Waldarbeiter testen richtige Pflege von Jungbeständen
Platz für Zukunftsbäume

Lokales
Floß
30.08.2014
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Eine ertragreiche Forstwirtschaft braucht stabile, gemischte Bestände, in denen aus jungen Bäumen dicke, wertvolle Altbäume werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind frühzeitige Pflegearbeiten erforderlich. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierte im Flosser Gemeindewald 35 Waldarbeiter über kostengünstige und wirkungsvolle Pflegemaßnahmen.

In überdichten Fichtenbeständen steigt die Gefahr für Schneebruchschäden enorm an, erfuhren die Waldarbeiter. Die Referenten empfahlen eine Linienpunktpflege. Dazu werden mit einem Freischneider alle fünf bis sieben Meter Hilfslinien von einem Meter Breite in den Bestand geschnitten. Später werden entlang dieser Hilfslinien im Abstand von drei bis vier Metern besonders schöne Bäume ausgekesselt, um deren Wachstum zu begünstigen. Dadurch sollen sich gut bekronte, einzelne und dicke Stämme entwickeln.

Damit in Jungbeständen nicht die falschen Bäume die Oberhand gewinnen, durften die Teilnehmer in einem 15-jährigen Mischbestand selbst Hand anlegen. Mit Säge und Heppe befreiten sie auf einer Fläche von einem Hektar rund 100 bis 300 besonders förderungswürdige Bäume von störenden Nachbarn. Gezielt wurden Bäume, die an Boden und Klima besonders gut angepasst sind wie Tanne, Eiche oder Buche begünstigt.

Das Vorgehen bei einer Auslesedurchforstung wurde in einem etwa zehn Jahre alten Schwarzerlenbestand bei Boxdorf besprochen. Mit gelbem Markierungsband wählten die Teilnehmer pro Hektar 80 bis 100 Erlen, sogenannte Zukunftsbäume.

Die astfreie Schaftlänge soll etwa sechs bis acht Meter betragen. Durch diese gut sichtbare Markierung sind bei späteren Pflegeeingriffen die richtigen Bäume schnell zu erkennen. Bäume, die die Zukunftsbäume bedrängten, wurden gefällt. Weil die Schwarzerle schnell wächst, muss dieser Eingriff in drei bis fünf Jahren wiederholt werden.
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