauer, Reinhold Beer, Herbert Beimler, Horst Feiler, Helmut Glaubitz, Bernhard Hönning, Otto Kiehl, Thomas Krapf, Bruno Lenk, Winfried Lindner, Andreas Meier, Ruth Schafhauser und Martin Sich dem Verein die Treue. Sie wurden mit Ehrennadel und Urkunde ausgezeichnet.

Seit fünf Jahrzehnten

Seit 50 Jahren gehören Hans Horn und Walter Jakob der Gemeinschaft an, wozu die beiden Vorsitzenden Berthold Fröhlich und Peter Rösch mit Ehrenurkunde, Präsent und Ehrennadel gratulierten. 15 Jahre ist Dr. Günther Tunger im Verband Bayerischer Rassegeflügelzüchter dabei, der mit der silbernen Ehrennadel des Landesverbandes geehrt wurde. Dr. Gerhard Kühner kann auf eine 20-jährige Mitgliedschaft bei den Rassegeflügelzüchtern zurück blicken. Er wurde mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
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